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Zweimal Fußballerin des Jahres in Lettland, nun beim SV Lichtenberg: Ieva Bidermane.[Foto: SV Lichtenberg 47]
Sie ist 33 Jahre alt, Sternzeichen Skorpion, promovierte Physikerin, Nationalspielerin für Lettland und spielt Fußball in der Berlin Liga für den SV Lichtenberg 47. Zugleich ist Dr. Ieva Bidermane aber auch aktuelle Nationalspielerin Lettlands und war in ihrer Heimat 2008 und 2015 "Fußballerin des Jahres". Seit 2008 hat sie fast jedes Länderspiel im lettischen Trikot mitgemacht.
Ieva Bidermane startete ihre Karriere einst bei Skonto/Ceriba 46 in ihrer Geburtsstadt Riga. 2008 hat sie an der Universität Lettlands in Riga als Physikerin ihr Studium abgeschlossen. Später spielte sie von 2008 bis 2012 beim FF Issy in Frankreich, weil sie an der Pariser Sorbonne als Doktorandin tätig war. Aus diesem Grund wechselte sie dann 2012 für drei Jahre nach Schweden in die Dam Division 4 Östra zu Gamla SK in Uppsala, weil sie in der Universität dort ihre Karriere als Doktorandin am Institut für Physik fortsetzte. Die Division 4 entspricht in Schweden der sechsten Liga. Gespielt hat sie für GSK verletzungsbedingt allerdings weniger.
Für Riga United, dessen Frauenteam im Mai 2014 gegründet wurde, spielte sie ab April 2015 in der lettischen Womens Premiere League und schrieb Geschichte. Denn am zweiten Spieltag holten die „Schwarzen Katzen“ mit 1:1 gegen Rezekne nicht nur ihren ersten Ligapunkt, vielmehr hieß die Torschützin Ieva Bidermane. Im März 2016 dann berufsbedingt der Wechsel nach Deutschland zum SV Lichtenberg 47, seitdem arbeitet sie in Forschungsprojekten im Helmholtz-Zentrum Berlin am Institut für Materialien und Energie.
"Die Regionalliga war mir zu stressig."
Die Lichtenberg-Frauen spielen derzeit in der Berlin Liga, also auf Verbandsebene, eine gute Rolle im oberen Tabellendrittel. Im kommenden Jahr wollen sie laut Trainer den Aufstieg anvisieren. Die Vergangenheit der L47-Frauen ist interessant: Zu DDR-Zeiten 1971 als BSG EAB Lichtenberg beim Trägerbetrieb "Elektrobetrieb und Anlagenbau Berlin" gegründet, wurde EAB als Topteam des Bezirkes Berlin 1981 Fünfter und 1983 Vierter bei der Bestenermittlung der DDR. Prominente Aktive war in den Anfangsjahren übrigens die Leichtathletin Christine Spielberg, Europameisterin im Diskuswurf von 1966. Die kam nach ihrer Wurfkarriere über den Handball zum Fußball, war sogar mehrere Jahre Spielertrainerin in Lichtenberg.
