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Serie "Familienbande" |30.09.2015|14:30

"Ale" Riedle: Ein Wandervogel wird sesshaft

Die Riedles: Weltmeister Karl-Heinz im Gespräch mit seinem Sohn Alessandro. [Foto: imago]

Er galt als hoffungsvolles Talent, aber ob in Deutschland, der Schweiz oder der Türkei: Nirgendwo fand Alessandro Riedle sein Glück. Mittlerweile ist der Sohn von Weltmeister Karl-Heinz in die Heimat zurückgekehrt. Und hat den Traum von der Profikarriere beinahe aufgegeben. Neue Folge der Serie Familienbande.

Karl-Heinz Riedle hat mit dem BVB die Champions League gewonnen und ist mit Deutschland Weltmeister geworden. Noch heute ist der inzwischen 50-Jährige regelmäßig Gast auf der großen Fußball-Bühne zu Hause, so brachte er im Juni vor dem Finale in der Königsklasse zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin den begehrten Henkelpott in das Berliner Olympiastadion. Als Markenbotschafter seines Ex-Klubs Borussia Dortmund reist er durch die ganze Welt.

Etwas ruhiger ist es derzeit um seinen ältesten Sohn Alessandro geworden. Der 24-Jährige ist gerade wieder in die Heimat, ins beschauliche Allgäu, zurückgekehrt, nachdem es mit dem Durchbruch im Profifußball nicht geklappt hat. Mit 17 galt „Ale“, so wird er von seinen Kumpels gerufen, als Riesentalent. Der VfB Stuttgart holte ihn von den Grashoppers Zürich in die deutsche Junioren-Bundesliga, zweimal lief Alessandro für die deutsche U 18-Nationalmannschaft auf. Bei den Schwaben sollte er ähnlich abheben, wie „Air“ Riedle in seiner Zeit bei Werder Bremen , in Dortmund und bei Lazio Rom.

"Jetzt ist die Zeit gekommen, in der es wichtiger ist, dass die Familie ein festes Zuhause hat"

Aber Alessandro blieb am Boden – auch weil er die Erwartungen, die unweigerlich mit seinem prominenten Namen verknüpft sind, nicht erfüllen konnte. „Er wird schon hin und wieder mal mit mir verglichen werden, aber ich habe ihn inzwischen abgehärtet. Solche Sachen gehen bei ihm in ein Ohr rein und im anderen wieder raus, und genauso sollte es auch sein“, meinte Papa Karl-Heinz zwar einmal in einem früheren Interview mit dem Magazin 11 Freunde .

Zu Viktoria Köln in die Regionalliga

Der Sohnemann empfindet die Sache aber doch ein wenig anders: „Es ist nicht einfach für mich, weil ständig der Vergleich kommt“, erklärt Alessandro Riedle. „Ich bin natürlich stolz darauf, was mein Vater erreicht hat, aber das schaffen wahrscheinlich nur zwei Prozent aller Fußballer in Deutschland, wenn überhaupt. Deshalb sollte man diese Geschichte nicht ständig wieder hervorholen. Für mich ist es manchmal eher eine Belastung." Riedle junior spielt übrigens auf der „Zehn“, schon daher hinken Vergleiche mit seinem Vater.

Von Stuttgart ging es für den jungen Erwachsenen zurück nach Zürich, von dort über Bellinzona in die Türkei zu Akhisar Belediyespor und von dort zu Viktoria Köln in die Regionalliga West . „Ich habe mehrere Stationen hinter mir, auf denen es aus verschiedenen Gründen nicht so geklappt hat, wie ich es mir erhofft hatte“, erinnert sich Alessandro Riedle. In Bellinzona war der Klub pleitegegangen und in Belediyespor durften nur fünf Ausländer spielen. In Köln war er verletzt, ehe der Klub in der Winterpause einen neuen Trainer verpflichtete und der gleich zwei neue Spieler für Riedles Position holte.

