20.02.2013, 15:56 Uhr | dfb.de, FUSSBALL.DE
RWO-Routinier Mike Terranova (re.) im Spiel gegen den FC Schalke II. (Quelle: revierfoto/imago)
23. April 2011: Rot-Weiß Oberhausen gewinnt in der 2. Bundesliga 2:0 gegen den Karlsruher SC. Es war der letzte Sieg der "Kleeblätter" in Liga zwei. Er liegt nicht einmal zwei Jahre zurück. In der Gegenwart kämpft Rot-Weiß in der viertklassigen Regionalliga West um den Klassenverbleib.
Es geht nicht nur darum, den dritten sportlichen Abstieg in Folge zu verhindern. Es geht auch um das finanzielle Überleben des Traditionsvereins, der einst mit Lothar Kobluhn (24 Treffer in der Saison 1970/71) sogar in der Bundesliga den Torschützenkönig stellte. Nur im Falle des Verbleibs in der 4. Liga können die vor wenigen Tagen vorgestellten Zukunftsvisionen der Oberhausener in die Tat umgesetzt werden.
Sturm-Routinier Mike Terranova, der bei RWO seit 2006 sämtliche Höhen und Tiefen mitgemacht hat (zwei Auf- und zwei Abstiege), verbreitet trotz aller Probleme Zuversicht und blickt optimistisch in die Zukunft. "Nach einer so langen Zeit im Verein ist es ganz selbstverständlich, dass mein Herz an RWO hängt", betont der 36-Jährige. "Ich mache mir aber keine Sorgen um den Verein, weil ich die Verantwortlichen kenne und weiß, was sie können. Der Vorstand hat mit seiner öffentlichen Bestandsaufnahme alle Spekulationen beendet und damit auch für Ruhe gesorgt." Ruhe, die die Rot-Weißen im Rennen um den Klassenverbleib dringend benötigen.
Schließlich sind die zukünftigen Ziele ehrgeizig: In der kommenden Saison wird die weitere Konsolidierung im oberen Tabellenmittelfeld der Regionalliga angestrebt. Dafür soll der aktuelle Kader zu großen Teilen gehalten und nur durch wenige externe Zugänge (maximal vier) verstärkt werden. Wichtige Leistungsträger sollen aus dem eigenen Nachwuchsbereich kommen. 2014/2015 wollen die Oberhausener dann wieder angreifen, um die Spitzenplätze und damit um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielen - so weit die Theorie.
Sportliche Voraussetzung ist der Klassenverbleib in der aktuellen Spielzeit. Die Mannschaft von RWO-Trainer Peter Kunkel, der in den Oberhausener Zukunftsplanungen eine zentrale Rolle spielt, hat gerade einmal einen Zähler Vorsprung auf die Gefahrenzone. Ein erneuter Abstieg würde wohl das Aus für den Ruhrgebietsklub bedeuten.
"Wir könnten unsere Verbindlichkeiten dann nicht mehr zurückführen", sagt RWO-Präsident Hajo Sommers. "Die A- und B-Junioren-Mannschaften müssten wir in diesem Fall aus dem Spielbetrieb der Bundesliga nehmen. Deshalb sind wir jetzt zum Erfolg verdammt, um unsere Zukunftsvision wahr werden zu lassen."
Kurzfristig müssen die Rot-Weißen eine Liquiditätslücke in Höhe von 200.000 Euro schließen. Wegen der schwachen sportlichen Leistungen in der Drittliga-Saison 2011/2012 und damit verbundenen finanziellen Ausfällen musste RWO einen Vorgriff von 650.000 Euro auf die aktuelle Spielzeit tätigen. "Diese Summe konnte bisher trotz erheblicher Einsparungen noch nicht komplett kompensiert werden", so Sommers.
Quelle: dfb.de, FUSSBALL.DE
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