27.02.2010, 11:02 Uhr
Aus Ludwigshafen berichten Markus Polak und Jörg Runde
Arminia-Spieler Marcel Tauche (l.) kommt nicht an Alexander Haferstroh vorbei. (Foto: Holger Bachmann)Im VIP-Raum des Ludwigshafener Südweststadions roch es nach Gyros, Fleischkäse und Bratwurst. Bierflaschen wanderten über den Tresen, klirrende Whiskey-Cola-Gläser durchdrangen das Stimmengewirr. Kurpfalz-Musik-Größe Sten spielte "Hotel California" live und als er eine Pause brauchte, stimmte Kapitän Lennart Göller ein fröhliches "Super-Arminia" an. Und der gesamte Raum grölte begeistert mit. Es hätte ein perfekter Abend für die fröhliche Fußball-Gemeinschaft des Verbandsligisten werden können, wäre da nicht die 1:3-Niederlage von Arminia 03 im Lokalduell mit dem Ludwigshafener SC gewesen. "Dass wir ausgerechnet in unserem Spiel des Jahres eine so schlechte Leistung abliefern, tut natürlich weh", sagte Göller und gönnte sich einen Schluck Bier. "Einen solchen Rahmen bekommen wir so schnell nicht wieder geboten."
Video Spiel des MonatsFC Arminia 03 - Ludwigshafener SC
1200 Zuschauer hatten den Weg in das einstige Bundesliga-Stadion des SV Waldhof Mannheim gefunden. Noch nie zuvor gab es ein 6.Liga-Spiel in der Arena. "Die Kulisse und das ganze Drumherum, hat den einen oder anderen von uns wohl etwas gehemmt", analysierte Göller später. Trainer Franco De Simone ergänzte fachlich nüchtern: "Wir waren zu weit weg von den Gegenspielern und haben den LSC zum Kontern eingeladen." Michael Gandert, Erik Rehhäußer und Benjamin Bischoff nutzten die Defensiv-Schwächen der Gastgeber eiskalt aus. Für die Arminia blieb nur der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Toptorjäger Marc Lautenschläger. Mit 18 Treffern bleibt Lautenschläger der treffsicherste Angreifer der Verbandsliga Südwest, für den 31-Jährigen aber ein schwacher Trost: "Ich wäre mit meinen Jungs gerne in die Spitzegruppe gerückt", sagte er enttäuscht.
So bleibt der Arminia weiterhin nur der solide Mittelfeldplatz acht, der LSC hingegen kletterte an die Tabellenspitze. "Wir sind im Moment die Nummer eins in Ludwigshafen und in der Liga. Das soll so bleiben", kündigte Torschütze Bischoff an, ehe es mit der gesamten Mannschaft zur Siegesparty in einen Mannheimer Club ging. Bis in die Morgenstunden wurde gefeiert. Und auch bei der Arminia ging es lang. Um 0.30 schloss Klub-Manager Markus Impertro das Südweststadion ab, in der Vereinsgaststätte "Goal" wurde noch bis fünf Uhr diskutiert. Und bei allem Ärger über die Niederlage sind sich, so berichtet Impertro, alle einig gewesen: "Es war ein Riesenerlebnis."
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