22.10.2012, 11:01 Uhr | FUSSBALL.DE
Diego sitzt beim VfL Wolfsburg nur noch auf der Bank. (Quelle: imago)
Diego, Felix Magath und der VfL Wolfsburg - die Zweckgemeinschaft ist wohl endgültig gescheitert. Was hatten die Verantwortlichen vor der Saison nicht alles erklärt, um die Rückkehr des Brasilianers zu den Wölfen schön zu reden. Was hatte Magath nicht für lobende Worte für seinen Spielmacher gefunden, mit dem er den VfL "unter die besten Teams in Deutschland, aber auch in Europa" führen wollte. Und was haben sich all diese Phrasen mittlerweile als Luftschlösser entpuppt, nach dem blamablen 0:2 gegen Freiburg, das Diego 90 Minuten lang von der Bank aus verfolgte. In der Winterpause verliert Wolfsburg nun wohl endgültig seine Nummer zehn. Und Magath bis dahin vielleicht seinen Job.
Nicht nur, dass dem Trainer als Tabellenletzter jegliche Argumente fehlen. Er hat sich mit dem Experiment im Sommer, Diego trotz aller Widerstände erneut integrieren zu wollen, ganz offensichtlich verzockt. Vor einem Jahr galt die Ehe bereits als gescheitert, als Magath Diego in Hoffenheim nicht berücksichtigte und dieser umgehend aus dem Hotel flüchtete. Von Magath unter diesen Umständen verständlicherweise zur persona non grata erklärt, flüchtete Diego zu Atletico Madrid und blühte dort sportlich wieder auf.
Doch statt eines endgültigen Verkaufs zog sich im Sommer eine wochenlange Transferposse hin, an deren Ende die Rückkehr des Spielers und eine von Verlogenheit triefende Versöhnung stand. Die Wahrheit lautete vielmehr: Diego hatte in Wolfsburg noch Vertrag und Magath zu viel Geld verlangt. Und so wurde der Mann, der zu Beginn der Saisonvorbereitung noch nicht einmal mehr eine Rückennummer bekommen hatte, in die Autostadt kurzerhand zum neuen Heilsbringer erklärt.
"Er war und ist ein wichtiger Spieler", sagt Magath noch heute. Doch nach dem Freiburg-Spiel ließ er ebenso durchblicken, dass die Entscheidung, Diego auf der Bank zu lassen, keine einmalige Sache war. "Die Mannschaft hat zum ersten Mal ohne ihn gespielt, da war es schwierig für sie, zu brillieren." Unausgesprochen ließ er seine Hoffnung, dass es beim zweiten Versuch, am kommenden Wochenende in Düsseldorf, besser laufen werde.
Für den 27-Jährigen bedeutet das, sich eventuell schon bald wieder nach einem neuen Verein umsehen zu müssen. Ein Klub, der ihn diesmal auch bereit ist sofort zu kaufen und nicht erst auszuleihen. Bislang ist das Interesse des FC Santos verbrieft. Der "kicker" berichtete jedoch, dass der Klub aus Diegos Heimat lediglich über eine Ausleihe in der Winterpause nachdenke.
Beide Protagonisten, Magath und Diego, sind sich aber darüber im Klaren, dass es im Falle einer erneuten Trennung wohl nur noch eine Lösung gibt: ein Verkauf. Der Trainer-Manager steht damit aber in einem Dilemma, denn eigentlich ist er mit Diego im Schicksal vereint: Persönlich ist das Verhältnis zwar kaum noch zu retten, der Brasilianer dürfte im Winter auf einen Transfer drängen. Sportlich aber ist der 59-Jährige auf dessen Qualität angewiesen. Denn es geht längst nicht mehr nur um Diegos Zukunft, sondern auch um Magaths Job.
Quelle: FUSSBALL.DE
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