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WM 2010

Die Super Eagles wollen ein Zeichen setzen

03.12.2009, 17:11 Uhr

Obi Mikel (r.) im Duell mit dem Ghanaer Anthony. (Foto: imago) Obi Mikel (r.) im Duell mit dem Ghanaer Anthony. (Foto: imago)Das Desaster von 2006 ist vergessen. Vier Jahre nach dem überraschenden Scheitern in der WM-Qualifikation an Außenseiter Angola melden sich die Super Eagels auf der Weltbühne des Fußballs zurück. Bei seiner mittlerweile vierten Turnier-Teilnahme will der Olympiasieger von 1996 endlich den Sprung ins Viertelfinale schaffen.

Dabei sieht es sich in der Heimat großem Druck ausgesetzt, wenn man Trainer Shaibu Amodu glauben mag:"Die Menschen in Nigeria wollen unbedingt, dass wir 2010 ein Zeichen setzen."

 

 

Die Qualifikation

In der ersten Gruppenphase hatte Nigeria keinerlei Schwierigkeiten. Gegen Sierra Leone, Südafrika (das aufgrund des Afrika Cups mitspielte) und Äquatorialguinea holten die Super Eagles sechs Siege aus sechs Spielen und kassierten nur einen einzigen Gegentreffer. In der zweiten Phase war die Konkurrenz schon stärker. Zwar blieb Nigeria erneut ohne Niederlage, aber 3 Siege und 3 Remis bei 9:4 Toren waren alles andere als souverän. Erst ein 3:2 am letzten Spieltag in Kenia und die gleichzeitige Schützenhilfe von Mosambik mit einem 1:0 über den großen Rivalen Tunesien bescherte die glückliche Qualifikation. Umjubelter zweifacher Torschütze war Wolfsburgs Obafemi Martins.

 

 

Der Trainer

Lars Lagerbäck. (Foto: imago)Lars Lagerbäck. (Foto: imago)Lars Lagerbäck wurde nur wenige Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft 2010 als Nationaltrainer Nigerias verpflichtet. Für den 61-jährigen Schweden sind die "Super Eagles" die erste Mannschaft außerhalb seines Heimatlandes. Lagerbäck sammelte Erfahrungen als Klubtrainer, bevor er von 1990 bis 1995 Schwedens U-21-Auswahl betreute. 1996 übernahm er die B-Nationalmannschaft, zwei Jahre später wurde er Assistent von Chefcoach Tommy Söderberg. Nach einer beeindruckenden Qualifikation für die Europameisterschaft 2000 wurde er überraschend befördert und war nun gleichrangig mit Söderberg für die Geschicke der Nationalelf verantwortlich. Nachdem das Team in einer schwierigen Qualifikationsgruppe für Südafrika 2010 hinter Dänemark und Portugal nur den dritten Platz belegt hatte, trat Lagerbäck zurück.

 

 

Der Star

Von allen Spielern Nigerias, die derzeit in Europas Topklubs spielen, hat ohne Zweifel John Obi Mikel vom FC Chelsea das meiste Talent. Bei der U-20-WM 2005 führte er Nigeria zur Silbermedaille und wurde zum zweitbesten Spieler gekürt - hinter Argentiniens Lionel Messi.2006 hatten mehrere Klubs ein Auge auf Obi Mikel geworfen, der auf Kosten von Chelsea London ein Jahr lang bei Lyn Oslo in Norwegen ausgebildet wurde. Der Spieler unterzeichnete gleich mehrere Verträge, und hätte Ligakonkurrent Manchester United sich nicht mit 18 Millionen Euro auszahlen lassen, hätte die FIFA den Nigerianer bis zu zwei Jahre sperren können. Nun hat er in London sein Glück gefunden. Der 22-Jährige ist ganz nah dran am Stammplatz im Starensemble der Blues. In den letzten drei Spielzeiten sammelte der defensive Mittelfeldspieler immerhin 85 Liga-Einsätze. Chelsea sieht in ihm über kurz oder lang den Nachfolger von Michael Essien und stattete den 1,88-Meter-Mann jüngst mit einem verbesserten Vertrag bis 2014 aus.

 

 

Die Aussichten

Seit der letzten WM-Teilnahme 2002 hat Nigeria einen grundlegenden Generationswechsel vollzogen. Vor allem in der Offensive verfügen die „Brasilianer Afrikas“ über großes Potenzial. Was Wolfsburgs Martins und der Hoffenheimer Chinedu Obasi können, ist keinem Bundesliga-Fan verborgen geblieben. Im Mittelfeld ist Jon Obi Mikel aber oft auf sich alleine gestellt. In der Qualifikation stand die Abwehr relativ gut, aber bei der WM dürften doch größere Herausforderungen auf die Super Eagles zukommen. Vielleicht hilft ja ein Bundesliga-Profi. Trainer Amodu will Hamburgs Außenverteidiger Dennis Aogo zu einem Einsatz für die Heimat seines Vaters überreden, obwohl er schon in DFB-Jugendteams gespielt hat.

Nigeria im Überblick:

Spitzname

Super Eagles

Trainer

Shaibu Amodu

Kapitän

Größter Erfolg

Afrikameister 1980, 1994

FIFA-Weltranglistenplatz

22

Bisherige WM-Teilnahmen

2

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland


Quelle: t-online.de

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