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Augsburgs Märchen geht zu Ende

08.08.2012, 19:48 Uhr | FUSSBALL.DE

Aristide Bancé spielt wieder Bundesliga - allerdings wohl nur für ein Jahr. (Quelle: imago)

Aristide Bancé spielt wieder Bundesliga - allerdings wohl nur für ein Jahr. (Quelle: imago)

Von Mark Weidenfeller

Wer hätte das gedacht? Der FC Augsburg geht auch in der Saison 2012/13 wieder in der Bundesliga an den Start. Der schwäbische Renommierklub galt in der letzten Spielzeit als Abstiegskandidat Nummer eins. Doch dank einer grandiosen kämpferischen Leistung konnte am vorletzten Spieltag nach einem 0:0 in Gladbach der Klassenerhalt gefeiert werden. Jetzt steht das fast schon obligatorische verflixte zweite Jahr an.

Und wieder geht es für den FCA rein ums sportliche Überleben. "Wir müssen tierisch aufpassen und dürfen uns nicht einlullen lassen von dem Gefühl, dass wir den Klassenerhalt ja schon mal geschafft haben. Es geht wieder bei Null los", sagte Torwart Simon Jentzsch. In Teil fünf der Teamcheck-Serie stellt t-online.de den FC Augsburg vor.

1. Personelle Situation

In Augsburg hat sich einiges geändert. Der langjährige Manager Andreas Rettig hat die Nachfolge von Holger Hieronymus als Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) übernommen. Mit ihm verabschiedete sich Aufstiegsheld und Erfolgstrainer Jos Luhukay. Der Holländer suchte nach Differenzen mit der neuen sportlichen Leitung das Weite und arbeitet mittlerweile bei der Hertha aus Berlin. Noch ist unklar, ob und wie der FCA ohne dieses Erfolgsduo bestehen kann. Die neuen starken Männer auf der Kommandobrücke heißen Manfred Paula (Manager Sport), Peter Bircks (kaufmännischer Geschäftsführer) und Markus Weinzierl (Trainer). Ein Trio aus Greenhorns. Denn keiner der drei hat vorher jemals in der Bundesliga gearbeitet.

Etwas mehr Erfahrung findet man glücklicherweise im Kader. Gleich acht neue Spieler wurden neu verpflichtet, dazu Jan Moravek fest gebunden und Ja-Cheol Koo weiter ausgeliehen. Prominentester Neuzugang ist der Ex-Mainzer Aristide Bancé. Dazu kamen mit dem tschechischen EM-Teilnehmer Milan Petrzela, dem 83-fachen estländischen Nationalspieler Ragnar Klavan und dem Ex-Bayer Andreas Ottl drei - zumindest für Augsburger Verhältnisse - Hochkaräter. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten: Sascha Mölders, der Toptorschütze des letzten Jahres, zog sich in der Vorbereitung einen Knöchelbruch zu und wird noch einige Wochen fehlen. Darüber hinaus haben mit Axel Bellinghausen, Jonas De Roeck und Hajime Hosogai drei absolute Leistungsträger den Verein verlassen.

2. Stärken und Schwächen

Der neue FC Augsburg ist der große Unbekannte der Liga. Das muss nicht unbedingt ein Vorteil, kann aber durchaus ein Nachteil sein. Denn Spieler, Trainer und Management müssen sich untereinander erst kennenlernen, man muss sich einspielen. Die starke personelle Fluktuation kann für eine Aufbruchsstimmung sorgen, sie kann aber genauso gut jede Menge Verwirrung stiften. Und das wäre fatal für den bayrischen Klub. Es klingt zwar abgedroschen, aber der FCA kann nur über die mannschaftliche Geschlossenheit zum Erfolg kommen. Wenn es Weinzierl gelingt, ein echtes Team auf den Rasen zu zaubern, können Spieler wie Ottl, Baier oder Koo über sich hinauswachsen und die Mannschaft anführen. Geht es allerdings rein um die individuelle Klasse der Belegschaft, wird es schwierig für den FCA.

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3. Der Trainer

Apropos großer Unbekannter: Markus Weinzierl kennt die Bundesliga bislang nur aus der Sportschau. Gespielt hat er nie in der obersten deutschen Spielklasse, auf seinem Konto stehen gerade einmal 52 Zweitligapartien für Unterhaching, Regensburg und die Stuttgarter Kickers. Und auch als Trainer hat er bislang nur in der dritten Liga gearbeitet. Jahn Regensburg führte er in der letzten Saison nach einer dreieinhalbjährigen Amtszeit über die Relegation in die 2. Bundesliga. Das reichte, um die Verantwortlichen in Augsburg auf sich aufmerksam zu machen. Kein Wunder also, dass er erst einmal leise Töne anstimmt. "Unser System wird nicht verändert. Ich habe eine funktionierende Mannschaft übernommen", sagte er. Ob das reicht, wird sich zeigen müssen.

4. Die Prognose

Für den FC Augsburg kann es vom ersten Spieltag an nur ein Ziel geben: den Klassenerhalt. "Es ist eine große Herausforderung das zu schaffen, und wie man das packen kann, das hat Augsburg letztes Jahr gezeigt", sagte Neuzugang Ottl. Das Problem an der Sache ist, dass der FCA von 2012 nicht mehr mit dem FCA von 2011 vergleichbar ist. Zu viel hat sich auf den entscheidenden Positionen im Verein verändert. Trotzdem herrscht Zuversicht. "Ich bin sehr optimistisch, was die neue Saison angeht", sagte Trainer Weinzierl: "Wir wollen wie in der vergangenen Spielzeit wieder mindestens drei Vereine hinter uns lassen." Diese drei Vereine müssen allerdings erst einmal gefunden werden. Der FCA steht vor einer Herkules-Aufgabe. Falls diese gemeistert werden soll, müssen so schnell es geht Punkte her. Am ersten Spieltag kommt Aufsteiger Düsseldorf in die Augsburger Arena. Eine richtungsweisende Partie. Am Ende der Saison wird das Augsburger Erstliga-Märchen aber wohl vorbei sein. Weinzierl wird ein Jahr nach Jahn Regensburg erneut ein Team in die 2. Liga führen. Dieses Mal allerdings aus der anderen Richtung.

Quelle: FUSSBALL.DE

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