Heute ist eben Ieva Bidermane als Nationalspielerin so etwas wie ein Promi im Team. Aber nicht die einzige ausländische Spielerin. Die 47er sind ziemlich international aufgestellt. „Wir haben neben Ieva aus Lettland auch Sandy de Nicolo aus Italien, Olga Kolomiets aus Russland und Eugenia Acosta aus Kanada in unserem Team“, sagt Trainer Jens Uwe Ludwig. Einen Karriere-Bonus beanspruche Bidermane nicht. Ganz im Gegenteil. „Ieva ist eine ganz unaufgeregte freundliche Persönlichkeit völlig ohne Starallüren, sie passt mit ihrer Art ideal ins Mannschaftsgefüge“, sagt der Trainer. „Wir sind froh, dass wir sie haben.“ Wann immer es der Beruf und Nationalteam ermöglichen, spiele sie mit und sei auch regelmäßig beim Training, lobt der Coach seinen lettischen Linksfuß. „Wir profitieren als Mannschaft unheimlich von ihrer sportlichen Erfahrung. Und das nicht nur auf der eingesetzten Position als Nummer 6.“
Dieses Kompliment gibt die Spielerin gerne zurück. „Ich fühle mich äußert wohl in meinem Team und seinem Umfeld.“ Es sei gut gewesen, nach einem Intermezzo beim Nordost-Regionalligisten FC Viktoria 1889 Berlin auf den Rat einer Freundin zu hören. „Anika Wetzel hat für Lichtenberg gespielt, also bin ich zu ihrem Team gewechselt. Denn die Regionalliga war mit als Ausgleich zum Berufsleben zu stressig gewesen. Also war eine Alternative von Nöten, denn auf Fußball möchte ich nicht verzichten. Es ist für mich ein körperlicher Ausgleich zu den Kopfanstrengungen im Beruf.“
Dabei sieht Ieva Bidermane durchaus interessante Parallelen zwischen Job und Fußball: „Die Interaktion mit den Mitspielerinnen entscheidet über den Mannschaftserfolg ebenso wie die individuelle Leistungskriterien, etwa Fitness, Technik und Taktik. Das ist vergleichbar mit meinem Job, wenn wir Materialien im Zusammenspiel mit anderen Komponenten beobachten und ihre Reaktion vergleichen, entwickeln oder optimieren. So etwas interessiert mich.“
Dem Fußball möchte sie deshalb auch nach der aktiven Karriere verbunden bleiben. „Fußball hat als Teamsport mit all seinen Herausforderungen von Beginn an mein Herz erobert. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, mich auch später mit diesem tollen Mannschaftssport zu beschäftigen, vielleicht auch als Trainerin.“ Eine C-Lizenz hat sie zu ihrer Zeit in Riga beim FC United bereits gemacht. „Es ist sehr interessant, den Fußball auch von dieser Seite kennen zu lernen und die Spielerinnen so weiterzuentwickeln, ihre Leistung zu beeinflussen.“ Da kommt sie erneut zum Vorschein, diese wissenschaftliche Seite der Forscherin aus dem Baltikum.
In Lettland war Bidermane 2008 und 1215 Fußballerin des Jahres . Seit 2008 hat sie fast jedes Länderspiel mitgemacht. Das sind 36 offizielle Einsätze bis heute, dabei erzielte sie den ersten Länderspieltreffer beim ersten Gewinn des Baltic-Cups. Im März 2017 gewann Bidermane den Aphrodite Cup auf Zypern. Zuletzt spielte sie im März beim Gold City Cup im türkischen Antalya. Das sei der nächste Qualitätsschritt gewesen, meint Trainer Didzis Matiss. Nach Niederlagen gegen Mexiko, Jordanien und Polen gelang dem 87. der Weltrangliste im Platzierungsspiel ein 2:1 über Kasachstan.
Ihr Fußballinteresse sei in der Kindheit entstanden. „Ich habe oft mit den Jungs auf der Straße und im Hof gespielt“, erzählt Ieva Bidermane. „Die wollten mich erst immer ins Tor stellen. Aber ich war als Spielerin ziemlich gut, habe mit Toren überzeugt und mir so einen Namen gemacht. Manch Gegner hatte anfangs gedacht: Ach, das ist nur ein Mädchen. Die kleine Ieva brauchen wir nicht zu decken. Aber ich habe die Jungs dann eines besseren belehrt. Die haben das kapiert, und fortan wurde ich dann gedeckt.“
Im Verein habe sie erst mit 19 Jahren im Rigaer Universitätsteam zu spielen begonnen. „Damals war Frauenfußball noch nicht populär, eher etwas Besonderes. Wir haben als Siebenerteam gespielt, also auf kleinem Feld. In unserer Unimannschaft gab es eine Vereinsspielerin. Die kam immer mit richtiger Ausrüstung, das hat mir absolut imponiert. So bin ich damals zum Team Skonto und in mein erstes Elferteam gekommen.“ Der Beginn eines langen Weges, der sie bis nach Berlin-Lichtenberg geführt hat.
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