28.07.2010, 19:03 Uhr | dpa
Muslime dürfen zukünftig im Ramadan ohne Gewissensbisse essen. Auch Muffins. (Foto: imago)
Muslimische Profifußballer dürfen im Ramadan das Fasten unterbrechen. Darauf einigten sich der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), die Deutsche Fußball Liga (DFL), der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der FSV Frankfurt nach einem Treffen. Ausgelöst hatte die Debatte der Zweitligist: Die Spieler Soumaila Coulibaly, Pa Saikou Kujabi und Oualid Mokhtari hatten im Oktober vergangenen Jahres eine Abmahnung erhalten, weil die gläubigen Muslime während des Ramadan gefastet hatten.
Die Frankfurter hatte extra einen Passus in die Verträge einfügen lassen, wonach dies ohne ausdrückliche Genehmigung des Vereins nicht erlaubt ist. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und die Dachverbände DFL und DFB auf den Plan gerufen. "Den Vereinen, wie auch den Spielern ist damit sowohl im arbeitsrechtlichen wie im theologisch rechtlichen Sinne Rechtssicherheit verschafft worden", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seiffert.
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Das Ergebnis wird den Bundesliga-Klubs in mehrsprachiger Ausführung zur Verfügung gestellt. Der ZMD hatte Vertrauensgespräche mit den Spielern und Funktionären angeboten und zudem ein theologisches Gutachten eingeholt. Die Expertise erlaube den muslimischen Profifußballern nun ohne Schuldgefühle sowohl ihren Beruf, wie auch ihren religiösen Pflichten nachzugehen.
"Der muslimische Profi kann die Fastentage in der spielfreien Zeit nachholen und erweist somit Gott und dem heiligen Monat Ramadan weiterhin die Ehre und den Respekt", sagte Aiman Mazyek, Generalsekretär des ZMD. "Da der Profifußball-Beruf der existenziellen Absicherung der Familie dient, gelten hier für den Muslim wie bei anderen Berufen, wo körperliche Schwerstarbeit verlangt wird, Erleichterungen und Ausnahmeregelungen."
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"Wir begrüßen sehr, dass nun eine Regelung gefunden wurde, welche gestattet, dass Spieler professionell ihrer hochleistungssportlichen Arbeit nachgehen können und dabei vollumfänglich ihren Glauben leben dürfen", sagte FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig.
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Quelle: dpa
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