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Schulfußball |29.05.2017|11:00

WM-Bronze für Schulfußballerinnen aus Jena

Erfolgreiche Reise nach Prag: Das Schulfußball-Team des Sportgymnasiums Jena erspielte sich bei der WM die Bronzemedaille. [Foto: Sportgymnasium Jena]

Als Sieger des Bundesfinals "Jugend trainiert für Olympia" 2016 waren die Fußballerinnen des Sportgymnasiums "Johann Christoph Friedrich Guths Muths" aus Jena erstmals für die im belgischen Antwerpen beheimate ISF (International School Sport Federation)-Schulfußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Diese fand vom 21. bis 29. Mai in Prag statt. Die Mädels aus Jena kehrten mit der Bronzemedaille aus der Hauptstadt Tschechiens zurück an die Saale in den Stadtteil Paradies.

Gespielt wurde in zwei Sechser-Gruppen, mit Viertelfinale, Halbfinale und Platzierung im Anschluss. 18 Mädchen der Jahrgänge 1999 bis 2001, allesamt vom USV Jena, darunter acht Auswahlspielerinnen des DFB, waren nominiert. Darunter auch die beiden frischgebackenen U 17-Europameisterinnen Stina Johannes im Tor und Verteidigerin Maren Marie Tellenbröker. Beide erlebten den Mai als besonders erfreulichen Wonnemonat: Erst EM-Gold U 17 mit dem DFB und wenige Tage später WM-Bronze mit ihrem Schulteam.

Der Erfolg mit dem Internat ist kein Zufall. Denn traditionell schneiden deutsche Teams bei diesem Wettbewerb gut ab. Die vom DFB zertifizierten Eliteschulen des Sports erweisen sich als echte Talentschmieden. Durch ihre enge Kooperation mit Vereinen der Frauen-Bundesliga haben sich dank exzellenter fußballerischer und schulisch wertvoller Ausbildung attraktive Modelle entwickelt, die etwa in Potsdam, Frankfurt und Jena längst unverzichtbar als Zulieferer qualifizierten Nachwuchses geworden sind.

So konnte das Sportinternat „Friedrich Ludwig Jahn“ aus Potsdam mit seinen Turbine-Talenten von Sportlehrer Jürgen Theuerkorn 2009 in der Türkei den Titel gewinnen und 2011 im brasilianischen Fortaleza diesen Triumph wiederholen. In Antalya dabei waren unter anderem die heutigen Bundesliga-Spielerinnen Jennifer Cramer (Turbine Potsdam), Sandra Starke (SC Freiburg) und Karoline Heinze (USV Jena) sowie Zweitligaspielerin Jalila Dalaf (BV Cloppenburg). Friederike Mehring war nach ihrer Potsdamer Internatszeit für ein International Business Studium in die USA gegangen und hat dort für Hofstra Pride aus Hempstead (New York) in der NCAA, Division 1, das Tor gehütet. Dahinter verbirgt sich die nationale studentische Liga mit ihrer Staffel an der Ostküste. Gerade erst hat die demnächst 24 Jahre alte Keeperin ihr Examen bestanden und wird in Berlin wird ab Juni bei einer Sportmarketing-Agentur arbeiten. 2007 holte Potsdam in Chile WM-Silber, davor 2005 in Dänemark Gold und 2003 in China schon einmal Silber. 2013 gab es Platz fünf in Frankreich.

"Das war klasse, wie die Mannschaft harmoniert und gespielt hat. Wir sind verdienter Dritter geworden"

2015 gelang den Mädchen des Frankfurter Carl von Weinberg Gymnasiums Platz drei durch ein 4:0 über Finnland im kleinen Finale in Retalhulea, Guatemala. 15 der 18 Mädels von Sportlehrer und Trainer Niko Arnautis spielten damals beim 1.FFC Frankfurt, drei bei der Frankfurter Eintracht. Sarah Sieber und Kim Olasson gehören heute zum Zweitligakader des 1.FFC. „Bibiane Schulze Solana hat beim FFC bereits die ersten Schritte im Erstligateam gemacht und Alexandra Emmerling bekommt zur neuen Saison einen Vertrag“, berichtet Arnautis. „Pauline Dallmann spielt derzeit bei Borussia Mönchengladbach und Melissa Friedrich bei Bayer Leverkusen.“

