Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Kultfigur |24.03.2017|12:30

70 Jahre RWE: Barchfeld hat alles erlebt

Eine lebende Legende bei Rot-Weiss Essen und unsere Kultfigur der Woche: der 83-jährige Günter Barchfeld. [Foto: Buschmann]

Wenn der schon etwas betagte silberne Kleinwagen vorfährt, dann wissen die Spieler Bescheid. Jetzt gibt es Berliner und sie greifen gerne zu, obwohl das Fettgebäck ja nicht wirklich die ideale Sportlernahrung ist. Bei Günter Barchfeld machen die Kicker von Rot-Weiss Essen aber gerne eine Ausnahme, denn beim RWE-Urgestein darf man schließlich nicht Nein sagen. Meistens dienstags ist das, wenn der 83-Jährige aus seinem Kofferraum heraus Süßes verteilt, an den anderen Tagen in der Woche fährt Barchfeld nur so zum Training, ohne Berliner und das seit fast sieben Jahrzehnten. Nicht nur deswegen ist der langjährige Betreuer des Deutschen Meisters von 1955 unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.

"Im nächsten Jahr werde ich 70 Jahre RWE-Mitglied – am besten mit einer Aufstiegsfeier in die 3. Liga"

„Na, alles klar bei euch?“ Wenn Günter Barchfeld die RWE-Geschäftsstelle im schmucken neuen Stadion Essen betritt, stehen alle Mitarbeiter des Regionalligisten auf und begrüßen den gern gesehenen Gast mit Handschlag. Das gehört sich so, denn Barchfeld ist hier schon ein und aus gegangen, als die Arena noch Georg-Melches-Stadion hieß und Helmut „der Boss“ Rahn für seinen Heimatklub zauberte.

Am 7. Januar 1934 in Essen geboren und unweit der legendären Hafenstraße in Bergeborbeck aufgewachsen, wird Günter Barchfeld am 1. August 1948 Mitglied von Rot-Weiss Essen. Einer seiner Nachbarn ist Vereinsgründer Georg Melches. Weil er schon früh auf dem Pütt anheuert und oft nachts unter Tage malocht, kann Barchfeld aus zeitlichen Gründen – bis auf wenige Freundschaftspartien in der Jugend – selbst nie für seinen Lieblingsverein spielen. Die größten sportlichen Erfolge von RWE erlebt er daher als Fan: 1953 den DFB-Pokalsieg in Düsseldorf (2:1 gegen Alemannia Aachen ) und 1955 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Hannover (4:3 über den 1. FC Kaiserslautern). „Ich durfte davor schon als zwölfjähriger Junge gelegentlich mit dem Mannschaftsbus zu Auswärtsspielen mitgefahren“, erinnert sich Günter Barchfeld. „Das Pokalendspiel und das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft waren natürlich auch für mich die absoluten Höhepunkte“, strahlt der Rentner.

Günter Barchfeld sieht Fußballgrößen wie „den Altenessener Jungen“ Otto Rehhagel und Willi „Ente“ Lippens im RWE-Trikot und bleibt „seinen“ Rot-Weissen natürlich auch treu, als es sportlich nicht mehr so läuft. Die kurzen Gastspiele in der Bundesliga in den 60er und 70er Jahren begleitet er ebenso weiterhin als Fan wie die bitteren Zeiten in der zweiten Liga und im Amateurfußball. Als er Ende der 80er Jahre pensioniert wird und endlich mehr Zeit für RWE hat, stellt er sich sofort in den Dienst des Klubs. Zunächst wird er Betreuer in der Jugendabteilung, danach auch guter Geist der zweiten und ersten Mannschaft.

Barchfeld ist ein so herzlicher wie gewissenhafter Mensch, dennoch passiert ihm gleich bei seinem ersten Spiel als Zeugwart der Essener Profis ein schwerer Fehler. „Das war 1993, Jürgen Röber war unser Trainer. Er wollte immer komplett in Weiß spielen, möglichst auch auswärts. In der Woche vor dem Spiel war Werner Lorant, zu der Zeit Trainer bei den 'Löwen', bei uns in Essen zu Besuch“, erinnert sich Günter Barchfeld. „Ich habe ihn gefragt, in welchen Trikots er spielen würde, er sagte, 'Günter kein Problem, in Blau'. Als wir dann in München ins Stadion einlaufen, hatten die aber weiße Hosen zu ihren hellblauen Trikots an und Schiedsrichter Markus Merk sagte zu mir: 'So geht das nicht, das kann man auf dem Platz zu schlecht unterscheiden, ihr müsst eine andere Kluft anziehen.' Ich hatte mich aber auf Lorants Ankündigung verlassen und nur die eine dabei.“ Werner „Beinhart“ Lorant rettet die für Barchfeld unangenehme Situation, 1860 wechselte die Trikots und trat ganz in Blau an. Nachher nahm sich Markus Merk den Zeugwart-Anfänger Barchfeld aus Essen zur Brust: „Junger Mann, das lernen wir noch!“

Günter Barchfeld lernt schnell, so etwas passiert ihm nicht ein zweites Mal. Nach Merks Anpfiff in München packt er stets zwei Trikotsätze ein, einen in Weiß und einen in Rot. In den vielen Jahren als „Mädchen für alles“ an der Hafenstraße sieht er Spieler wie Trainer kommen und gehen, einige aber sehen in ihm und seiner Frau so etwas wie eine eigene Familie. „Wolfgang Frank kam jeden Dienstag zu uns zum Mittagessen“, erzählt Barchfeld vom inzwischen verstorbenen RWE-Coach der Saison 1994/95. „Er hat sich bei uns zu Hause sehr wohl gefühlt und wir haben ihn gerne verköstigt.“ Unter Wolfgang Frank erlebt Rot-Weiss Essen auch den letzten großen Höhepunkt im Profifußball, das DFB-Pokalfinale 1994 in Berlin (1:3 gegen Werder Bremen) – natürlich mit Günter Barchfeld als Teambetreuer auf der Bank.

Im Jahr 2001 muss sich der treue Essener einer Herzoperation unterziehen und legt sein Ehrenamt bei RWE nieder. Seitdem ist er wieder „nur“ Fan des Klubs, sieht Mesut Özil in der Jugend von Rot-Weiss zaubern und die erste Mannschaft nach einem Insolvenzantrag in die fünfte Liga abrutschen. Heute geht es dem Traditionsverein zwar wirtschaftlich besser, doch aktuell machen wieder alt bekannte Schlagzeilen von finanziellen Problemen an der Hafenstraße die Runde. Hinter dem mittelfristigen Ziel von der Rückkehr in den Profifußball mit einem zweitligareifen neuen Stadion steht so mal wieder ein Riesen-Fragezeichen. Dabei hat Günter Barchfeld diesen einen großen Wunsch: „Im nächsten Jahr werde ich 70 Jahre RWE-Mitglied – am besten mit einer Aufstiegsfeier in die 3. Liga.“

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Weiter