DFB-Pokal 2026/2027: Diese Amateurteams sind dabei
Heute wird die erste DFB-Pokal-Hauptrunde ausgelost. Unter den 64 Teilnehmern sind auch wieder einige Amateurteams aus der Regional- und Oberliga dabei.
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Jules Reimerink: "Die Leute im Verein und Umfeld reden nur noch über dieses Spiel."[Foto: TuS Bersenbrück]
Als aktiver Spieler schaffte Jules Reimerink (36) mit dem TuS Bersenbrück aus der Oberliga Niedersachsen schon einmal den Einzug in den DFB-Pokal. Jetzt will der Ex-Profi dieses Kunststück als neuer Teamchef des Klubs wiederholen. Am Finaltag der Amateure geht es am Samstag, 23. Mai (ab 13.30 Uhr, live in der ARD), im Niedersachsenpokal in Barsinghausen gegen den Ligakonkurrenten Lüneburger SK. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Reimerink über seine neue Aufgabe, sein persönliches Highlight und zu viele Gegentore.
FUSSBALL.DE: Der TuS Bersenbrück sich mit einem Sieg im Niedersachsenpokal zum dritten Mal nach 1990 und 2023 für den DFB-Pokal qualifizieren. Wie groß ist bereits die Vorfreude auf den Finaltag der Amateure, Herr Reimerink?
Jules Reimerink: Die Leute im Verein und Umfeld reden nur noch über dieses Spiel. Die Vorfreude ist riesig. Drei Fanbusse sind bereits ausgebucht. Es ist durchaus möglich, dass noch weitere folgen werden. Momentan sind wir in der Liga nicht so gut drauf, wollen aber bis zum Finaltag alles in die richtige Richtung steuern.
Beim zurückliegenden Pokalendspiel gegen den SC Spelle-Venhaus waren Sie noch als Spieler aktiv, stehen nun als Teamchef an der Linie. Mal ehrlich: Wie gerne würden Sie selbst noch auf dem Platz stehen?
Reimerink: Die zurückliegenden Meisterschaftspartien haben wir verloren. Ich hätte als Spieler noch gerne ausgeholfen. Als Teamchef und Interimstrainier wartet auf mich jetzt jedoch eine neue Herausforderung.
Welche Bedeutung haben die Teilnahme am Pokalfinale und die Live-Übertragung in der ARD grundsätzlich für den Verein?
Reimerink: Als kleiner Verein werden wir durch das Pokalfinale bundesweit bekannt. Allein diese Tatsache erfüllt uns mit großem Stolz.
Wie wichtig wäre die Qualifikation für den DFB-Pokal?
Reimerink: Finanziell ist eine Teilnahme im DFB-Pokal für jeden Amateurverein lukrativ. Von den generierten Einnahmen können wir viele Dinge umsetzen, die sonst liegenbleiben. Für alle wäre es ein absolutes Highlight. Die Leute sprechen heute noch von unserem letzten Auftritt, als wir 2023 durch ein 0:7 gegen Borussia Mönchengladbach ausgeschieden sind.
Gegen die "Fohlen" waren Sie ebenfalls noch als Spieler dabei. Was unterscheidet das damalige Team vom Heutigen?
Reimerink: Durch die aktuellen Ergebnisse fehlen der Mannschaft ein wenig die Leichtigkeit und das Selbstvertrauen. Wir hatten damals innerhalb der Mannschaft ein besseres Gefühl, weil wir insgesamt besser performt hatten. Es geht primär um psychologische Effekte. Durch eine mutige Spielweise wollen wir eine andere Dynamik auf dem Platz hinbekommen.
Sie hatten Ihre aktive Laufbahn im Sommer beendet, sind jetzt seit wenigen Wochen als Teamchef beim TuS Bersenbrück tätig. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?
Reimerink: Die Aussicht, den TuS Bersenbrück in den DFB-Pokal zu führen, hat mich gereizt. In der Liga können wir weder ab- noch aufsteigen. Ich will, dass die Mannschaft topfit in das Pokalfinale geht.
Bislang haben Sie das Team in drei Spielen betreut. Wie fällt Ihr Eindruck aus?
Reimerink: Wir haben allein in diesen Partien elf Gegentore kassiert. Das ist eindeutig zu viel, daran müssen wir arbeiten. Wir müssen hinten stabil stehen und vorne die Tore machen.
"Die Mannschaft muss den Fokus komplett auf das Endspiel richten, dazu benötigt man in einem Finale auch immer ein wenig Matchglück"
Können Sie sich ein Engagement über die Saison hinaus beim TuS vorstellen?
Reimerink: Ich habe meine Zusage für einen Monat gegeben, will danach wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich bin seit sechs Jahren selbstständig, habe eine kleine Firma aufgebaut, die Alarmanlagen und Kameras verkauft und installiert. Man sollte im Leben niemals nie sagen, aber die Chance auf eine dauerhafte Rückkehr auf den Fußballplatz ist sehr klein. Im Fußball sollte man jedoch nie etwas ausschließen.
In der Liga sprangen aus den direkten Duellen mit dem Lüneburger SK vier Punkte heraus. Geht der Tus Bersenbrück als Favorit ins Spiel?
Reimerink: Ich erwarte eine Partie auf Augenhöhe. Endspiele sind immer anders, das kann man nicht mit Ligaspielen vergleichen. Wir haben vielleicht einen kleinen Vorteil, weil wir mit Nicolas Eiter, Philipp Schmidt, Saikouba Manneh, Moritz Waldow, Mathis Wellmann, Markus Lührmann noch sechs Spieler im Kader haben, die schon beim letzten Endspiel dabei waren.
Worauf wird es ankommen?
Reimerink: Die Mannschaft muss den Fokus komplett auf das Endspiel richten. Dazu benötigt man in einem Finale auch immer ein wenig Matchglück.
Als Spieler haben Sie im DFB-Pokal oft für Überraschungen gesorgt. Woran erinnern Sie sich besonders gerne?
Reimerink: Das Achtelfinale im DFB-Pokal 2010/2011 beim VfL Wolfsburg werde ich nie vergessen. Ich spielte für Energie Cottbus und wir waren der totale Außenseiter. Beim VfL standen mit Diego, Edin Dzeko, Grafite und Mario Mandzukic absolute Weltklassespieler im Kader, die im Jahr zuvor noch Deutscher Meister wurden. Wir sind durch einen Doppelpack von Nils Petersen und einen Treffer von Jiayi Shao mit einer 3:0-Führung in die Kabine gegangen, haben am Ende 3:1 gewonnen.
Welchen Wunschgegner haben Sie, falls sich der TuS Bersenbrück für den DFB-Pokal qualifiziert?
Reimerink: Ich bin Fan von Twente Enschede, die über viele Jahre eine Fanfreundschaft mit dem FC Schalke 04 aufgebaut haben. Gegen eine Partie gegen die Königsblauen hätte ich daher nichts einzuwenden. Der FC Bayern München oder Borussia Dortmund wären aber auch nicht schlecht. (lacht)
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