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Nationalspieler |13.09.2021|15:00

Amiri: Sorge um Menschen in Afghanistan

Zubayr Amiri über die Situation in Afghanistan: "Das war ein Schock für meine Familie und mich."[Foto: privat]

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Mit einem 1:1 gegen Bangladesch, einer 1:2-Niederlage gegen den Oman und einem abschließenden erneuten 1:1-Unentschieden gegen den Iran hat sich die Nationalmannschaft Afghanistans als Tabellenvierter der Asien-Gruppe E vom Traum einer Teilnahme an der WM 2022 in Katar verabschieden müssen. Das Trauma kam allerdings ein paar Wochen später.

Mit dem Rückzug der USA und den anderen Mitgliedsstaaten der Nato vom Hindukusch und der schnellen Machtübernahme der Taliban ist das südasiatische Land im Chaos versunken. Die Bilder der radikalen Islamisten mit ihren Gewehren im Anschlag verbreiten seitdem Angst und Schrecken in der ganzen Welt. So auch im fast 7.000 Kilometer entfernten Landkreis Offenbach.

Hier ist Zubayr Amiri zu Hause. Der Cousin des deutschen Nationalspielers Nadiem Amiri, Bundesligaprofi bei Bayer 04 Leverkusen, und dessen Bruder Nauwid, aktuell beim ASV Fußgönheim in der Verbandsliga Südwest am Ball, kickt beim Oberligisten SC Hessen Dreieich . Im Interview mit  FUSSBALL.DE  spricht er offen über seine Sorgen, was im Heimatland seiner Eltern und Großeltern derzeit passiert.

FUSSBALL.DE: Herr Amiri, was ist in Ihnen vorgegangen, als Sie die Bilder von der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan gesehen haben?

"Alle sind in Sorge, was in Afghanistan passiert. Es ist erst drei Monate her, als wir noch zusammen die WM-Vorqualifikation in Katar gespielt haben"

Zubayr Amiri:  Das war ein Schock für meine Familie und mich, die Bilder kamen einem Horrorfilm gleich! Obwohl es sich abgezeichnet hat, dass die Taliban wieder aufkommen würden, weil die USA ja ihren Truppenrückzug lange vorher angekündigt hatte, war es dennoch sehr erschreckend zu sehen, wie schnell die Taliban das komplette Land wieder erobert haben. Wir reden schließlich über ein Land, das zweieinhalb mal so groß ist wie Deutschland und in 36 Provinzen aufgeteilt ist.

Welchen Kontakt haben Sie aktuell nach Afghanistan?

Amiri:  Ein Teil meiner Familie lebt noch dort, Cousinen und Cousins meiner Eltern zum Beispiel. Wir telefonieren oder schreiben uns, so oft es geht, aber was sie uns aus Afghanistan berichten, ist schlimm. Die Tochter eines Cousins zum Beispiel ist erst zwölf und sie hat jeden Tag Angst davor, was die Taliban mit Frauen und Mädchen machen. Der Rest der Familie ist zum Glück in Sicherheit, einige leben in Düsseldorf. Meine Eltern sind nach Deutschland gezogen, als ich ein Kind war, mein Onkel, der Bruder meines Vaters, auch. Nauwid und Amiri sind ja jünger als ich und schon in Deutschland geboren worden, währenddessen ich noch in Kabul geboren wurde. Die Amiris sind in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt verstreut, einige Verwandte leben in den USA oder in Toronto in Kanada, andere in London.

Ihre Mitspieler aus der afghanischen Nationalelf sind ebenfalls in vielen verschiedenen Ländern aktiv. Wie ist aktuell der Austausch mit ihnen?

Amiri:  Auch zu den Jungs und den Mitgliedern des Staff habe ich über die Entfernung engen Kontakt. Wir schreiben uns regelmäßig. Alle sind in Sorge, was in ihrem Heimatland beziehungsweise dem ihrer Eltern passiert. Es ist schließlich erst drei Monate her, als wir noch zusammen waren und die WM-Vorqualifikation in Katar gespielt haben.

Sie gehören zu den wenigen Amateurspielern in der afghanischen Auswahl. Hat Nationaltrainer Anoush Dastgir auch die Hessenliga im Blick?

Amiri:  Das hat sicher auch damit zu tun, dass ich schon sehr lange beim Nationalteam dabei bin, mein erstes Länderspiel war ja schon vor mehr als zehn Jahren. Ich bin dem Trainer sehr dankbar, dass er mich jetzt für die WM-Vorqualifikation im Juni in Katar erneut nominiert hat und ich in den drei Spielen gegen Bangladesch, den Oman und Indien zumindest jeweils zu drei Kurzeinsätzen gekommen bin. Wegen der coronabedingten Spielpause in den Amateurligen hatten wir ja lange keine Spielpraxis. Die meisten meiner Teamkollegen sind aber in verschiedenen Profiligen in der ganzen Welt aktiv, da sind Abassin Alikhil, mein Mitspieler beim SC Hessen Dreieich, und ich die Ausnahmen.

Dass sie jemals ein Länderspiel in Afghanistan austragen werden, bleibt angesichts der aktuellen Entwicklung dort wohl ein Traum, oder?

Amiri:  Ja, leider! Das war schon in den letzten Jahren nicht möglich, da haben wir unsere Heimspiele in Tadschikistan ausgetragen. Jetzt, nach der Machtergreifung der Taliban, wird es der Fußball in Afghanistan allgemein noch viel schwerer haben. Dabei wäre es für die Menschen in Kabul oder anderswo im Land das Größte, wenn sie ihre Mannschaft in ihrem Heimatland sehen und anfeuern dürften. Das wäre für sie wie ein WM-Finale. Die Leute sind absolut fußballverrückt, da würden 100.000 Menschen ins Nationalstadion kommen. Ich habe es erlebt, was los ist, wenn das Stadion voller afghanischer Fans ist. Da hatten wir ein Länderspiel im Iran, in einem eher kleinen Stadion, das 15.000 Zuschauer fasst. Es war voller Afghanen, die im Iran lebten – sie haben uns fantastisch unterstützt, das werde ich im Leben nicht mehr vergessen.

Sie sind nun schon sieben Jahre in Dreieich. Kann man sagen, dass Sie inzwischen in Hessen verwurzelt sind?

Amiri:  Ja, das ist schon so. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl, meine Frau und ich haben eine kleine Tochter und auch beruflich habe ich mir hier als Inhaber einer kleinen Nutzfahrzeug-Firma etwas aufgebaut. Außerdem trainiere ich gemeinsam mit meinem Mitspieler Denis Streker, Kapitän der ersten Mannschaft, die U14 des SC Hessen. Unser Lebensmittelpunkt ist hier – aber die Sorge, wie es in Afghanistan weitergehen wird, bleibt.

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