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Ehrenamtspreis |02.08.2021|10:30

Kasper: "Dem Verein etwas zurückgeben"

Ehrung: Winfried Kasper (2.v.l.) wird ausgezeichnet. Rechts: Der völlig zerstörte Fußballplatz.[Foto: Saarländischer Fußball-Verband/SC Blies 1920/Collage FUSSBALL.DE]

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Im Juni 2018 zerstörte ein Unwetter mit heftigem Starkregen die Kunstrasenanlage des SC Blies 1920 im saarländischen Bliesransbach, unweit der Landeshauptstadt Saarbrücken. Am Wiederaufbau des Platzes war Winfried Kasper (74) entscheidend beteiligt. Dafür wurde er jetzt mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet. FUSSBALL.DE sprach mit dem langjährigen Schiedsrichter, Jugendtrainer und "Bauleiter".

FUSSBALL.DE: Für Ihr herausragendes Engagement für den SC Blies 1920 wurden Sie jetzt vom Saarländischen Fußballverband mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung, Herr Kasper?

Winfried Kasper: Grundsätzlich stehe ich nicht so gerne im Mittelpunkt. Dennoch habe ich mich selbstverständlich darüber sehr gefreut. Wenn ehrenamtliches Engagement gewürdigt wird, ist das immer eine gute Sache. Fast mein ganzes Leben gehöre ich dem Verein an, war in verschiedenen Funktionen tätig. Das habe ich nicht gemacht, um irgendwann dafür geehrt zu werden. Es war für mich eher eine Selbstverständlichkeit.

Warum engagieren Sie sich seit so vielen Jahren für "Ihren" Verein?

"Weil sich unser Ort in einem Tal befindet, stand überall das Wasser, es waren chaotische Zustände"

Kasper:  Es war für mich immer eine Freude, mich für den Verein einzusetzen - unter anderem mehr als 50 Jahre lang als Schiedsrichter bis zur Verbandsliga. Schon mit 18 Jahren wurde ich Jugendtrainer, noch heute bin ich stellvertretender Jugendleiter. Der Nachwuchs lag mir immer besonders am Herzen.

Besonders gewürdigt wurde Ihr Einsatz für den Verein, nachdem ein Unwetter im Juni 2018 den Kunstrasenplatz komplett verwüstet und zerstört hatte. Als eine Art "Bauleiter" koordinierten Sie die Arbeiten. Welche Erinnerungen haben Sie an das Naturereignis?

Kasper:  Das war ganz schlimm. Ich weiß noch genau, dass ich Tränen in den Augen hatte, als ich unseren zerstörten Platz gesehen habe. Damals hatte es innerhalb von drei Stunden 100 Liter Wasser pro Quadratmeter geregnet. Weil sich unser Ort in einem Tal befindet, stand überall das Wasser, es waren chaotische Zustände. Auch zahlreiche Autos wurden zerstört, Häuser stark beschädigt.

War das Naturereignis in Bliesransbach mit den jetzigen Folgen der Hochwasser-Katastrophe in weiten Teilen von Deutschland, vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, vergleichbar?

Kasper:  In dem Ausmaß sicher nicht. Damals waren "nur" Bliesransbach und unser Nachbarort Kleinblittersdorf so stark von dem Unwetter mit Starkregen betroffen. Dennoch war es schlimm genug, das kann ich Ihnen sagen. Genau wie es jetzt bundesweit der Fall ist, war aber auch damals die Solidarität und die Spendenbereitschaft innerhalb der Dorfgemeinschaft und von außerhalb sehr groß, so dass es gelingen konnte, die Schäden nach und nach zu beheben. Viele andere Fußballklubs haben uns ebenfalls unterstützt, darunter auch der 1. FC Saarbrücken.

Was denken Sie, wenn Sie die aktuellen Bilder von den immensen Schäden sehen? Kommen da bei Ihnen auch die Erinnerungen wieder hoch?

