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Frauenpower |25.04.2020|12:00

Wübbenhorst: "Alles basiert auf 5 Wörtern"

Wübbenhorst und die "Schwanzlänge": "Konter auf eine Fragestellung mit sexistischem Hintergrund"[Foto: imago]

Die angehende Fußball-Lehrerin Imke Wübbenhorst (31), die ab sofort die Sportfreunde Lotte in der Regionalliga West trainiert, macht nicht zum ersten Mal Schlagzeilen. Schon ihr Engagement beim damaligen Männer-Oberligisten BV Cloppenburg (Dezember 2018 bis Juni 2019), ihr Fußballspruch des Jahres ("Ich bin Profi und stelle nach Schwanzlänge auf") und zuletzt ihre "Hauptrolle" in einer ARD-Dokumentation ließen aufhorchen. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Wübbenhorst mit Mitarbeiter Ralf Debat über ihren neuen Job, ihre Leidenschaft für den Fußball und ihre Philosophie.

FUSSBALL.DE: Obwohl Sie nicht einmal die erste Trainerin in der Regionalliga West sind, war das Medienecho auf Ihren Amtsantritt bei den Sportfreunden Lotte sehr groß. Sie kannten das ja schon von Ihrer ersten Station im Männerfußball beim BV Cloppenburg. Wie sehr hat Sie das dennoch überrascht, Frau Wübbenhorst?

Imke Wübbenhorst: Wenn ich ehrlich bin, habe ich davon so gut wie gar nichts mitbekommen. Ich habe nichts gelesen, sondern bin sofort an die Arbeit gegangen. Es geht für mich darum, so schnell wie möglich alles kennenzulernen und damit zu beginnen, meine Vorstellungen bestmöglich einzubringen und umzusetzen.

Wie sind denn die Reaktionen in Ihrem persönlichen Umfeld ausgefallen?

"Bei den Jungs geht es meistens etwas rustikaler und lockerer zu. Sie können mit dem einen oder anderen Spruch, aber auch mit harten Ansagen oft besser umgehen"

Wübbenhorst: Es gab zahlreiche Glückwünsche, darüber habe ich mich auch sehr gefreut. Es waren allerdings zu viele, um sie alle beantworten zu können. Deshalb entschuldige ich mich an dieser Stelle schon mal bei allen, die noch nichts von mir gehört haben. (lacht)

Bei Ihrer Vorstellung stellten Sie besonders heraus, dass es in den Vertragsgesprächen "von Beginn an nur um Fußball ging". Warum war Ihnen das so wichtig?

Wübbenhorst: Weil ich als Fußballtrainerin wahrgenommen werden möchte. Nicht als Frau, die in eine vermeintliche Männerdomäne eindringt. Ich habe den Vereinsverantwortlichen meine Philosophie vorgestellt. Sie haben mir den Eindruck vermittelt, dass ich in Lotte längerfristig arbeiten und etwas aufbauen kann. Der Klub stellt unserem Trainerteam professionelle Strukturen zur Verfügung. Das war für mich ganz entscheidend.

Wie würden Sie denn Ihre Fußballphilosophie beschreiben?

Wübbenhorst: Alles basiert auf fünf Wörtern, die in der englischen Sprache mit dem Buchstaben "C" beginnen: Commitment, control, compact, confidence und conviction. Wenn man es möglichst kurz zusammenfasst, lässt sich sagen, dass eine gemeinsame Zielsetzung, die Identifikation mit der Aufgabe, die Kontrolle von Emotionen und Eigeninteressen, die Kompaktheit des Teams in Defensive und Offensive sowie Selbstvertrauen und Überzeugung wichtige Elemente für den Erfolg sind. Natürlich möchte ich - wie viele andere Trainer auch - möglichst attraktiven Fußball mit frühem Attackieren und viel Tempo spielen lassen. Noch viel wichtiger aber sind für mich die gerade genannten Prinzipien.

Wie sehr hat die Ausbildung zur Fußball-Lehrerin an der DFB-Akademie Ihre Arbeitsweise beeinflusst und verändert?

