12.01.2012, 15:56 Uhr
BFV-Präsident Ronny Zimmermann im Interview (Foto: bfv)
Für den Präsidenten des Badischen Fußballverbandes (BFV) Ronny Zimmermann war 2011 ein ereignisreiches Jahr. Als OK-Außenstellenleiter des WM-Standortes Sinsheim hatte er mit seinem Team eine große Aufgabe bei der Frauen-WM im eigenen Land zu meistern.
Im Gespräch mit dem BFV-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, Stefan Moritz, spricht er über die WM im eigenen Land, seine Wahl zum Vizepräsidenten des Süddeutschen Fußballverbandes, neue Aufgaben bei der UEFA, die Verbandsarbeit und über zukünftige Herausforderungen.
Herr Zimmermann, beginnen wir mit der Frauen-WM. Als OK-Außenstellenleiter der Stadt Sinsheim hatten Sie einen umfassenden Einblick. Welches Fazit ziehen Sie aus diesem Großereignis?
Ronny Zimmermann: "Zunächst einmal waren wir alle sehr froh, dass wir mit dem Standort Sinsheim auch im Verbandsgebiet des bfv vier WM-Spiele zu bestaunen hatten. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen der OK-Außenstelle der Stadt Sinsheim, 1899 Hoffenheim, der Wirtschaft samt Behörden sowie dem bfv, blicken wir auf eine erfolgreiche Frauen-WM zurück. Sinsheim hatte - den Standort Berlin mit dem Eröffnungsspiel einmal ausgenommen - den höchsten Zuschauerzuspruch. Die Region fand nicht nur bundes-, sondern auch weltweite Beachtung. Das ist schon toll, dass wir uns mit dem kleinsten WM-Stadion so gut präsentiert und eine ähnliche Rolle wie der Standort Kaiserslautern bei der WM 2006 eingenommen haben. In der Summe war die WM für mich ein weltweites Ausrufezeichen im Frauenfußball, es wird sicher schwer sein, diesen Erfolg künftig zu toppen. Es ist uns definitiv gelungen, den Frauenfußball als eigenständigen Sport im Bewusstsein der Sportinteressierten zu verankern."
Wie sehen Sie die Weiterentwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs?
"Der Mädchen- und Frauenfußball muss sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Die Frauen-WM kann daher nur als Anstoß zu einer nachhaltigen Entwicklung gesehen werden. Der Deutsche Fußball-Bund hat bereits im Vorfeld zum Beispiel mit dem erfolgreichen TEAM 2011-Wettbewerb erste Maßnahmen ergriffen, um die Gesellschaft und unsere Vereine für den Mädchen- und Frauenfußball zu begeistern. Diese verstärkte öffentliche Wahrnehmung - auch durch die WM bedingt - hatte schon erste positive Effekte. So kamen einer Auswertung folgend zu den Hinrundenspielen der aktuellen Saison der Frauenfußball-Bundesliga im Schnitt 39 Prozent mehr Zuschauer als in der Vorsaison. Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Trotzdem kann dies erst der Anfang einer hoffentlich spannenden und nachhaltigen Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs sein."
Sie sprechen das Thema "Nachhaltigkeit" an. Welche Maßnahmen hat der Badische Fußballverband ergriffen, um den Mädchen- und Frauenfußball zu stärken?
"Der BFV hat in Zusammenarbeit mit seinen neun Fußballkreisen eine Frauen-WM-Nachhaltigkeitskampagne initiiert. Dort wurden insbesondere die Maßnahmen bzw. Angebote verstärkt beworben, die es schon gibt. Zum Beispiel das DFB-Mobil, welches seit 2009 zu interessierten Vereinen fährt. Der DFB hat dieses erfolgreiche Projekt erst vor kurzem bis zum Jahr 2013 verlängert. Außerdem gibt es die AOK-Mädchentreff-Angebote, Schnuppertrainingseinheiten für Vereine durch Auswahl- oder Stützpunkttrainerinnen und -trainer sowie Beratungsangebote rund um den Mädchenfußball. Gezielte Kurzschulungen in den Fußballkreisen zum Thema Mädchenfußball wurden neu ins Programm genommen. 150 Trainerinnen und Trainer nahmen dieses Angebot bereits wahr. Diese Nachhaltigkeitskampagne gilt es weiter zu forcieren. Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Fußballkreisen, um diese Maßnahmen auszubauen und die Vereine dafür zu gewinnen."
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