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Wechselfehler in der Bundesliga

24.07.2012, 16:28 Uhr | FUSSBALL.DE

Otto Rehhagel (li.) und Giovanni Trapattoni tätigten in der Bundesliga beide einen Wechselfehler. (Quelle: imago)

Otto Rehhagel (li.) und Giovanni Trapattoni tätigten in der Bundesliga beide einen Wechselfehler. (Quelle: imago)

Lesen bildet! Besonders Paragraph 25, Absatz 4, der Lizenzspielerstatuten wären für Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel und Co. lehrreich gewesen. Dort steht, dass der Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers nach sich zieht, dass "das Spiel für den Verein als verloren zu werten" ist.

In der Saison 1994/1995 reiste der FC Bayern am 26. Spieltag ins Waldstadion zu Eintracht Frankfurt. Coach Giovanni Trapattoni stand gehörig unter Druck: Der FC Bayern belegte nur Rang sechs der Tabelle. Aus den letzten sieben Spielen verbuchte die Trapattoni-Elf fünf Unentschieden und nur einen Sieg. Zu wenig für die hohen Ansprüche des Rekordmeisters. Nach 90 Minuten feierten die Bayern-Spieler deshalb ausgelassen den 5:2-Sieg über die SGE. Doch die Spieler jubelten zu früh. Am Ende blieben die Punkte in Frankfurt.

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Hamann ist einer zu viel

Die Bayern führten in der zweiten Halbzeit bereits mit 3:2, als Trapattoni in der 73. Minute seinen größten beruflichen Fehler beging. Der Bayern-Trainer wechselte für den Stürmer Marcel Witeczek den defensiveren Dietmar Hamann ein. Dumm nur, dass mit Sven Scheuer, Sammy Kuffour und Marco Grimm bereits drei Vertragsamateure auf dem Feld standen. Auch Hamann war damals noch Amateur und damit der vierte in der Bayern-Elf – einer zu viel. Auf dem Spielfeld drehten die Münchner weiter auf und trafen noch zum 5:2-Endstand.

Auf der Pressekonferenz gestand Trapattoni dann seinen Fehler ein. Doch der damalige Manager Uli Hoeneß gab Trap nicht die alleinige Schuld: "Das ist menschliches Versagen. Es ist auch meine Schuld und die von Klaus Augenthaler. Und peinlich ist es allemal." Am Ende der Saison belegten die Münchner nur den sechsten Platz, und Trapattoni wurde durch Otto Rehhagel ersetzt.

Auch Rehhagel blamiert sich

Eben dieser Otto Rehhagel sorgte in der Saison 1998/1999 für einen ähnlichen Fauxpas – und ganz Fußball-Deutschland lachte über den Trainer-Routinier. Rehhagel trainierte den 1. FC Kaiserslautern. Der damalige Deutsche Meister traf am 6. Spieltag auf den VfL Bochum. Beim Spielstand von 1:0 für den FCK brach sich Michael Schjönberg das Schienbein und musste in der 40. Minute ausgewechselt werden. Rehhagel schickte Pascal Ojigwe aufs Feld – und beging damit den Wechselfehler. Mit Hany Ramzy, Samir Ibrahim und Ratinho trugen bereits drei andere Nicht-Europäer das Trikot der Roten Teufel. Einer zu viel.

Rehhagel wurde direkt nach der Einwechslung von einem Funktionär auf seinen Fehler aufmerksam gemacht - und raufte sich die Haare. Der Trainer rief den Ägypter Ramzy an der Außenlinie zu sich. Dieser fing plötzlich an zu humpeln und wurde drei Minuten später durch Harry Koch ersetzt. In der Gewissheit das Spiel ohnehin verloren zu haben, gaben die Lauterer den Vorsprung noch aus der Hand und verloren am Ende mit 2:3. VfL-Coach Klaus Toppmöller erklärte direkt nach der Partie, auf einen Einspruch zu verzichten.

In einer Reihe mit Augenthaler, Schäfer, Heese und Weisweiler

Doch dies waren nicht die ersten Wechselfehler in der Bundesliga-Geschichte. Bereits 1977 sorgte Köln-Trainer Hennes Weisweiler in Frankfurt für den ersten. Weisweiler brachte mit Roger van Gool einen dritten ausländischen Spieler – damals waren jedoch nur zwei erlaubt. Zu einem Protest kam es jedoch nicht, da Köln ohnehin 0:4 verlor. 1993 wurde die Eintracht dann selbst Opfer des Regelwerks. Trainer Horst Heese wechselte einen Ausländer zu viel ein – und der 5:2-Erfolg in Uerdingen wurde in ein 0:2 umgewandelt.

In der Saison 1995/1996 reihte sich KSC-Trainer Winnie Schäfer in die Liste der Trainer mit Wechselfehler ein. Der Coach brachte beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit Sergej Kirjakow einen vierten Ausländer. Der Stadionsprecher macht Schäfer mit den Worten "Winnie, zähl deine Ausländer" auf seinen Fehler aufmerksam. Doch es war zu spät. Der KSC verlor die Begegnung mit 1:4, es gab keinen Protest.

1996 feierte der FC Bayern unter Interims-Coach Franz Beckenbauer den Gewinn des UEFA-Pokals. Im bedeutungslosen, letzten Bundesligaspiel gegen Düsseldorf saß für Beckenbauer Klaus Augenthaler auf dem Trainerstuhl und beging in der Halbzeitpause seinen Wechselfehler. Augenthaler wechselte gleich viermal aus, was damals wie heute natürlich nicht erlaubt war. Die Münchner machten aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Düsseldorf verzichtete auf einen Protest und so geht die Partie als bislang einziges Bundesligaspiel mit sieben Auswechslungen in die Bundesliga-Geschichte ein.


Quelle: FUSSBALL.DE

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