Kasper:  Definitiv. Die Auswirkungen des Hochwassers machen mich sehr betroffen. Viele Menschen müssen um ihre Existenz bangen. Umso wichtiger ist die Welle der Spenden- und Hilfsbereitschaft, um die Betroffenen zumindest ein wenig zu unterstützen. Es sollten aber auch entsprechende Konsequenzen daraus gezogen werden. Denn wir müssen so ehrlich sein, dass es vermutlich nicht die letzte Hochwasser-Katastrophe war.

Was hat Sie damals selbst motiviert, so kräftig mitanzupacken?

Kasper:  Ich war - wie schon gesagt - selbst über viele Jahre in der Jugendarbeit des Vereins tätig und ich wollte immer dafür sorgen, dass unsere Mannschaften die Möglichkeit zum Fußballspielen haben. Nach der Verwüstung der Sportanlage durch das Unwetter hatte ich Angst, dass der Verein in dieser Form nicht mehr weiter existieren könnte. Ich sehe mein Engagement als Einsatz für die Allgemeinheit. Der SC Blies hat mir sehr viele schöne Stunden beschert und auf diesem Weg wollte ich auch etwas zurückgeben.

Welche Maßnahmen waren notwendig, um den Platz wieder in einen spielfähigen Zustand zu versetzen?

Kasper:  Zunächst musste der in Wellen daliegende alte Kunstrasenbelag und der mitgerissene Schlamm vom Platz geräumt werden. Außerdem hatte das Wasser, das teilweise bis zu einem Meter hochstand, auch die Umzäunung des Geländes nahezu komplett zerstört sowie beispielsweise ein drei Meter tiefes Loch gerissen.

Wie lange hat es nach dem Unwetter im Juni 2018 gedauert, bis beim SC Blies 1920 wieder Fußball gespielt werden konnte?

Kasper:  Erst nach rund eineinhalb Jahren konnten wir den neuen Platz einsäen. Bis dahin konnten unsere Mannschaften ihre Heimspiele im etwa vier Kilometer entfernten Bübingen austragen. Das war eine große Hilfe, um den Spielbetrieb überhaupt fortsetzen zu können.

Aus dem Kunst- wurde ein Naturrasenplatz. Warum?

Kasper:  Um ganz ehrlich zu sein: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir wieder einen Kunstrasenplatz bekommen, weil die Pflege und Unterhaltung des Platzes für den Verein einfacher und kostengünstiger ist. Die Verantwortlichen in der Sportplanungskommission haben sich anders entschieden, da der Naturrasen in der Anschaffung um etwa 100.000 Euro günstiger war. Für die Bewässerung haben wir dann beispielsweise auch noch einen Brunnen gebohrt, der regelmäßig gewartet werden muss. Wenn die Pumpe mal nicht funktioniert, dann kann es schon vorkommen, dass ich nachts um 3 Uhr am Platz sein muss. Aber das mache ich ja gerne. Später kamen noch der Bau eines Geräteschuppens und eines Kühlhauses in kompletter Eigenregie hinzu. Es ist mir aber wichtig klarzustellen, dass ich das nicht alleine auf die Beine gestellt habe, sondern immer von einer Handvoll fleißiger Helfer unterstützt wurde.

Ohne Ehrenamt geht im Amateurfußball nichts. Stimmt Sie die oft gezeigte Solidarität in der Corona-Pandemie und jetzt nach der Hochwasser-Katastrophe zuversichtlich, dass sich künftig wieder mehr Menschen ehrenamtlich für andere einsetzen?

Kasper:  Schön wäre es auf jeden Fall, denn es ist in der Tat wesentlich schwieriger geworden, dass sich die Leute nach ihrer aktiven Laufbahn weiterhin im Verein engagieren. Früher haben viele noch für die Alten Herren gespielt und gleichzeitig andere Funktionen im Verein übernommen. Das gibt es nur noch selten. Diese Generation fehlt dann oft. Wenn es etwas zu tun gibt, blickt man doch häufig in dieselben Gesichter. Nicht jeder ist halt so fußballverrückt wie ich.

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