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Vor DFB-Comeback: Adler als Held und Sünder

10.11.2012, 21:37 Uhr | sid

Rechter Haken ohne Wertung: Hamburgs Adler im Duell mit Freiburgs Kruse. (Quelle: dapd)

Rechter Haken ohne Wertung: Hamburgs Adler im Duell mit Freiburgs Kruse. (Quelle: dapd)

Sein märchenhaftes Wochenende hätte René Adler um ein Haar als Rot-Sünder beendet. Einen Tag nach seiner überraschenden Rückkehr in den Kader der deutschen Nationalmannschaft sicherte der Keeper seinem Hamburger SV zunächst mit seinen Paraden in Unterzahl ein torloses Remis beim SC Freiburg, doch eine Tätlichkeit in der Schlussminute trübte das Bild.

"Ich habe ihn getroffen, aber es war keine Absicht. Ich wollte ihn auf keinen Fall schlagen", sagte Adler zum Gerangel mit dem Freiburger Max Kruse. Tatsächlich hätte man seine Armbewegung als Schlag deuten können, doch Schiedsrichter Günther Perl beließ es zum Glück für Adler bei der Gelben Karte. Oder wie HSV-Trainer Thorsten Fink es ausdrückte: "Rene hat im Moment einfach einen Lauf."

Länderspielreife Paraden in der Schlussphase

"Ich wollte ihn eigentlich nur wegschieben und ein bisschen schlichten", erklärte Adler, der allerdings zugab, dass es "etwas dumm war, dass ich da überhaupt so weit aus meinem Tor komme". Doch die Dummheit blieb ohne große Folgen - Adler kann als Retter und Held zum Länderspiel nach Amsterdam reisen. "Es ist schon bisschen wie im Märchen, wenn man bedenkt, wo ich vor einem halben Jahr war, wie es mir da ging und wo ich jetzt stehe. Dass ich jetzt wieder zur Nationalmannschaft darf, ist nicht alltäglich. Es macht mich stolz, dass ich jetzt eingeladen wurde", sagte Adler strahlend.

Lange hatte der HSV in Freiburg nach der Gelb-Roten Karte von Abwehrspieler Paul Scharner (35., wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl spielen müssen. Bis zum Platzverweis waren die Gäste vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion die leicht dominierende Elf gewesen, am Ende durfte sich das Team bei seinem Torhüter für den Punktgewinn bedanken. Vor allem in der Schlussphase zeigte Adler länderspielreife Paraden gegen Max Kruse (83.) und Jan Rosenthal (87.).

Teamkollege van der Vaart droht mit einem Gegentor

Dabei hatte der Keeper in der ersten Halbzeit bei Eckbällen auch Unsicherheiten gezeigt. Und auch wenn Bayern-Keeper Manuel Neuer die klare Nummer 1 im deutschen Tor bleiben wird, könnte Adler in Amsterdam auch eine Bewährungschance bekommen. Ansprüche stellt er nicht. "Ich freue mich erst mal, dass ich überhaupt wieder mittrainieren und mich zeigen darf", erklärte der 27-Jährige: "Wenn ich dann wirklich zum Einsatz komme, wäre es natürlich ein Traum."

Fink bescheinigte seinem Schützling eine "Bombenform". Adler habe sich die Nominierung mit seiner Leistung ganz alleine erarbeitet. Sollte sein Torwart in der niederländischen Metropole zum Einsatz kommen, wünscht sich Fink zwei Dinge: "Er soll nur eine Halbzeit spielen - und zu Null." Diesen Wunsch könnte ausgerechnet Rafael van der Vaart zunichte machen. Für das Duell am Mittwoch kündigte der Regisseur des HSV einen Treffer gegen seinen Teamkollegen an. "Wenn er spielt, ist es klar, dann schenk ich ihm einen ein", sagte van der Vaart mit einem Lächeln.

Quelle: sid

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