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Für Amateure |04.03.2017|17:35

120 Mio Euro: Das wird für die Amateure getan

Amateurfußball im Fokus: FUSSBALL.DE ist für die Basis da. [Foto: Imago]

Deutschland ohne Amateurfußball? Unvorstellbar. Die Nationalmannschaft und die Bundesliga sind der Motor des deutschen Fußballs und stehen weltweit im Fokus, das Herz aber schlägt an der Basis. In jedem der rund 25.000 Amateurvereine. Denn: Ohne Basis keine Spitze. Genau für dieses System werden Deutschland und der DFB international bewundert. Wir beantworten wichtige Fragen rund um das Thema Amateurfußball.

Wie ist der deutsche Fußball aufgebaut?

Aufbau und Struktur des deutschen Fußballs gleichen einer Pyramide. An der Spitze steht die Nationalmannschaft, getragen wird sie von einer riesigen Basis mit rund 6,9 Millionen Mitgliedern und 25.000 Vereinen. Sie verteilen sich auf 21 Landesverbände, die wiederum den fünf Regionalverbänden zugeordnet sind. Für den DFB und seine Landesverbände gilt es, Woche für Woche knapp 160.000 Mannschaften ins Spiel zu bringen. 1,9 Millionen Fußballspiele sind pro Saison in Deutschland zu organisieren, wöchentlich sind es bis zu 80.000 Partien. Spielpläne müssen erstellt, Termine festgelegt, Schiedsrichter angesetzt werden.

Die Verwaltung des Spielbetriebs erfolgt über das DFBnet, abgebildet werden die Spiele und alle nationalen Wettbewerbe über FUSSBALL.DE, das vom DFB betriebene reichweitenstarke Portal des Amateurfußballs, sowie die Portale und Webangebote der Landes- und Regionalverbände.

Welche Bedeutung hat der Amateurfußball eigentlich für den DFB?

Eine riesengroße. In den Fußballvereinen an der Basis ist der Fußball zu Hause. Dort wird die pure Begeisterung für den Fußball gelebt und erst die Voraussetzung für den professionellen Spitzenfußball mit all seinen Fans geschaffen. Jede kleine oder große Fußballkarriere nimmt in einem Amateurverein ihren Anfang. Wer sich heute nicht um den Fortbestand der Fußballvereine an der Basis und die Talentförderung in jungen Jahren kümmert, gefährdet langfristig den Erfolg des gesamten Fußballs. Profifußball und Amateurfußball hängen deshalb voneinander ab. Ein solidarisches Miteinander von Profi- und Amateurfußball ist daher von entscheidender Wichtigkeit.

Wie wird den Amateuren öffentliche Aufmerksamkeit verschafft?

Unter anderem natürlich durch FUSSBALL.DE, der Heimat des Amateurfußballs. 284 Millionen Besucher und mehr als 3,5 Milliarden Klicks bedeuteten im vergangenen Jahr nicht nur einen Rekord, die Zahlen zeigen auch eindrucksvoll, wie groß das Interesse am Amateurfußball ist. FUSSBALL.DE widmet sich im Web, in der App und auf drei Social-Media-Plattformen (Facebook, Twitter, Instagram) ausschließlich dem Geschehen von der Kreisliga bis zur Regionalliga, von den Bambini bis zu den Alten Herren.

Ein klares Statement des DFB ist auch die Amateurfußballkampagne „Unsere Amateure. Echte Profis.“ . Sie verschafft den 1,7 Millionen Ehrenamtlichen den Respekt, den sie verdienen. Sie zollt den Protagonisten von der Basis sowohl Anerkennung als auch Aufmerksamkeit für ihr Engagement und ihre Leistung. Sie verdeutlicht die gesellschaftliche Kraft des Amateurfußballs – beispielsweise bei Themen wie Integration, Fairplay und Wertevermittlung. Auch besondere Events wie der Finaltag der Amateure verschaffen dem Amateurfußball bundesweit erhöhte Aufmerksamkeit.

Wie viel investiert der DFB in den Amateurfußball?

Insgesamt investieren der DFB und seine Landesverbände rund 120 Millionen Euro pro Jahr in den Amateurfußball - soweit es die Satzungen zulassen als direkte Unterstützung, im Wesentlichen aber durch Verbandsleistungen. Hinzu kommt die erbrachte Arbeit von bundesweit zirka 10.000 Ehrenamtlichen, die für die Landesverbände und Fußballkreise im Einsatz sind.

Dem gegenüber stehen Abgaben der Amateurvereine in Höhe von rund 35 Millionen Euro in Gestalt von Beiträgen, Gebühren für konkrete Leistungen oder Ordnungsgeldern. Diese Abgaben werden nicht an den DFB, sondern ausschließlich an die Landesverbände und Kreise/Bezirke gezahlt. Die Klubs im Amateurfußball beteiligen sich folglich mit etwa 30 Prozent an der Finanzierung der Haushalte der 21 Landes- und fünf Regionalverbände. Die jährliche Nettoleistung durch die Verbände für den gemeinnützigen Fußball beträgt also zirka 85 Millionen Euro und zeigt, in welchem Maße die Amateurvereine davon profitieren.

