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Morabit: "Die Aufbruchstimmung ist spürbar"

23.11.2012, 13:10 Uhr | dfb.de

Daumen hoch: Smail Morabit ist Erfurts "Lebensversicherung". (Quelle: imago)

Daumen hoch: Smail Morabit ist Erfurts "Lebensversicherung". (Quelle: imago)

Nach Smail Morabit vom Drittligisten Rot-Weiß Erfurt könnte man die Uhr stellen. In der Regel ist der 24-Jährige als einer der Ersten beim Training. Pünktlichkeit schätzt der gebürtige Franzose mit marokkanischen Wurzeln enorm. Eine Punktlandung hat der 1,78 Meter große Stürmer zuletzt auch mit seinen Erfurtern hingelegt. Sieben Punkte hatte Trainer Alois Schwartz aus den vergangenen drei Partien gegen den Chemnitzer FC (3:2), SV Babelsberg 03 (1:1) und Darmstadt 98 (1:0) gefordert. Ein Plan, der vor allem dank zweier Treffer und einer Vorlage von Morabit aufging. "Die Aufbruchstimmung in Erfurt ist spürbar. Davon müssen wir in den kommenden Wochen profitieren", sagt er.

Obwohl Morabit lange verletzungsbedingt fehlte, ist er mit fünf Toren der treffsicherste Angreifer des Traditionsvereins. Bei den Fans genießt er den Status einer "Lebensversicherung". "Ich war nach dem 1:0 gegen Darmstadt richtig kaputt, bin konditionell erst bei 70 Prozent", sagt er. Gleich zwei Muskelfaserrisse hatten ihn außer Gefecht gesetzt.

"Die schwerste Zeit seit Jahren"

In dieser Zeit musste Morabit mit ansehen, wie Erfurt auf den letzten Tabellenplatz zurückfiel und der bisherige Trainer Stefan Emmerling durch Alois Schwartz ersetzt wurde. Die Rot-Weiß-Fans sehnten die Rückkehr ihres Hoffnungsträgers herbei, doch immer wieder forderte der Rechtsfuß Geduld. "Wenn ich auf den Platz gehe, dann ohne Angst. Ursprünglich sollte der Heilungsprozess gar nicht so lange dauern. Doch aus Wochen wurden Monate. Für mich war es die schwerste Zeit seit Jahren", sagt der Stürmer, der seine Reha in einem Gesundheitszentrum in Neu-Isenburg absolviert hatte. Die Geduld zahlte sich für den Franzosen und Erfurt aus: Doppelpack gegen Chemnitz innerhalb von vier Minuten, dazu die Vorlage zum Siegtreffer in Darmstadt.

Nicht nur seine Tore und Vorlagen machen Morabit für die Mannschaft so wichtig und bei den Fans zum Publikumsliebling, es ist auch seine Spielweise. Er agiert hinter Mijo Tunjic als hängende Spitze. Dabei läuft er wie ein Schweizer Uhrwerk und taucht fast überall auf. "Meine Devise ist es, 90 Minuten zu laufen und zu arbeiten. Wenn einer meiner Mitspieler den Ball an der Mittellinie den Ball verliert, bin ich schon da", sagt Erfurts Nummer acht und beschreibt sich als "Torjäger der anderen Art".

Kurioser Wechsel nach Deutschland

Privat sieht sich Morabit, dessen Mutter Zinba in Forbach an der deutsch-französischen Grenze zehn Kilometer von Saarbrücken entfernt lebt, als "ehrlichen Familienmenschen". Sein Motto: Von Tag zu Tag leben. Deshalb hatte der 24-Jährige nicht unbedingt mit einer Profikarriere gerechnet. Nach seinen Anfängen als Straßenfußballer kickte er hobbymäßig bei US Forbach, einem unterklassigen Verein in seiner Heimat.

Sein Wechsel zu den Sportfreunden Köllerbach im Jahr 2007 kam eher zufällig zustande. "Ich bin hauptsächlich wegen eines Jobs in einem Casino in Saarbrücken nach Deutschland gekommen, habe dann aber nach und nach mehr Lust auf Fußball entwickelt", erzählt Morabit. Ein Probetraining brachte ihm ein Jahr später einen Vertrag beim damaligen Drittligisten Eintracht Braunschweig.

Verpokert in Braunschweig: "Der erste große Fehler"

Nach zwei Spielzeiten brach Smail Morabit seine Zelte in Niedersachsen trotz eines neuen Vertragsangebotes wieder ab. "Um ganz ehrlich zu sein: Ich hatte mich verpokert, habe aber daraus gelernt. Es war der erste große Fehler in meiner Karriere", sagt er. Bei seinem nächsten Klub Fola Esch (Luxemburg) löste Morabit seinen Kontrakt bereits nach einer Woche wieder auf. "In Luxemburg gab es keine professionellen Bedingungen. Es hat überhaupt nicht zu mir gepasst."

Im September 2010 kehrte Morabit ins saarländische Köllerbach zurück. Wegen eines Bänderrisses kam er nur auf elf Einsätze in der Oberliga, trotzdem holte ihn Erfurts damaliger Trainer Emmerling im Sommer 2011 zu den Rot-Weißen. Morabit wohnt seitdem zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Joan Oumari in einer WG in Erfurt. Sportlich schlug er gleich in seiner ersten Saison ein, spielte sich durch jeweils neun Tore und Vorlagen auch in den Fokus einiger Zweitligisten.

"Bin mehr Vorbereiter und Kämpfer"

Der Stürmer entschied sich im Sommer, seinen bis 2013 laufenden Vertrag bei den Rot-Weißen zu erfüllen. "Der Verein hat mir klar gesagt, dass er mich um jeden Preis benötigt und mich nicht ziehen lassen will", sagt er.

Marcel Reichwein, sein Mannschaftskollege aus der Vorsaison, zog es in die 2. Bundesliga zum VfR Aalen. Bis heute wehrt sich Morabit gegen den Ruf als Nachfolger von Torschützenkönig Reichwein (17 Treffer in der abgelaufenen Saison). "Ich will so viele Tore wie möglich machen, bin aber mehr Vorbereiter und Kämpfer", betont der 24-Jährige. Ein Torjäger der anderen Art eben.

Quelle: dfb.de

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