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"Klärt das untereinander": Fairplay-Pilotprojekt gestartet

19.09.2013, 12:27 Uhr | DFB.de, FUSSBALL.DE

Fairplay-Projektleiter Ralf Klohr erklärt die Regeln, die Kids hören zu.  (Quelle: Quelle: Heinz Osten)

Fairplay-Projektleiter Ralf Klohr erklärt die Regeln, die Kids hören zu. (Quelle: Quelle: Heinz Osten)

Von Sven Winterschladen

Der Amateurfußball in Deutschland ist riesengroß. In fast 26.000 Vereinen wird unter dem Dach des DFB Fußball gespielt. Doch oft geht es nicht allzu fair in vielen Partien her. Bei einem Pilotprojekt im Kreis Köln spielen in einer Staffel D-Junioren nach besonderen Fairness-Regeln, um den zuletzt so oft vernachlässigten Fairplay-Gedanken in den unteren Ligen wieder stärker ins Licht zu rücken. Die jungen Spieler übernehmen die Verantwortung für die Einhaltung der Regeln - insbesondere der Entscheidungen von Einwurf, Abstoß oder Eckball.

Der 51-jährige Ralf Klohr hält Eigenverantwortung für sehr wichtig. Er ist Mitglied des Arbeitskreises Fairplay des Deutschen Fußball-Bundes, weil er vor fast acht Jahren einen tollen Einfall hatte - die Gründung der "FairPlayLiga für E- und F-Junioren".

Besondere Spielregeln der "FairPlayLiga"

In dieser Liga wird nach drei Hauptregeln gespielt: Erstens gibt es keinen Schiedsrichter - die sieben- bis zehnjährigen Spieler entscheiden also selbst über die Einhaltung der Spielregeln. Zweitens halten sich die Trainer mit Anweisungen zurück und unterstützen die Kinder aus einer gemeinsamen Coaching-Zone. Und drittens halten auch die Zuschauer und Eltern respektvollen Abstand zum Spielfeld, mindestens 15 Meter.

Pilotprojekt kämpft gegen die "reine Ergebnisorientierung"

Im Fußballkreis Köln hat nun das Pilotprojekt mit ähnlichen Fairness-Regeln begonnen. Der Schiedsrichter leitet das Spiel. Über Einwurf, Eckstoß und Abstoß entscheiden die Spieler jedoch selbst. "Fußball kann ein geeignetes Mittel zur Erziehung sein", sagt Klohr. "Oft sind dabei die Erwartungen an den Kinderfußball sehr hoch gesteckt, nicht selten suchen Eltern im Fußball den großen Erfolg für ihre Kinder und für sich selbst", so Klohr weiter.

Im Kinderfußball gehe es jedoch einzig und allein darum, Kindern im spielerischen Miteinander, Spaß am Sport und der Bewegung zu vermitteln. "Bestrebungen aus der Erwachsenenwelt nach der reinen Ergebnisorientierung und die damit verbundenen Probleme sind hier völlig fehl am Platz", sagt Projektleiter Klohr. Der Einfluss von außen soll reduziert werden.

Klohr: "Fußball ist ein geeignetes Mittel zur Erziehung"

Ziel der "FairPlayLiga" bei den F-/E-Junioren sei es, die Rahmenbedingungen im Kinderfußball zu beruhigen und alle Beteiligten - Vereine, Trainer und Eltern - für die eigentlich Aufgabe des Kinderfußballs zu sensibilisieren, betont Klohr: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Fußball ein geeignetes Mittel zur Erziehung sein kann." In weiten Teilen Deutschlands hat sich die "FairPlayLiga" in den untersten Altersklassen längst etabliert. Aber funktioniert das Projekt auch in der nächsten Altersklasse?

14-jähriger Referee ohne Unterstützung von Linienrichtern

Beim Eröffnungsspiel der D-Junioren-Kreisliga, Staffel 9, im Kreis Köln treffen der SSV Ostheim und die dritte Mannschaft von Vorwärts SpoHo Köln aufeinander. Es ist die erste Begegnung, die nach den Fairness-Regeln ausgetragen wird.

Der 14-jährige Elmar Shakiba leitet die Begegnung als Unparteiischer ohne Unterstützung von Linienrichtern und ist angetan: "Für mich ist es so viel einfacher, weil es draußen normalerweise sehr schwer ist, eine Entscheidung zu treffen. Die Spieler sind doch viel näher dran, so ist es besser. Ich merke, dass es insgesamt eine viel fairere Atmosphäre hier gibt." Nur wenige Szenen sind knifflig. "Ich bin dann gefragt worden, wer jetzt den Ball hat", sagt Shakiba. "Daraufhin habe ich nur gesagt, dass sie das untereinander klären sollen. Das war überhaupt kein Problem und hat super geklappt."

"Alle Instanzen arbeiten hervorragend zusammen"

Auch Oliver Zeppenfeld, der Verantwortliche des Fußball-Verbands Mittelrhein, ist begeistert. "Wir sind sehr zufrieden, das klappt aber nur, weil hier wirklich alle Instanzen hervorragend zusammen arbeiten", sagt Klohr. "Aber dieser Auftakt war sehr dankbar, weil es zwei extrem faire Mannschaften sind. Wir müssen sehen, wie es funktioniert, wenn die wichtigen Partien in der entscheidenden Phase der Saison auf dem Programm stehen."

Auch die beiden Trainer der aufeinandertreffenden Teams sind überzeugt. Simon Kantz als Verantwortlicher von Vorwärts SpoHo begrüßt die neue Regelung sehr: "Die Kinder lernen auf diesem Weg noch schneller, selbst Verantwortung zu übernehmen. Ich als Trainer erziehe sie sowieso immer zu Fairness. So erleben sie es im Meisterschaftsalltag direkt in der Praxis. Das ist sehr wichtig für ihre Entwicklung." Dass seine Mannschaft am Ende ziemlich klar verliert, ist ärgerlich, doch zweitrangig. "In diesem Alter ist der Erfolg noch nicht so wichtig. Es geht zwar um Fußball, um Tore, um Punkte. Aber es gibt auch den Erziehungsauftrag", so Kantz.

Die Fairness-Regeln in der Pilotstaffel der D-Junioren

1. Spieler entscheiden selbst über Einwurf, Abstoß oder Eckstoß. Bei Uneinigkeit tritt der Schiedsrichter als Moderator auf und versucht die Situation gemeinsam mit den Spielern aufzuklären.
2. Die Trainer stehen in einer gemeinsamen Coaching-Zone und halten sich mit Anweisungen ihren Spielern gegenüber zurück. Eine negative Ansprach an den Schiedsrichter ist tabu.
3. Fans und Eltern halten Abstand zum Spielfeld und befinden sich idealerweise hinter der Spielfeldumrandung. Jegliche direkten Ansprachen an Spieler, Trainer und Schiedsrichter sind unerwünscht.
4. Jeder zeigt Respekt vor jedem.

Quelle: DFB.de, FUSSBALL.DE

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