
31.08.2010, 19:10 Uhr | sid, sid
Nationalmannschafts-Kapitäne unter sich: Michael Ballack (li.) und Philipp Lahm. (Foto: imago)
Die Diskussionen um die Kapitäns-Frage sind beendet - künftig wird es wohl nicht nur eine Führungskraft in der Nationalmannschaft geben. "Die WM hat gezeigt, dass wir die Verantwortung auf mehrere Schultern übertragen müssen. Man hat auch gesehen, einer allein kann es nicht. Es sind viele Chefs auf dem Platz gefragt", erklärte Manager Oliver Bierhoff in Bezug auf Michael Ballack und Philipp Lahm, die beide für sich die Rolle des DFB-Spielführers reklamieren. Gut möglich also, dass die Kontrahenten sich die Verantwortung künftig teilen.
Explizit verwies Bierhoff auf die neue Generation Spieler, "die eine flache Hierarchie haben". Einen "alleinigen Leitwolf, der durch die Kapitänsbinde bestimmt wird", werde es nicht mehr geben, verriet der ehemalige DFB-Kapitän Bierhoff bereits einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe der Personalfrage durch Bundestrainer Joachim Löw.
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Cheftrainer Löw will zunächst im Teamquartier Villa Kennedy in Frankfurt am Main die Akteure über seine Entscheidungen informieren. "Wichtig ist jetzt, dass Jogi mit der Mannschaft spricht, mit dem Mannschaftsrat und den Betroffenen", sagte Bierhoff vor dem Auftakt in die Qualifikationsrunde zur Fußball-EM 2012 am Freitag in Belgien (ab 20.15 Uhr im fussball.de Live-Ticker). Er forderte ein Ende der Diskussionen: "Damit dann auch wieder der Fokus auf dem Spiel liegt." Die Debatte um die Binde soll von nun an aber in den Hintergrund rücken.
Nach Ballacks langer Verletzungspause verzichtet der Bundestrainer bei den EM-Ausscheidungsspielen gegen Belgien und vier Tage später in Köln gegen Aserbaidschan auf den 33-Jährigen. Das Tauziehen um die Binde will Löw aber nicht bis zu einer möglichen Rückkehr des Leverkuseners verlängern. "Jetzt werden wir uns auf die beiden Spiele vorbereiten", unterstrich Löw seine Priorität. Fehlende Konzentration könnte die Gefahr eines EM-Fehlstarts gegen die unbequemen Belgier im Stadion "Roi Baudouin" von Brüssel erhöhen, zumal Löw bei seinen 17 nominierten WM-Fahrern ohnehin noch Trainingsrückstand sieht.
Ein persönliches Treffen mit Ballack werde es "weder am Dienstag noch am Mittwoch geben", übermittelte Löw aus dem Teamhotel, in dem er sein Personal auf die neue Periode bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine einstimmt. "Der Trainer wird das schon bei den Trainingseinheiten klar deutlich machen, dass es hier um das Spiel in Belgien geht", betonte Bierhoff. "Wichtig ist für die junge Mannschaft, dass sie direkt wieder Tritt fasst und nicht denkt, die WM geht hier automatisch weiter. Auch gegen Belgien muss man aufpassen, dass man keinen Fehltritt macht."
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Quelle: sid, sid
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