02.11.2012, 12:54 Uhr | dpa, FUSSBALL.DE
Wolfgang Hotze, Sprecher der Wolfsburger Geschäftsführer. (Quelle: imago)
Hat Felix Magath beim VfL Wolfsburg seinen Vorgesetzten umgangen? Wolfgang Hotze, Sprecher der VfL-Geschäftsführung, hat eine Woche nach der Demission des 59-Jährigen harte Worte für seinen ehemaligen Mit-Geschäftsführer gefunden. Zwischen Hotze, formal Magaths Vorgesetzter, und dem eigensinnigen Trainer-Manager habe eine echte Zusammenarbeit nie stattgefunden. Vielmehr habe Magath "regelmäßig den direkten Zugang zum Vorstand von Volkswagen gesucht" - an Hotze vorbei.
"Das halte ich nicht für besonders gut und würde mir wünschen, dass wir künftig die Angelegenheiten der Geschäftsführung auch dort lassen, wo sie hingehören", sagte Hotze den "Wolfsburger Nachrichten". Klare Worte Richtung Magath, der sich in Wolfsburg gerne als Alleinherrscher präsentiert hatte. "Er ist nicht mein Chef", hatte Magath nach der Nominierung Hotzes zum Sprecher der Wolfsburger Geschäftsführung noch bei "LIGA total!" erklärt. Doch damit hatte er sich am Ende verkalkuliert.
Hotze merkte, dass Magath seine Autorität untergrub und in der Öffentlichkeit immer häufiger nicht er selbst, sondern "das Aufsichtsratspräsidium als Geschäftsführung wahrgenommen wurde", so der VfL-Boss. "Das war keine gute Situation." Schließlich sei es auch bei den anderen Tochtergesellschaften von VW nicht üblich, dass ein Vorstand "jeden Tag zum Gesamtvorstand rennt und dort Tagesprobleme bespricht".
Das Scheitern Magaths hat daher auch zu einem Umdenken in Wolfsburg geführt. Das Modell der Ämterhäufung gilt als gescheitert, zukünftig sollen Trainer- und Managerposten wieder getrennt besetzt werden. Der neue Manager soll aber auch wieder Teil der Geschäftsführung werden, der aktuell aus Hotze nur noch Thomas Röttgermann angehört.
Quelle: dpa, FUSSBALL.DE
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