12.11.2012, 17:12 Uhr | dpa
Rene Adlers Leistungen beim HSV ebnen ihm den Weg zurück in den DFB-Kader. (Quelle: imago)
Ruhig, fast ein bisschen in sich gekehrt, sitzt Rene Adler in seinem blauen Trainingsanzug auf dem Pressepodium in Amsterdam. Es scheint, als könne es der Torwart selbst noch nicht so richtig glauben, dass er wieder den Bundesadler auf der Brust trägt. Zwei Jahre hat der Schlussmann auf diesen Augenblick warten müssen - und im Moment des Comebacks präsentiert sich der Neu-Hamburger als gereifter Sportsmann. Bereit, das Gewesene zu reflektieren, aber auch, den Moment zu genießen.
An Rücktritt habe er gedacht, verrät Adler. "Vor einem halben Jahr war ich einem Karriereende relativ nah", sagte der Torwart bei der Rückkehr in die DFB-Auswahl.
Adler steht für das Länderspiel in den Niederlanden am Mittwoch (ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker) erstmals nach dem 0:0 in Schweden vor genau zwei Jahren wieder im Aufgebot. Eine Rippenverletzung hatte ihn zuvor um die WM-Teilnahme als Nummer eins gebracht. Er verlor die Position an Manuel Neuer. Auch bei seinem damaligen Klub Bayer Leverkusen rutschte er ins zweite Glied.
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Es folgte der lange Kampf zurück in den Profisport. In dieser Saison schaffte es der zehnmalige Nationalspieler durch gute Leistungen beim Hamburger SV auch zurück ins Nationalteam. "Ich freue mich, dass er die Bestätigung bekommt und auch ein Vorbild ist für andere Spieler", sagte Teammanager Oliver Bierhoff.
Adler blickt längst über den Tellerrand hinaus; postete zum dritten Todestag von Robert Enke seine Erinnerungen an den Torwart-Kollegen bei Facebook. "Wir sind Sportler, aber auch Menschen. Jeder hat seine Probleme", sagte er nun.
Adler hatte Probleme genug. "Ich war nicht so größenwahnsinnig, aus der Reha, aus dem Krankenhaus von der Nationalmannschaft zu träumen", berichtete der 27-Jährige. "Wenn ich mir vorstelle, dass ich dem Gedanken nahe war, überlegt habe: 'Was machst du, studierst du?' Da war der Traum von der Nationalmannschaft weit weg", sagte er.
Zu große Ansprüche will er in der DFB-Auswahl nicht stellen. Sein Verhältnis zu Nachfolger Neuer sei kollegial. "Ich kann mich nicht hier hinstellen und sagen, der Kampf um die Nummer eins ist eröffnet", sagte er. Bei einem möglichen Teilzeiteinsatz werde er aber "jede Minute, jede Sekunde genießen", sagte Adler.
Seinen Beitrag zu einem Erfolg gegen die Niederlande will er auch aus Eigeninteresse leisten. Eine Wette mit HSV-Teamkollege Rafael van der Vaart läuft. Bei einem deutschen Sieg muss der Niederländer ein Deutschland-Trikot tragen. Gewinnt Holland, zieht Adler ein Oranje-Trikot an, so die Abmachung. "Ich bin überzeugt, dass ich es nicht anziehen werde", sagte Adler.
Quelle: dpa
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