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Erfolgstrainer |06.09.2019|15:00

Vom Landesligisten zum Spitzenteam in Liga 4

Aubstadts Erfolgstrainer Josef Francic: "Wir sind in jeder Partie klarer Außenseiter und verspüren keinen Druck."[Foto: imago/Zink]

Seit 2011 ist Josef Francic Trainer des TSV Aubstadt. Der 51 Jahre alte Kroate, der hauptberuflich als Hausmeister in Bad Neustadt beschäftigt ist, führte den Klub aus der "Mini"-Gemeinde (rund 700 Einwohner) von der Landesliga bis in die Regionalliga Bayern. Dort mischt der TSV sensationell in der Spitzengruppe mit. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Josef Francic über den "kleinen" TSV Aubstadt.

FUSSBALL.DE: Im bayerischen Landespokal musste der TSV Aubstadt in dieser Woche die Segel streichen. Im Achtelfinale gab es eine 1:3-Heimniederlage gegen den Titelverteidiger Würzburger Kickers. War der Drittligist dann doch eine Nummer zu groß, Herr Francic?

Josef Francic:  Für Würzburg war es nach dem Fehlstart in der 3. Liga eine wichtige und richtungweisende Partie. Das hat man gemerkt. Die Kickers sind in Bestbesetzung aufgelaufen und haben eine ordentliche Einstellung an den Tag gelegt. So ist es dann für uns schwer, gegen einen Drittligisten zu bestehen. Das hätten wir allerdings womöglich dennoch geschafft, wenn wir nicht mit zu viel Respekt in die Partie gegangen wären. Wir waren in der ersten Hälfte nicht aggressiv genug. Das hat Würzburg eiskalt bestraft.

Trotz des Ausscheidens sorgt Aubstadt in dieser Saison für Furore. Als Neuling rangiert Ihr Team nach dem 9. Spieltag in der Regionalliga Bayern auf Platz vier. Wie ist die bisher starke Spielzeit Ihrer Mannschaft zu erklären?

"Wir genießen jede Partie und stehen nach Niederlagen schnell wieder auf"

Francic:  Wir sind in jeder Partie klarer Außenseiter und verspüren keinen Druck. Befreit aufspielen zu können, macht viel aus - vor allem, wenn es die Jahre zuvor nicht möglich war. In den vergangenen vier Spielzeiten in der Bayernliga Nord waren wir immer Titelanwärter und die Erwartungen an uns waren enorm hoch. Gewinnen war fast selbstverständlich und die Meisterschaft das klare Ziel. In der Regionalliga sind die Voraussetzungen nun komplett andere. Wir genießen jede Partie und stehen nach Niederlagen schnell wieder auf.

Für den kleinen Verein und die winzige Gemeinde ist diese Saison ein riesiges Abenteuer, oder?

Francic:  Das kann man so sagen. Wir als Verein haben einen deutlich größeren Organisationsaufwand für die Spiele und sind auf viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen angewiesen, die sich regelmäßig zur Verfügung stellen. Es ist Wahnsinn, wie eng die Gemeinde zusammenrückt, um die Herausforderung Regionalliga gemeinsam zu stemmen. Für die Mannschaft sind die weiten Auswärtsreisen ungewohnt. Teilweise müssen sich die Spieler bei ihren Arbeitgebern Urlaub nehmen, um mit dem Team zu den Begegnungen fahren zu können. Spieler und Helfer machen das alles aber gerne - vor allem, wenn es ergebnistechnisch so gut läuft wie in den ersten Regionalligawochen unserer Vereinsgeschichte.

Mal ehrlich: War denn bei der Aufstiegsfeier die komplette Gemeinde vor Ort?

Francic:  Fast! (lacht) Bei der Rathausparty waren 300 bis 400 Leute da, für mehr wäre auch gar kein Platz gewesen. Aubstadt ist ein fußballverrücktes Dorf, das extrem stolz auf den TSV ist. Um nur einen Beweis dafür zu nennen: Manche unserer Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen planen ihren Urlaub so, dass sie auch bei all unseren Auswärtsspielen dabei sein und für Kaffee und Kuchen sorgen können. Das Vereinsumfeld opfert sich regelmäßig für uns auf und dafür sind wir sehr dankbar. Es ist das Mindeste, den Leuten mit positiven Resultaten etwas zurückzugeben.

Glauben Sie, dass sich Ihre Mannschaft auf Dauer in der Spitzengruppe der Regionalliga Bayern festsetzen kann?

Francic:  Das wäre wünschenswert, wird allerdings schwer. Unser bisheriges Saisonergebnis kann sich zwar sehen lassen. Wir wissen aber, dass die Brocken erst noch kommen - unsere nächsten vier Gegner heißen 1. FC Nürnberg U 21, SpVgg Oberfranken Bayreuth, Türkgücü München und VfB Eichstätt. Das sind allesamt Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Wenn wir nach diesen vier Partien immer noch so weit oben stehen sollten, dann haben wir das auch verdient.

Sie sind seit 2011 im Amt und führten den TSV von der Landesliga in die Regionalliga. War eine so positive Entwicklung und eine so lange Traineramtszeit von Ihnen damals abzusehen?

Francic:  Es war von Beginn an schon mein Anspruch, beim TSV Aubstadt langfristig etwas aufzubauen und zu entwickeln. Meiner Meinung nach ist Kontinuität der Schlüssel zu Erfolg und Fortschritt. Wir hatten seit meinem Amtsantritt nie einen großen Umbruch. Dass wir jetzt zum ersten Mal in der Regionalliga spielen und so weit oben stehen, spricht dafür, dass dieser eingeschlagene Weg der richtige war. Ich bin dem Verein dankbar, dass er mir in den vielen Jahren immer wieder das Vertrauen ausgesprochen hat. Auch bei zwischenzeitlichen Misserfolgen wurde an mir fest gehalten. Das ist im heutigen Fußballgeschäft alles andere als selbstverständlich.

In acht Jahren kann sich viel tun. Was hat sich im Verein verändert?

Francic:  Die Strukturen sind wesentlich professioneller geworden. Wir haben beispielsweise viel in unser Stadion und die dortigen Sicherheitsvorkehrungen investiert. Mittlerweile könnten wir problemlos vor bis zu 3.000 Zuschauern spielen. Das wäre vor vier bis fünf Jahren noch unvorstellbar gewesen. Der Platz ist durch eine regelmäßige Bewässerung besser, die Tribünen wurden modernisiert. Außerdem haben wir die Vereinsaufgaben auf mehr Schultern verteilt als früher. Wir haben beispielsweise Mitarbeiter, die sich nur um Medienangelegenheiten und unsere Homepage kümmern. Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Spieler auf Profiniveau trainieren können. Zusätzlich zu den drei wöchentlichen Teameinheiten bieten wir ihnen die Möglichkeit, individuelle Extraschichten einzulegen oder in den Kraftraum zu gehen. Die Entwicklung ist absolut positiv und wurde durch den Aufstieg in die 4. Liga noch einmal beschleunigt.

Gab es für Sie nie den Wunsch nach einer neuen Herausforderung?

Francic:  Nicht wirklich. Ich bin glücklich beim TSV Aubstadt und kann Familie, meinen Beruf als angestellter Hausmeister und den Fußball optimal unter einen Hut bringen. Außerdem habe ich als Amateurtrainer jetzt das Maximale erreicht. Ein Wechsel in den Profibereich kommt bei mir wohl nicht in Frage. Dafür müsste ich mein Leben noch einmal komplett auf den Kopf stellen und ich weiß nicht, ob ich darauf Lust hätte.

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