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Stanislawski findet drastische Worte für sein Team

05.02.2012, 11:41 Uhr

Holger Stanislawski ist von den Darbietungen seiner Mannschaft bitter enttäuscht.  (Quelle: dapd)

Holger Stanislawski ist von den Darbietungen seiner Mannschaft bitter enttäuscht. (Quelle: dapd)

Sichtlich angefressen war Holger Stanislawski nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg. Der Trainer saß noch lange nach dem Abpfiff in einer Mischung aus Winter- und Schockstarre auf seinem Stuhl, gleich darauf kritisierte er seine Mannschaft heftig. "Wir haben in allen Bereichen Defizite im Moment: Körpersprache, taktische Disziplin. Der ein oder andere ist gar nicht bereit, Dinge umzusetzen auf dem Platz", sagte Stanislawski gegenüber LIGA total!. "Da kann man den Spaß am Fußball verlieren – auch als Trainer".

Die Zeit des "Streichelns und Tätschelns" sowie des "Schönredens" sei es erst einmal vorbei, so Stanislawski nach der enttäuschenden Vorstellung der TSG gegen den Aufsteiger. Obwohl sich der frustrierte Coach zum wiederholten Mal in Rage redete und die Verantwortung für den enttäuschenden Saisonverlauf übernahm, schloss er einen Rücktritt aus. "Einknicken und aufgeben gibt es bei mir nicht. Ich bin nicht ohnmächtig, aber ich bin realistisch", sagte Stanislawski, dessen Team nur eines der vergangenen zehn Punktspiele gewonnen hat. "Es liegt am Trainer. Ich trage die Verantwortung. Aber ich schmeiße nicht, ich stelle mein Amt nicht zur Verfügung, dann wäre ich nicht Holger Stanislawski."

Babel, Firminho und Salihovic in der Kritik

Der erst vor Saisonbeginn in den Kraichgau Trainer gewechselte hatte nach dem Spiel den Abstiegskampf ausgerufen und anschließend seine Profis in die Pfanne gehauen. "Vom achten bis zum 18. Platz stecken die Mannschaften da drin", äußerte Stanislawski. "Wir sind auf dem achten Platz und gehören zu dem Klub, dessen Mitglieder nicht auf die letzten drei Plätze wollen." Ohne die Namen seiner Stars Ryan Babel, Roberto Firmino und Sejad Salihovic konkret zu nennen, ging der Coach wohl vor allem mit diesen Spielern gnadenlos ins Gericht.

"Taktische Disziplin, Wege für einen Mitspieler zu machen, ist bei dem einen oder anderen nur wenig vorhanden. Der eine oder andere ist zu sehr auf sich fixiert. Da fehlt die Bereitschaft, sich dem System unterzuordnen. Der ein oder andere meint, ausscheren zu müssen", sagte Stanislawski. Obwohl Hoffenheim am Mittwoch gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth die große Chance hat, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Halbfinale des DFB-Pokals einzuziehen, werden Babel, Firmino und Salihovic das Spiel möglicherweise nicht auf dem Platz erleben.

"Jetzt werden diejenigen, die die Bereitschaft haben, ihre Chance bekommen. Die haben vielleicht nicht die individuelle Qualität, aber den Leistungswillen", sagte Stanislawski. "Die anderen hatten genügend Chancen." Obwohl vor allem die Kritik an Salihovic, der den Treffer von Peniel Mlapa (38.) vorbereitete und per Foulelfmeter selbst traf (51.), verwunderlich war, haute der Manager in die gleiche Kerbe wie der Coach. Laut Ernst Tanner hatten "einige Herren kein Interesse" an der vom Coach vorgegebenen Strategie. Tanner kündigte an, dass die Profis den Rest der Saison auf Bewährung spielen. "Wir werden uns ein Bild davon machen, wer die Bereitschaft zeigt und wer nicht", erklärte der Manager.

Umbruch im Sommer

Damit droht dem Klub, der nach dem Willen von Mäzen Dietmar Hopp künftig sparen soll, nach den jüngsten Abgängen von Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic im Sommer eine erneute personelle Zäsur. Stanislawski wird wohl nur in die nächste Saison gehen, wenn er den Kader nach seinen Wünschen zusammenstellen darf. Dann werden möglicherweise auch wieder mehr Zuschauer ins Stadion kommen, die 22.500 Besucher gegen Augsburg bedeuteten Negativrekord.

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Quelle: FUSSBALL.DE , sid

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