Da kam der Anruf von Uwe Wegmann sehr gelegen. Der frühere Torjäger (240 Bundesliga-Spiele/54 Treffer für den VfL Bochum bzw. den 1. FC Kaiserslautern ) kommt, wie die Riedles, aus dem Allgäu und ist Trainer beim schweizerischen Drittligisten SC Brühl in St. Gallen. „Das Angebot habe ich gerne angenommen, denn ich kenne die Liga. Sie ist in diesem Jahr besonders interessant, weil traditionsreiche Vereine wie Servette Genf und Xamax Neuchatel aufgrund von Lizenzentzügen in dieser Saison hier spielen“, erklärt Alessandro Riedle.

Rückkehr nach Oberstaufen

„Die dritte schweizerische Liga ist vom Niveau her mit der deutschen Regionalliga zu vergleichen“, meint Trainer Wegmann. Zwar ist der SC Brühl ein reiner Amateurklub, aber mit einem Spieler wie Alessandro Riedle geht schon noch was. „Als er im Februar zu uns kam, waren wir Tabellenletzter. Er hat die Mannschaft aus dem Keller geführt und war unser Dreh- und Angelpunkt“, schwärmt Wegmann von seinem prominenten Spieler.

Viel wichtiger war für Riedle junior ohnehin die Rückkehr in die Heimat. In Oberstaufen, ein idyllisches Städtchen mit gut 7.000 Einwohnern direkt an der Grenze zur Schweiz, hat er sich mit seiner Frau Erika, einer Jugendliebe, und dem dreijährigen Söhnchen Luiz sesshaft gemacht. „Vorher war ich als Fußballer ja immer unterwegs, das hat meine Frau immer mitgemacht. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der es wichtiger ist, dass die Familie ein festes Zuhause hat“, betont Alessandro Riedle.

Die Eltern, Papa Karl-Heinz und Gattin Gabriele, wohnen ebenfalls im Ort. Tochter Vivien-Joana (17) geht hier zur Schule, während der 22 Jahre alte Dominic, der nur aus Hobby mal Fußball gespielt hat, bereits außer Haus ist und seinen Bachelor in International Business absolviert hat. Auch Alessandro will studieren. An der Internationalen Hochschule in Bad Honnef hatte er sich bereits vor einem Jahr, als er bei Viktoria Köln kickte, für ein Fernstudium in BWL eingeschrieben. Die akademische Laufbahn will er nun im Süden der Republik einschlagen, ein duales Studium im Sport oder Management schwebt ihm vor.

Vater schuftete als Fleischer

Da hat er es dann doch viel besser als sein Vater. Karl-Heinz Riedle musste nämlich als Jugendlicher in der Fleischerei seines Vaters schuften. „Ich wollte nie Metzger werden, aber mein Vater hat mir das aufgedrückt. Er hatte ein Geschäft, und ich war der einzige Sohn mit vier Schwestern“, erinnert sich der frühere Weltstar. „Die Lehre war mein Abhärtungsmittel und der Grund, warum ich unbedingt Fußballprofi werden wollte. Vielleicht hat es mir auch viel geholfen, aber Alessandro würde ich das trotzdem nicht zumuten.“

In den Fußball habe er den ältesten Sohn nie gedrängt, aber auch nicht aufgehalten, als das Talent eine vielversprechende Karriere andeutete. „Es war ja immer sein großer Traum, Fußballprofi zu werden. Wenn man die Chance und das Talent hat, diesen Beruf auszuüben, würde ich das allem vorziehen“, meint Karl-Heinz Riede.

So gilt auch Alessandros Fokus noch dem Fußball. Eine Stunde Fahrt nimmt er von Oberstaufen bis zum Training in St. Gallen in Kauf – und ist glücklich. Sollte ein Angebot eines höherklassigen Vereins kommen, würde er dennoch ins Grübeln kommen. Zu groß ist noch die Versuchung, im Fußball weiter zu kommen – auch wenn eine Weltkarriere, wie sie sein Vater hingelegt hat, außer Reichweite ist.

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