20.10.2010, 15:33 Uhr | sid
Engelbert Kupka steht mit der SpVgg Unterhaching vor einer ungewissen Zukunft. (Foto: imago)
Die SpVgg Unterhaching steht am Abgrund. Im Etat des Drittligisten klafft eine Lücke von 2,3 Millionen Euro, dem Traditionsklub droht das Aus. Bis zum 31. Oktober muss der Verein die Unterdeckung im Etat ausgleichen, ansonsten bleibt der SpVgg nur noch der Gang zum Insolvenzverwalter. Die Hachinger gerieten in den vergangenen Wochen in eine finanzielle Schieflage, da ein dubioser Sponsor vertraglich zugesicherte Beträge in Höhe von zwei Millionen Euro nicht ausbezahlt hat.
"Für das Präsidium und mich ist das die bitterste Stunde. Wir haben den Verein immer mit viel Herzblut getragen. In der dritten Liga kann man nur mit einem großen Sponsor überleben", sagte Präsident Engelbert Kupka. Er bestätigte auch, dass sich der Klub derzeit händeringend um Alternativen bemüht, um bis Ende des Monats die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erfüllen und die Liquidität nachweisen zu können.
Im Juli hatte der ehemalige Erstligist Verträge mit einem mysteriösen Unternehmer unterschrieben. Von Zuwendungen in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro in den kommenden Jahren war die Rede. Doch bisher ist trotz mehrmaliger Zahlungsaufforderung der SpVgg noch kein Euro geflossen. Es deutet alles darauf hin, dass auch kein Geld in Unterhaching ankommen wird. Im Fokus steht der angebliche Geldgeber Franco Levis. Der 52-Jährige soll nach Berichten des "Münchner Merkur" und der "Süddeutschen Zeitung" bereits bei mehreren Geschäften Verträge unterzeichnet haben, zu Zahlungen soll es dabei aber nie gekommen sein.
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Dem Münchner Amtsgericht soll auch eine Klage vorliegen, da Levis bei einem Benefiz-Abend seinen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von 100.000 Euro nicht nachgekommen war. Auch in Österreich und Zypern werden angeblich Rechtsmittel gegen Levis geprüft.
Der SpVgg bleibt nun nur noch das Prinzip Hoffnung, um die Etatlücke kurzfristig schließen zu können. In den letzten Jahren war Schatzmeister Anton Schrobenhauser, dessen Schwiegersohn Francisco Copado als Sportdirektor fungiert, immer wieder für Fehlbeträge aufgekommen.
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Aus dem Umfeld ist jedoch zu hören, dass Schrobenhauser diesmal offenbar nicht einspringen will. Die SpVgg verfügt auch sonst über keinerlei größere Werte. Stadion und Vereinsgelände gehören der Gemeinde Unterhaching. Bürgermeister Wolfgang Panzer schloss bereits im Merkur Hilfe für die Profiabteilung aus: "Die SpVgg macht wichtige Jugendarbeit, wir helfen gerne mit Zuschüssen. Was ich nicht machen kann, ist den Profibetrieb aufrechtzuerhalten. Wenn eine Million oder mehr fehlt, kann die Gemeinde sicher nicht helfen."
Quelle: sid
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