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Familienbande |19.03.2017|08:30

Ziege-Sohn Alessandro: Wuppertal statt Malle

Dem Vater auf der Spur: Alessandro und Christian Ziege. [Foto: Fotos Getty, imago; Collage FUSSBALL.DE]

„Malle ist nur einmal im Jahr“, weiß nicht nur Schlagersänger Peter Wackel, sondern ist auch das Motto unzähliger Amateurfußballer, die nach Saisonschluss am „Ballermann“ oder in Cala Ratjada die Mannschaftskasse auf den Kopf hauen. Für Christian Ziege war „Malle“, Einheimischen auch als Mallorca bekannt, nicht nur einmal im Jahr, sondern das ganze Jahr. Der Europameister von 1996 war seit November 2015 Trainer des spanischen Drittligisten Atlético Baleares, wurde allerdings just am Dienstag beim Klub aus der Inselhauptstadt Palma entlassen. Nun hat der 45-Jährige wieder mehr Zeit für seinen Sohn Alessandro, Nachwuchstalent beim Wuppertaler SV – die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Alessandro Ziege ist nämlich in der Heimat geblieben, als seine Eltern auf der Deutschen Lieblingsinsel gezogen sind. Der 19-Jährige spielt derzeit in der A-Jugend des Wuppertaler SV, lebt aber bereits seit seinem 17. Lebensjahr alleine in einer Wohnung Bochum, wo er vorher beim VfL am Ball war. „Nachdem ich in der letzten Saison wegen eines Innen- und Außenbandrisses im Sprunggelenk lange verletzt pausieren musste, war der Schritt von Bochum nach Wuppertal genau richtig für mich“, sagt Alessandro Ziege. „Trainer Christian Britscho kannte ich ja schon aus Bochum, er hat mich vom Wechsel zum WSV überzeugt. Für mich ist wichtig, im letzten Juniorenjahr viel Spielpraxis sammeln zu können. Ich fühle mich in Wuppertal sehr wohl und denke, dass ich ganz gut in Form bin.“

Mit den Bergischen mischt er zwar in der höchsten Klasse mit, der A-Junioren-Bundesliga West , dort trifft er auf Top-Jugendteams wie Spitzenreiter Schalke 04, Borussia Dortmund oder seinen Ex-Klub Bochum, allerdings spielt die erste Mannschaft des WSV „nur“ in der Regionalliga. Für Alessandro Ziege eher ein Vor- statt ein Nachteil, denn dort könnte er sich gut an das Niveau im Herrenfußball gewöhnen. „Ich würde mich freuen, wenn ich hier in Wuppertal die Chance bekäme, weiter auf hohem Niveau Fußball zu spielen“, sagt der Linksfuß. „Die Regionalliga ist für einen jungen Spieler doch sehr reizvoll.“ Natürlich hat er den Traum, Profi zu werden wie sein Vater, aber „ob der einmal Realität wird, ist schwer vorherzusagen“.

Vater als Ratgeber

"Auf dem Platz sind gewisse Ähnlichkeiten nicht zu übersehen sind. Ich spiele ebenfalls hinten links, habe meine Stärken sicher im Spielaufbau und auf dem Weg nach vorne"

Alessandro Ziege weiß, dass nur die Top-Talente den Sprung aus der Jugend- in die „große“ Bundesliga schaffen. Möglicherweise hat er diesen schon verpasst, doch auf der anderen Seite lassen späte Karrieren wie früher die von Miroslav Klose oder heute dem Kölner Nationalspieler Jonas Hector immer Raum für Hoffnungen. Sein Vater Christian hingegen, in Berlin geboren und in der Jugend bei Südstern 08, TSV Rudow und Hertha Zehlendorf am Ball, spielte schon mit 18 Jahren für Bayern München. Mit 72 Einsätzen für die deutsche Nationalelf, gekrönt vom EM-Gewinn 1996 im Londoner Wembley-Stadion, sowie 198 Bundesligapartien für den deutschen Rekordmeister sowie für Borussia Mönchengladbach ist er natürlich ein Vorbild für Alessandro. „Ich habe ihn ja auch noch aktiv spielen sehen, als er in Mönchengladbach beziehungsweise Tottenham war“, erinnert sich der Ziege-Filius.

Zwar sei sein Vater ein wichtiger Ratgeber im Fußball, allerdings möchte Alessandro Ziege auch im Sport lieber auf eigenen Beinen stehen. Ständige Vergleiche mit dem berühmten Papa muss er nicht haben – „auch wenn auf dem Platz gewisse Ähnlichkeiten nicht zu übersehen sind“, wie Alesandro Ziege zugibt: „Ich spiele ebenfalls hinten links, habe meine Stärken sicher im Spielaufbau und auf dem Weg nach vorne.“

Für ihn geht es am Sonntag mit einem Heimspiel gegen Preußen Münster weiter. Ein Duell auf Augenhöhe, der Tabellenzwölfte empfängt den nur vier Punkte besseren Neunten. Nachdem die Wuppertaler am vorigen Sonntag mit einem 2:0 bei Fortuna Düsseldorf eine schwarze Serie von 17 Spielen in Folge ohne Sieg endlich knacken konnten, soll der nächste Dreier her. Im Kampf um den Klassenerhalt warten nämlich dann noch schwere Brocken wie Gladbach, Dortmund und Schalke auf den WSV. Alessandro Ziege muss dann in Topform sein – womöglich mit seinem Vater, dem Europameister, als Motivator unter den Zuschauern.

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