Zurück nach Prag: In der Vorrunde ging es für Jena in jeweils 60 Minuten gegen die Siegerschulen aus Brasilien, China, Indien, Dänemark und Österreich für die Spielerinnen der Coaches Dr. Michael Zahn und Steffen Beck, der auch Co-Trainer der Bundesliga-Frauen ist. „Wir wollen um eine Medaille spielen“, hatte Internatschef Zahn schon daheim als Ziel benannt. Sein Co-Trainer Steffen Beck lobte am Ende: „Das war klasse, wie die Mannschaft harmoniert und gespielt hat. Wir sind verdienter Dritter geworden.“

Gegen Österreich hieß es zum Auftakt 0:1 (0:0), Jenas Europameisterin Stina Johannes war in der 44. Minute bezwungen worden. Es folgten an Tag zwei das 13:0 (8:0) über China nach überlegen geführten Spiel und am Nachmittag ein 4:0 (1:0) mit aggressivem Pressing gegen den Samba-Fußball aus Brasilien. Bemerkenswert: Gegen China schoss U 16-Nationalspielerin Johanna Biermann vier Tore, darunter ein lupenreiner Hattrick in nur vier Minuten (7., 8., 10.). Tina Kremlitschka stand dem gegen Brasilien mit ihrem Hattrick (40., 50., 56.) nach dem Seitenwechsel kaum nach. Für die Pausenführung hatte Luca Graf gesorgt. Die hatte am Wochenende zuvor in der Frauen-Bundesliga debütiert, ist jetzt von DFB-Trainerin Maren Meinert für die U 19-Eliterunde der UEFA in Sachsen-Anhalt (6. bis 12. Juni) berufen worden.

Am dritten Spieltag war insbesondere Indiens Torhüterin Shiwani Rawat zu bedauern. Denn beim 34:1 (21:0) für Jena flogen ihr die Bälle nur so um die Ohren. Sandra Müller und Sarah Marie Richter trafen je sieben Mal. Hintergrund des Debakels: Indien hatte ein zu junges Team gemeldet. Deshalb wurden die Spiele nicht gewertet. Nationalspielerin Anna Lena Riedel: „Die sind erst zwölf oder 13 Jahre alt und einige spielen erst seit einem Jahr Fußball. Das eine Tor haben wir sie wegen des Fair Plays schießen lassen. Das hat sie sehr gefreut.“

Das abschließende 4:2 (4:0) über Dänemarks Champion führte Jena ins Viertelfinale gegen den Meister aus der Türkei. Beim 6:0 (2:0) war besonders Annalena Rieke, U 17-Europameisterin von 2016, als vierfache Torschützin nicht zu bremsen. Dieses Sixpack führte ins Halbfinale gegen Österreich und damit zur Chance, das 0:1 vom Turnierauftakt zu korrigieren. Doch erneut hieß es 0:1 (7.). „Der Gegner war klar besser“, bekannte Co-Trainer Beck, sodass es um Bronze ging.

Das Spiel um Platz drei gegen Brasilien endete 2:2, zunächst mit Jenas Führung durch Sandra Müller (8.), dann dem Rückstand (26., 41.) und dem Ausgleich durch Tina Kremlitschka (54.). Das Penaltyschießen schließlich sorgte für die Entscheidung. Was für ein Krimi: 6:5 für Jena nach acht Versuchen!

Bemerkenswert: Fünf Spielerinnen waren beim Finale gar nicht mehr dabei, weil sie zum Spiel der U 17 des USV Jena gegen SV Meppen abgezogen wurden, in dem es um die Endrundenteilnahme zur Deutschen Meisterschaft ging, die am 3. Juni beginnt. Dieses Spiel war dann aber doch des Guten zu viel. Es wurde 1:2 verloren.

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