Wübbenhorst: Schon in einem hohen Maße. Klar, ich hatte schon einige Erfahrungen im Frauen- und Männerfußball gesammelt. Ich habe aber beispielsweise in Hennef gelernt, noch wesentlich strukturierter zu arbeiten und meine Ideen, die ich schon im Kopf hatte, zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Ich hatte Raum und Zeit, diese Ideen auszuformulieren und beispielsweise bei den praktischen Übungen auf dem Platz auch schon umzusetzen. Das hat mich definitiv als Trainerin weitergebracht.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Wübbenhorst: Mich hat vor allem fasziniert, wie man ein Spiel in viele kleine Einzelpunkte aufgliedern kann, um gezielt an bestimmten Dingen zu arbeiten und mögliche Defizite auszumerzen. Bei jedem einzelnen Punkt - ob nun Ballbesitz, Gegenpressing, Balleroberung, Dynamik, Tempo oder Konterspiel - wurde genau analysiert, warum das eine gut funktioniert, das andere aber nicht.

Im Lehrgang, der bis auf die Prüfungsphase abgeschlossen ist, sind Sie die einzige weibliche Trainerin. Wie ist der Umgang mit den Kollegen?

Wübbenhorst: Ich habe mich mit den 23 Jungs von Beginn an super verstanden, alle sind total nett. Wir hatten während der gesamten Zeit ein gutes Miteinander. Viele Kontakte, die dort geknüpft worden sind, werden mit Sicherheit bestehen bleiben.

In der ARD-Doku "Wo sind die neuen Klopps?" wurden Sie von der Journalistin Jessy Wellmer eng begleitet und regelmäßig befragt. Wie bewerten Sie diese Erfahrung?

Wübbenhorst: Es ging ja in erster Linie darum, die Trainerausbildung zu beschreiben. Nicht so sehr um ein persönliches Porträt. Dennoch war natürlich klar, dass ich als einzige Frau im Team dabei sein würde. Allein schon für die Quote. (lacht) Bei Dino Toppmöller spielte sein familiärer Hintergrund mit Vater Klaus eine wesentliche Rolle. Insgesamt haben wir mit einem sehr netten und hilfreichen Team zusammengearbeitet. Ich wurde beispielsweise nach London zu meinem Praktikum bei West Ham United oder zu RB Leipzig begleitet. Das war schon eine sehr gute und besondere Erfahrung.

Könnte es auch eine gute Vorbereitung auf Ihr angestrebtes Engagement als Profitrainerin sein?

Wübbenhorst: Am Anfang war es ein komisches Gefühl, häufiger vor der Kamera zu stehen. Da überlegt man sich schon, was man sagen sollte - und was besser nicht. Das war gerade für mich nicht leicht, denn ich habe früher schon häufiger mal spontan einen Spruch rausgehauen, bei dem ich mich dann später gefragt habe, ob das so richtig war. (grinst)

Sie spielen damit auch auf Ihren vielzitierten Fußballspruch des Jahres 2019 mit dem "Aufstellen nach Schwanzlänge" an. Mal ehrlich: Wie oft haben sie ihn schon bereut?

Wübbenhorst: Ich bereue ihn eigentlich immer nur dann, wenn ich bei einem Interview darauf angesprochen werde. (lacht) Es war ein Konter auf eine Fragestellung mit einem sexistischen Hintergrund. Nicht mehr und nicht weniger.

Im ARD-Film war oft von Ihrer großen Leidenschaft für den Fußball die Rede. Woher kommt die?

Wübbenhorst: In meiner gesamten Familie lieben alle den Fußball, das hat sicher eine wesentliche Rolle gespielt. In meinem ganzen Leben stand der Fußball für mich bei fast allen wichtigen Entscheidungen immer an erster Stelle. Daher bin ich mit 16 Jahren zu Hause ausgezogen, um für den Hamburger SV spielen zu können. Deshalb bin ich später nach Cloppenburg gewechselt und Trainerin geworden. Und deshalb habe ich mich auch als Lehrerin beurlauben lassen, um die Ausbildung zum Fußball-Lehrer absolvieren und jetzt professionell als Trainerin arbeiten zu können. Das war und ist mein großes Ziel.

Musste es unbedingt ein Engagement im Männerbereich sein oder hätten Sie sich beispielsweise auch eine Tätigkeit in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga vorstellen können?

