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Regionalliga-Interview |14.05.2016|12:00

Rassismus bei RWE: Das sagen Binder & Budimbu

Leon Binder (links) konnte die rassistischen Beschimpfungen gegen seinen Gegenspieler Arnold Budimbu (rechts) nicht mehr länger ertragen. [Foto: Getty Images]

Leon Binder war beim Regionalliga West-Duell zwischen den beiden ehemaligen Bundesligisten Rot Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen der Held des Tages. Und das, obwohl RWE vor 8881 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße 0:2 verlor und zwei Spieltage vor dem Saisonende weiter um den Klassenverbleib zittern muss.

Was war passiert? Nachdem Oberhausens Offensivspieler Arnold Budimbu von drei Essener Anhängern rassistisch beschimpft worden war, handelte Binder blitzschnell. Der RWE-Verteidiger, der Budimbu noch aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Köln II kennt, stellte die Täter zur Rede und unterstrich, was beim Kampf gegen Rassismus wichtig ist: Gemeinsam Flagge zu zeigen!

Im FUSSBALL.DE -Doppelinterview sprechen die beiden über die Vorfälle im Derby, das geplante Stadionverbot für die Täter und ähnliche Erfahrungen der Boateng-Brüder Jérôme und Kevin-Prince.

FUSSBALL.DE: Wie haben Sie die rassistischen Bemerkungen der Zuschauer bei einer so lautstarken Kulisse an der Hafenstraße wahrgenommen, Herr Binder und Herr Budimbu?

"Es geht um menschliche Werte, die wir verteidigen müssen"

Leon Binder: Die Beschimpfungen und rassistischen Affenlaute waren für mich nicht zu überhören, weil ich zu diesem Zeitpunkt Arnolds Gegenspieler war. Daher befanden sich die verantwortlichen Leute in meiner unmittelbaren Nähe.

Arnold Budimbu: Alles fing an, als ich die Seite gewechselt habe und über den linken Flügel kam. Sobald ich den Ball hatte, wurden unschöne Sprüche und Laute losgelassen.

Sie griffen beherzt ein, Herr Binder. Ohne lange zu zögern.

Binder: Ich habe instinktiv richtig gehandelt. So etwas gehört weder in ein Fußballstadion noch irgendwo anders hin. Ich habe mich in dem Moment verantwortlich dafür gefühlt, etwas zu unternehmen und die rassistischen Äußerungen zu unterbinden.

Was haben Sie den Zuschauern genau gesagt?

Binder: Ich habe sie gefragt, was das soll und ihnen klar gemacht, dass so etwas nicht zu tolerieren ist. Um es harmlos auszudrücken: Ich habe ihnen ein paar warme, aber deutliche Worte mit auf den Weg gegeben.

Sie hatten die Beleidigungen zunächst ignoriert, Herr Budimbu. Wie schwer ist Ihnen das gefallen?

Budimbu: Dazu muss ich erst einmal sagen, dass ich solche Vorfälle zum Glück nicht an jedem Wochenende erlebe. Es war, glaube ich, erst das zweite Mal, dass ich so etwas über mich ergehen lassen musste. Wenn ich jede Woche von Fans wegen meiner Hautfarbe beleidigt werden würde, wäre das etwas anderes und sehr verletzend.

Binder: Es ist Arnold hoch anzurechnen, dass er damit so locker umgegangen ist. Das ist alles andere als selbstverständlich. Es wäre menschlich gewesen, wenn es ihn mehr belastet hätte. Selbstverständlich ist aber, dass ich so etwas nicht gut heißen kann. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es die eigenen Fans oder die Anhänger des Gegners sind.

Haben die Beschimpfungen nach Ihrem Eingreifen aufgehört?

Binder: Das kann ich zwar nicht hundertprozentig sagen, weil man bei einer so großen Kulisse nicht alles wahrnimmt. Aber zumindest habe ich danach nichts Negatives mehr gehört.

Budimbu: Da kann ich Leon nur zustimmen. Auch ich habe danach keine Beschimpfungen mehr wahrgenommen. Sein vorbildlicher Einsatz hat sich also wirklich gelohnt.

Hatte Ihr Verhalten auch damit zu tun, dass Sie Arnold Budimbu aus der gemeinsamen Zeit bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln sehr gut kennen, Herr Binder?

Binder: In erster Linie ging es nicht darum, eine spezielle Person zu schützen. Entscheidend war, auf Leute zu reagieren, die sich daneben benehmen. Ich habe einfach reagiert, ohne groß darüber nachgedacht zu haben. Wahrscheinlich würde ich immer so handeln. Es geht um menschliche Werte, die wir verteidigen müssen.

Welche Reaktionen haben Sie bekommen?

Binder: Ich habe von allen Seiten unterstützende Worte erhalten. Vor allem in den sozialen Medien waren die Reaktionen zum Teil überwältigend. Allerdings habe ich auch auf meiner Facebook-Seite klargestellt, dass ich gewiss nicht allen RWE-Fans ein Fehlverhalten vorwerfe. Ganz im Gegenteil: Nur den wenigen Leuten, von denen die Äußerungen und Laute gegenüber Arnold kamen, galten meine Worte. Ich hoffe, dass es das erste und letzte Mal war, dass wir uns im Stadion von Rot-Weiss Essen mit solchen Vorfällen auseinandersetzen müssen.

Hatten Sie einen ähnlichen Vorfall schon einmal erlebt?

Binder: Leider ja. Ich bin in Berlin mit den Boateng-Brüdern in einem multikulturellen Umfeld groß geworden. Auch damals gab es häufiger abfällige Bemerkungen. In dem Alter war ich aber noch nicht so weit, um aktiv dagegen vorzugehen. Heute ist das anders. Ich finde, dass wir so oft wie möglich Flagge gegen Diskriminierung zeigen sollten.

Wie ist Ihre Meinung zum aktuellen Kampf gegen Rassismus?

Budimbu: Ich bin froh, dass etwas dagegen getan wird. Was genau gemacht wird, kann und will ich aber gar nicht beurteilen. Ich bin Fußballer und hoffe, dass ich meinen Job in Zukunft auch ohne unschöne Bemerkungen von Fans ausüben kann.

Binder: Ich finde, dass gute Arbeit geleistet wird. Dass RWE zum Beispiel den Tätern umgehend ein Stadionverbot erteilt und sie - sofern es sich um Mitglieder handelt - aus dem Verein ausschließen will, ist eine sehr gute Entscheidung. Nur so und nicht anders muss man dagegen vorgehen. Jeder Fußballer sollte in den Stadien von den Zuschauern gleich behandelt werden.


Gab es in Deinem Umfeld ebenfalls einen rassistischen Vorfall, bei dem Personen beherzt eingeschritten sind? Dann schreibe uns eine Mail und/oder bewirb die Person für die Aktion "Fair ist mehr" .

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