08.05.2011, 13:15 Uhr | dpa
Weil die eigenen Fans seine Tochter beleidigten, ist der ehemalige Europameister Jean Tigana als Trainer von Girondins Bordeaux zurückgetreten. Tigana äußerte sich am Samstagabend nach der 0:4 (0:4)-Heimpleite gegen den FC Sochaux tief betroffen über die Beschimpfungen der 16-Jährigen auf der Tribüne und legte nach der Partie sein Amt nieder. Er hatte es erst vor Beginn der Saison vom jetzigen Nationaltrainer Laurent Blanc übernommen.
"Das war eine Katastrophe, für den Verein und für mich", sagte Tigana über die Vorgänge rund um die peinliche Niederlage. "Meine Tochter hat schon Probleme in der Schule. Wenn die Leute denken, dass ich das Problem bin, dann gehe ich", fügte der einst als feiner Techniker auf dem Rasen bekannte Ex-Nationalspieler hinzu. Der 54-Jährige war 1984 an der Seite des jetzigen UEFA-Präsidenten Michel Platini mit Frankreich Europameister geworden und holte mit Bordeaux als Spieler drei Meistertitel.
Klub-Präsident Jean-Louis Triaud äußerte Verständnis für Tiganas Entscheidung. "Jean ist ein integrer Mann, der keine Komödie veranstaltet. Wenn wir so ein Niveau erreichen, ist der Fußball krank. Als Familienvater muss man in dieser Situation reagieren. Ich bewundere Jean dafür. Seine Qualitäten als Mensch und Trainer stehen nicht infrage", sagte er.
Bordeaux ist nach einer enttäuschenden Spielzeit vier Runden vor Schluss nur Tabellen-Neunter. Spitzenreiter in Frankreich bleibt durch einen 1:0-Erfolg bei Abstiegskandidat AS Nancy der OSC Lille.
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Quelle: sid , dpa
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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