Wübbenhorst: Selbstverständlich wäre das auch eine Möglichkeit, für die ich offen bin. Allerdings glaube ich schon, dass ich als Typ ganz gut zu einem Männerteam passe.

Wo sehen Sie die größten Unterschiede?

Wübbenhorst: Bei den Jungs geht es meistens etwas rustikaler und lockerer zu. Sie können mit dem einen oder anderen Spruch, aber auch mit harten Ansagen oft besser umgehen. Frauen sind schneller eingeschnappt. Und das Duschen dauert länger. (lacht) Was die Trainingsinhalte angeht, sind die Unterschiede aber gar nicht so groß.

Mit einer Festanstellung als Gymnasiallehrerin und Beamtin auf Lebenszeit hatten Sie bis zu Ihrer Beurlaubung berufliche Sicherheit. Hat Sie dieser Beruf nicht ausgefüllt?

Wübbenhorst: Eines vorweg: Lehrerin zu sein, ist ein supergeiler Beruf. Ich liebe es, mit Schülern zu arbeiten. Die Zuneigung kam auch zurück. Mir war wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt. Dennoch muss ich sagen, dass Fußball noch einmal wesentlich emotionaler für mich ist.

Haben Sie sich einen Zeitpunkt gesetzt, bis zu dem Sie den Durchbruch geschafft haben müssen?

Wübbenhorst: Mein Ziel war und ist es, mit dem Job als Trainerin mein Geld zu verdienen. Die Sportfreunde Lotte geben mir jetzt die Chance dazu. Darauf konzentriere ich mich voll und ganz. Was vielleicht später einmal in der Zukunft passiert, ist mir jetzt wirklich egal.

Wegen der Corona-Krise mussten die Abschlussprüfungen zur Fußball-Lehrerin verschoben werden. Warum sind Sie dennoch sofort und nicht erst zur nächsten Saison bei den Sportfreunden Lotte eingestiegen?

Wübbenhorst: Es war mein Wunsch, sofort zu beginnen. Schließlich habe ich so auch eine wesentlich bessere Möglichkeit, das Team nach meinen Vorstellungen zusammenzustellen. Ich kann die verschiedenen Spieler und Typen in Ruhe kennenlernen.

Ihr Start als neue Trainerin wird allerdings wegen der Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs maßgeblich beeinflusst. Noch wissen Sie nicht, wann Sie Ihr komplettes Team vor sich haben werden. Wie gehen Sie damit um?

Wübbenhorst: Aktuell können wir vor Ort nicht einmal in Kleingruppen trainieren, da alle Sportanlagen in Lotte nach wie vor gesperrt sind. Schließlich steht die Gesundheit an erster Stelle - und der Fußball rückt erst einmal in den Hintergrund. Wir werden jedoch das Beste aus der Situation machen und zunächst mit jedem einzelnen Spieler sprechen.

Wie nehmen Sie Kontakt auf?

Wübbenhorst: Das ist heutzutage doch kein Problem. Es gibt schließlich Telefon, Skype, oder Facetime. Auch Videokonferenzen mit dem gesamten Team sind denkbar. Zunächst aber möchte ich vor allem Einzelgespräche führen, um auch individuell auf jeden Spieler eingehen und ihm meine Vorstellungen erläutern zu können.

Wie gut sind Sie bereits über die Regionalliga West informiert?

Wübbenhorst: Da bin schon ganz gut drin. Mit Cheftrainer Enrico Maaßen vom SV Rödinghausen sowie den beiden Co-Trainern Martin Heck von der U 21 des 1. FC Köln und Alexander Ende von der U 23 von Borussia Mönchengladbach sind ja auch drei Kollegen aus dem Fußball-Lehrer-Lehrgang in der West-Staffel tätig. Außerdem hatte ich mir schon vor meinen Gesprächen mit den Sportfreunden Lotte einige Abende und Nächte mit zahlreichen Videos aus allen möglichen Ligen um die Ohren geschlagen.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Wübbenhorst: Ganz klar: Mit allen Jungs auf dem Platz arbeiten zu können, sobald es die gesundheitliche Situation zulässt. Darauf habe ich richtig Bock.

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