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WM 2010

Gelingt van Marwijk der große Wurf?

03.12.2009, 17:11 Uhr

Der frühere Dortmund-Trainer van Marwijk. (Foto: imago) Der frühere Dortmund-Trainer van Marwijk. (Foto: imago)„Ohne Holland, fahr‘n wir zur WM“ - was hatten wir einen Spaß im Sommer 2002. Noch einmal wollten unsere Nachbarn aber nicht zu unserer Belustigung beitragen. Oranje hatte das WM-Ticket 2010 schon längst sicher, als in Deutschland kurzzeitig das Schreckgespenst Relegation die Runde machte.

In Südafrika gehört die große Fußballnation Holland mal wieder zu den absoluten Topfavoriten auf den Titelgewinn.

Die Qualifikation

Der Weg nach Südafrika verlief dieses Mal für die Elftal besonders beschwerdefrei. Mit acht Siegen aus acht Spielen marschierte das Team förmlich durch die Qualifikation. Norwegen, Schottland, Mazedonien und Island stellten allesamt keine Hürden dar. Nicht einmal nachdem das WM-Ticket bereits am 6. Juni 2009 längst gelöst war, leistete sich Oranje einen Ausrutscher. Die Tordifferenz von 17:2 spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Selbst die Rücktritte der Routiniers Edwin van der Saar (der zwischendurch ein Mini-Comeback feierte) und Ruud van Nistelrooy stellten für die Holländer kein Problem dar.

 

Der Trainer

Auf der Bank der Holländer sitzt ein alter Bekannter aus der Bundesliga: Bert van Marwijk, der frühere Trainer von Borussia Dortmund. Schon zu Zeiten beim BVB wurde er von der „Bild“-Zeitung gerne als Holland-Berti tituliert - da wusste das Blatt wohl mal wieder vorher Bescheid. Van Marwijk krönt mit dem Job als Bondscoach seine Karriere, die 1982 als Jugendtrainer im Maastricht begann, und 2002 bei Feyenoord Rotterdam mit dem Gewinn des Uefa-Pokals seinen bisherigen Höhepunkt fand. In Dortmund zeichnete van Marwijk vor allem aus, dass er immer wieder erfolgreich Nachwuchsspieler an den Profikader heranführte. Als Nachfolger von Marco van Basten im Nationalteam ging er auch mal den umgekehrten Weg und überredete einen Oldie zum Comeback: Mark van Bommel - seinen Schwiegersohn.

Der Star

Seit Jahrzehnten bringt der holländische Fußball großartige Spieler hervor. Auch aus dem aktuellen Kader könnte man locker fünf, sechs Stars nennen. Giovanni van Bronckhorst, Rafael van der Vaart, Arjen Robben, Klaas-Jan Huntelaar, Robin van Persie. Nach der schweren Verletzung von Arsenals van Persie sticht aber einer hervor: Dirk Kuyt, der Stürmer vom FC Liverpool. Der 29-Jährige Angreifer hat zwar nicht die spielerische Klasse eines van der Vaart oder die Leichtigkeit eines Huntelaar, aber im Gegensatz zu seinen beiden Mitspielern hat sich Malocher Kuyt bei einem Spitzenklub durchgesetzt. 18 Millionen Euro zahlte Liverpool 2006, um Hollands frisch gebackenen Fußballer des Jahres auf die Insel zu locken. Seitdem hat er in über 100 Einsätzen und mit über 30 Toren seinen Wert für die Reds bewiesen. Kuyt verfügt über die nötige Robustheit, um in der Premier League zu bestehen und über einen starken Torinstinkt. Er ist flexibel einsetzbar, die größte Gefahr entwickelt er in jüngster Zeit als Rechtsaußen. Auch in der holländischen Nationalmannschaft hat sich Kuyt nach Anlaufschwierigkeiten etabliert und schon über 50 Einsätze auf dem Buckel. Falls er mal abheben sollte, würde Kuyt von seiner Frau Getrude bestimmt geerdet. Trotz des üppigen Fußballergehalts ging sie bis zur Geburt ihres ersten Kindes weiter als Altenpflegerin arbeiten. Kuyt hat zudem eine Stiftung gegründet, die sich um benachteiligte Kinder kümmert.

Die Aussicht

Die Mannschaft Hollands. (Foto: dpa) Die Mannschaft Hollands. (Foto: dpa)Zu welchen Leistungen das holländische Team fähig ist, hat es in der Vorrunde der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz eindrucksvoll gezeigt. Das 3:0 über Weltmeister Italien und das 4:1 über Vizeweltmeister Frankreich bleiben allen Fußballfans wohl lange in Erinnerung. Auch die Engländer hatte das Team 2009 am Rande eines Debakels. Doch in diesem Freundschaftsspiel, das letztlich 2:2 endete, offenbarte sich die Schwachstelle von Oranje. Die spielstarke, technisch versierte Mannschaft kann selbstverliebt sein, und in der Abwehr ist sie alles andere als weltmeisterlich besetzt. Der Ausfall von van Persie ist eine große Hypothek. Trotzdem ist Holland mindestens ein Kandidat für das Viertelfinale.

 

Holland im Überblick:

Spitzname

Oranje, Elftal

Trainer

Bert van Marwijk

Kapitän

Giovanni van Bronckhorst

Größter Erfolg

Vizeweltmeister 1974, 1978, Europameister 1988

FIFA-Weltranglistenplatz

3

Bisherige WM-Teilnahmen

8

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland


Quelle: FUSSBALL.DE

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