16.09.2011, 11:16 Uhr
3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, gar 7:0 gegen den SC Freiburg und nun 2:0 beim FC Villarreal. Keine Frage, der FC Bayern München hat im Moment einen sagenhaften Lauf. Und wie schon in der Vergangenheit ist der Erfolg des Rekordmeisters untrennbar mit zwei Namen verknüpft: Franck Ribéry und Arjen Robben - mit dem feinen Unterschied, dass der Niederländer in keinem von diesen Spielen auf dem Platz stand. Das musste er auch nicht, denn Ribéry scheint derzeit in der Form seines Lebens zu sein.
Der Franzose hat entscheidenden Anteil daran, dass die Tormaschine des FC Bayern momentan auf Hochtouren läuft. Kein anderer Bundesliga-Spieler hat so viele Ballkontakte in der gegnerischen Hälfte wie der 28-Jährige, drei Tore und zwei Vorlagen in fünf Bundesligaspielen sprechen eine deutliche Sprache. Beim glanzvollen Champions-League-Auftritt beim FC Villarreal kam nun eine weitere Torvorlage dazu.
Seine Vorstellung verzauberte sogar die spanische Presse. "Was Villarreal auch tat, es war vergebens - der Ball war immer bei den Bayern, und der, der ihn am zärtlichsten behandelte, war Ribéry", schwärmte "El Pais" "Mit preußischer Präzision" habe der Flügelflitzer den gelben U-Booten "eine Fußball-Lektion erteilt", jubelte "Marca".
In der Tat, das gesamte Team profitiert von Ribéry: Dass er Mittelfeldkollegen wie Toni Kroos durch sein Passspiel gut aussehen lässt, oder dass er hilft, die Trefferquote von Stürmer Mario Gomez weiter in Gerd Müllersche Dimensionen zu schrauben. So betonte Gomez gegenüber der "Süddeutschen" auch ganz bescheiden, dass es am wichtigsten sei, "wie die Tore herausgespielt werden. Wenn einer besser steht, dann legt im Moment jeder ab."
Nicht nur Torgefahr auszustrahlen, sondern auch ein Auge für den Mitspieler zu haben - das ist eine Qualität, die er seinem verletzten Kollegen voraus hat. Arjen Robben verfolgt die Galawochen Ribérys wegen seiner Schambeinentzündung nur von der Tribüne. Wann Robben wieder eingreifen kann, ist ungewiss. "Es wird besser, aber eine Prognose für eine Rückkehr macht keinen Sinn", sagte Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt unlängst der "Abendzeitung München". Und da es sportlich trotzdem mehr als rund läuft beim FC Bayern, erscheint der eigentlich Unentbehrliche plötzlich entbehrlich geworden zu sein.
"Robben spielt unglaublich eigensinnig", erklärte sein Ex-Trainer Bernd Schuster im "Sport1-Doppelpass". "Dem ist eigentlich manchmal ganz egal, wo der Gomez steht, wo der Ribéry steht, wo der Müller steht." Der FC Bayern eine bessere Mannschaft ohne ihren holländischen Flügelstar? FCB-Manager Christian Nerlinger rudert dem entgegen. "Um unsere hoch gesteckten Ziele zu erreichen, brauchen wir einen fitten Arjen - da gibt es keine zwei Meinungen", sagte er der "Bild".
Im Moment scheint das Team jedenfalls noch gut ohne den 27-Jährigen auszukommen: Selbst die Tatsache, dass sich Super-Knipser Gomez mit Leistenproblemen auszufallen droht, scheint Jupp Heynckes keine Sorgenfalten auf der Stirn zu bereiten. Denn auf die Frage, wer ihn ersetzen könnte, gibt es im Moment nur eine Antwort: "Dann spielt halt Franck Ribéry Mittelstürmer", sagte der Coach.
Quelle: sid , FUSSBALL.DE
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