09.06.2009, 15:05 Uhr
Claus-Dieter Wollitz hielt sich bei seiner Vorstellung in Cottbus mit großen Worten eher zurück (Foto: imago)Mit dem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz soll in Cottbus alles anders werden. Das unterstrich der 43-Jährige bei seiner Vorstellung am Mittwoch. "Meine Philosophie ist es, junge Spieler zu fördern." Die sollen nach Möglichkeit aus Deutschland kommen oder wenigstens der deutschen Sprache mächtig sein, denn, so Wollitz: "Um meine Handschrift durchzubringen, müssen die Spieler mich verstehen können." Mit dem bisherigen Energie-Kader, in dem Profis aus 13 Nationen stehen, ist das kaum machbar. Deshalb hat der neue Coach Manager Steffen Heidrich auch gleich eine Liste mit deutschen Spielern vorgelegt. Wollitz machte aber klar, dass man niemand wegschicken werde, der gern in Cottbus bleiben wolle.
Dementi des Dementis Wollitz nun doch nach Cottbus
Trainersuche Wollitz sagt Energie ab
Kaum Geld vorhanden
Denn viel Geld für Neuzugänge ist beim Erstliga-Absteiger nicht vorhanden. Der Etat muss im Vergleich zur Vorsaison von 23 auf 13 Millionen Euro gekürzt werden. Leistungsträger wie Torhüter Gerhard Tremmel oder Timo Rost könnten den Verein verlassen, auch wenn der Kapitän die Verpflichtung von Wollitz ausdrücklich lobt: "Der neue Trainer ist jung, spricht deutsch und lebt Fußball. Ich denke, das ist eine tolle Sache für den Verein.“ Ob Rost deswegen aber gleich bei Energie bleibt, muss abgewartet werden. Doch weder für ihn noch für andere Spieler gebe es bislang konkrete Angebote, erklärte Präsident Ulrich Lepsch.
EnergieQuo Vadis, Cottbus?
Daniel Ziebig kann seinem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz vorerst nicht helfen. Der Linksverteidiger fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus (Foto: imago)Ziebig mit Kreuzbandriss
Aus einem anderen Grund muss der neue Chef hingegen auf einen seiner weiteren deutschen Leistungsträger Wollitz monatelang verzichten. Daniel Ziebig wurde am Mittwoch in Augsburg wegen eines Risses des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie operiert und wird in diesem Jahr vermutlich nicht mehr spielen können. Die Verletzung hatte sich der 26-Jährige bereits am 17. April beim 0:4 bei Schalke 04 zugezogen, sie wurde aber erst jetzt diagnostiziert. "Ich bin geschockt. Aber da ich noch einige Jahre Fußball spielen möchte, ist es das Beste für meine Gesundheit, die Operation jetzt vornehmen zu lassen", sagte der Linksverteidiger der Online-Ausgabe der Lausitzer Rundschau. Ob für Ziebig ein Ersatzmann verpflichtet wird, ist noch offen. Andreas Schäfer von Wollitz' altem Verein VfL Osnabrück könnte ein Kandidat sein.
Osnabrück Mit Wollitz zum Wiederaufstieg
Ziel: Offensivfußball
Doch nicht nur personell soll es einen Neuanfang in der Lausitz geben, auch die Philosophie auf dem Platz soll sich ändern. Statt "Kämpfen, Kratzen und Beißen" will Wollitz seine Mannschaft Offensivfußball spielen lassen. Dazu hat er gleich einmal mit einer Tradition bei Energie gebrochen und das Lauftrainingslager in der Vorbereitung gestrichen. "Ich will erstmal mein Team kennen lernen", begründete er die für Cottbuser Verhältnisse ungewöhnliche Maßnahme. Auf ein konkretes Saisonziel wollte sich Wollitz bei seiner Vorstellung jedoch nicht festlegen lassen: "Ich sage nicht, dass Cottbus Favorit ist. Ich würde das gern sagen, aber wenn man nicht weiß, wie die Kaderplanung ist, wäre das der völlig falsche Ansatz".
Nur Ede Geyer warnt
Doch im Moment herrscht bei Energie Aufbruchstimmung. Immerhin ist dem Klub mit der Verpflichtung von Wollitz ein kleiner Coup gelungen, war der Coach doch auch in Bielefeld im Gespräch. Dass er sich letztlich gegen die Arminia entschieden hat, hänge auch mit dem Umfeld in Cottbus zusammen: "Die Voraussetzungen hier sind fantastisch. Ich konnte mich so geben, wie ich bin. Das macht die Arbeit einfacher." Auch die Fans sind von Wollitz angetan und hoffen auf eine neue erfolgreiche Ära. Nur Kulttrainer Eduard Geyer warnt: "In Cottbus muss er sich neu beweisen. Das ist eine höhere Stufe als Osnabrück."
FUSSBALL.DE/isd/dpa
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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