23.11.2012, 21:21 Uhr | dpa
Mano Menezes muss sich wohl nach einem neuen Job umschauen. (Quelle: imago)
Brasilien hat die Flucht nach vorn angetreten und eineinhalb Jahre vor Beginn der WM im eigenen Land Nationaltrainer Mano Menezes gefeuert. Der ganze Stab sei entlassen worden, teilte der Fußballverband CBF nach einem Spitzentreffen mit Präsident Jose Maria Marin in Sao Paulo mit.
Der 50-jährige Menezes konnte die Verbandsführung offensichtlich nicht überzeugen, dass die Selecao unter seinem Kommando Chancen hat, 2014 den Titel Nummer sechs zu holen. Wer die Nationalelf als Coach in gut einem halben Jahr in den Confederations Cup und 2014 in die WM führt, wird im Januar entschieden.
Dabei sah die Bilanz von Menezes gar nicht so schlecht aus. Unter seiner Regie absolvierte die Nationalmannschaft insgesamt 40 Spiele. Es gab 27 Siege, sechs Unentschieden, sieben Niederlagen. Die Zauberer vom Zuckerhut schossen dabei 84 Tore und kassierte 30 Gegentreffer. Doch als Brasilien im Sommer in London das ersehnte Olympia-Gold verpasste, wurde die Kritik am Trainer lauter.
Die Selecao spiele unter Menezes keinen attraktiven Fußball, "weil Menezes die Fähigkeit, die Intelligenz, der Anstand fehlen", giftete der frühere Stürmerstar Romario diese Woche. Der Weltmeister von 1994 feierte dann auch die Entlassung im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter: "Leute, heute ist ein historischer Tag, an dem Brasilien Feuerwerke zünden und ein Fest machen sollte."
Menezes hatte sein Amt im August 2010 nach dem Viertelfinal-Aus Brasiliens bei der WM in Südafrika als Nachfolger von Carlos Dunga angetreten. Die Entlassung geht vor allem auf CBF-Chef Marin zurück. "Der Präsident will eine neue Spiel-Methode und das muss respektiert werden", sagte der zuständige Direktor Andrés Sanchez in einer Pressekonferenz. Sanchez war klar gegen die Entscheidung.
Im Nachfolge-Karussell gebe es nun sechs oder sieben Namen. Im Gespräch sind unter anderen Tite (Corinthians Sao Paulo), Muricy Ramalho (Santos FC) und der derzeit vereinslose frühere Nationaltrainer und WM-Sieger von 2002 Luiz Felipe Scolari.
Quelle: dpa
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