Unterstützt der DFB die Amateurvereine finanziell?

Häufig wird nach direkten finanziellen Unterstützungsleistungen des DFB an Vereine gerufen. Ein Blick in die Satzung des DFB zeigt aber: Eine unmittelbare finanzielle Unterstützung einzelner Amateurvereine ist dem Deutschen Fußball-Bund schon aus gemeinnützigkeitsrechtlichen Gründen nicht möglich. Und dies hat seinen Grund: Aufgabe eines Dachverbandes in föderalen Strukturen ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen und nicht Gelder umzuverteilen und damit womöglich in den sportlichen Wettbewerb einzugreifen.

Wie unterstützt der DFB den Amateurfußball genau?

Die Organisation des Spielbetriebs und ein möglichst attraktives Wettbewerbsangebot sind im föderalen System des DFB die Kernaufgaben der Verbände und ihrer Kreise/Bezirke. Aufgabe des DFB ist es, den Landes- und Regionalverbänden Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren, für Synergien, Kosten- und Aufwandssenkungen zu sorgen, Anstöße und koordinierende Hilfen zur weiteren Entwicklung des Amateur- und Breitenfußballs zu geben.

Nicht eingerechnet in die finanziellen Aufwendungen für den Amateurfußball sind die Einsparungen, von denen Vereine durch Innovationen in der Spielverwaltung und -organisation seitens des DFB profitieren. Mit den Werkzeugen des DFBnet können Aufgaben wie Passanträge, Platzreservierungen, die Ansetzung der Schiedsrichter, die Verwaltung der Spielberechtigungen und Sperren komfortabel online erledigt werden. Organisierter Fußball ist auch deshalb preiswert, weil der DFB und die Landesverbände viele Leistungen übernehmen und damit die Vereine unterstützen. Darüber hinaus setzt sich der DFB erfolgreich und mit Nachdruck auf politischer Ebene für Verbesserungen im Sinne der Vereine und des Fußballs ein. Beispiele dafür sind die Änderung der Lärmschutzverordnung für Sportanlagen oder das Ehrenamtsstärkungsgesetz.

Auf dem DFB-Bundestag in Erfurt im November 2016 wurde beschlossen, die direkte finanzielle Förderung der Landesverbände von bisher fünf auf künftig acht Millionen Euro jährlich zu erhöhen. Diese Gelder sind an die Erfüllung gemeinnütziger Aufgaben gebunden. Darüber hinaus finanziert der DFB in vielfacher Hinsicht Projekte an der Basis wie beispielsweise:

Was ist der Masterplan Amateurfußball?

Auf Grundlage des Amateurfußball-Kongresses 2012 ist die Zukunftsstrategie Amateurfußball entstanden. Sie hat zum Ziel, dass der DFB, seine Landesverbände und die Kreise/Bezirke durch eine gezielte Zusammenarbeit die Vereine so wirksam unterstützen, dass das weltweit einzigartige, bundesweit flächendeckende Netz von Amateurklubs mit bezahlbaren Fußballangeboten erhalten und gestärkt wird. „Der Ursprung der Stärke des deutschen Fußballs ist die Arbeit an der Basis, die zu 95 Prozent in den Vereinen auf Kreis- und Bezirksebene geleistet wird. Dieses Fundament wollen wir stützen, dieses Fundament wollen wir schützen“, sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Auf dem DFB-Bundestag 2013 haben DFB, Landesverbände und Kreise einen gemeinsamen und verbindlichen Maßnahmenkatalog (Masterplan) gestartet. Im Kern beinhaltet der Masterplan Amateurfußball drei Handlungsfelder: Entwicklung des Spielbetriebs. Kommunikation. Vereinsservice.

Die ersten drei Jahre bescherten unter anderem 713 Vereinsdialoge und mehr als 7.000 Vereinsbesuche des DFB-Mobils. 3.200 fußballpraktische Kurzschulungen und 1.300 Kurzschulungen im Bereich Fußball-Management wurden für die Amateurvereine und ihre Mitarbeiter durchgeführt, mehr als 10.000 DFB-Junior-Coaches an Schulen ausgebildet. Die organisierten Spielangebote für den Ü-Bereich wurden ausgebaut, Futsal als offizielle Hallenfußball-Variante nach FIFA-Regeln fest in die Verbands- und Vereinsstrukturen integriert. Außerdem griff ein bundesweites Fairplay-Konzept - mit der Einführung der FairPlayLiga in den jüngsten Altersklassen als Bestandteil.

„Wir haben viel erreicht, daran wollen wir anknüpfen“, sagt Reinhard Grindel. Darum ist der Masterplan um drei Jahre bis 2019 verlängert worden. Im Fokus stehen vor allem direkte Hilfen für Vereine und ihre Mitarbeiter durch Informations-, Qualifizierungs- und Beratungsangebote.

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