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Amateurstatistiken

Kreisligaknipser|01.12.2019|17:00

Auf den Spuren von Lewandowski

Virerpacker in der Champions League: Bayern Münchens Topstürmer Robert Lewandowski.[Foto: GettyImages]

Während Robert Lewandowski wöchentlich Tor-Rekorde auf Profi-Ebene pulverisiert, wühlen sich im Amateurbereich unzählige Mittelstürmer durch die Strafräume und knipsen um die Wette. Ihr Ziel: Die offiziell ausgeschriebene Torjägerkanone, die in dieser Saison bis hinunter in die 11. Liga vergeben wird. Grund genug, sich die verschiedenen Stürmertypen der Kreisliga einmal genauer anzuschauen. Die neueste Ausgabe der FUSSBALL.DE-Kolumne  Amateur-Alltag.

" Ich weiß nicht, was er noch für Rekorde knacken will dieses Jahr. Er scheint mir auf jeden Fall sehr motiviert zu sein." (Leon Goretzka über Robert Lewandowski nach dessen Blitz-Viererpack in Belgrad )

Robert Lewandowski hat am Mittwochabend in 14 Minuten öfter das Tor getroffen als ich richtige Entscheidungen. Ich habe in diesem Zeitraum ein Bier aus dem Keller geholt, es geöffnet und getrunken. Eine zufriedenstellende Statistik eigentlich, dennoch musste ich mich dem Polen 3:4 geschlagen geben. Bayerns Mittelstürmer ist derzeit einfach eine Klasse für sich. Zwischen der 53. und 67. Minute war er beim Champions-League-Spiel in Belgrad nicht mehr zu bremsen und sicherte sich mit seinem Champions-League-Viererpack in 14 Minuten einen Champions-League-Rekord. Die bemitleidenswerte Defensive von Roter Stern hatte seiner Klasse nichts entgegenzusetzen – und sie war damit längst nicht die erste in dieser Saison.

Lewandowskis Quote: 27 Tore in 20 Pflichtspielen. Trotz des kleinen Bayern-Durchhängers vor dem Trainerwechsel macht Lewandowski seit Saisonbeginn einfach das, woran er als Stürmer nun mal gemessen wird. Der Pole ist der Beweis, dass der klassische Mittelstürmer auch im modernen Fußball noch immer einen wichtigen Spielertyp darstellt. Nicht falsch verstehen: Lewandowski ist technisch überragend, bewegt sich stark zwischen den Linien und kann auch Vorlagen geben. Während sich viele andere Teams zuletzt aber mit "falschen Neunern" versuchten, beweist er seit Jahren, dass die Instinktstürmer, die durch den Strafraum geistern und dann immer wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort stehen, zweifellos den Unterschied machen können. Obwohl die Konkurrenz mit Timo Werner (zwölf Tore) ebenfalls Treffsicherheit beweist, würde derzeit wohl kaum jemand gegen einen Torschützenkönig Lewandowski wetten.

"Entweder du lässt mich den Elfer treten oder unser Team spielt gleich mit neun Leuten weiter…"

Die Torjägerkanone für alle

In diesem Jahr bleibt der Traum von der Torjägerkanone aber nicht nur den Profis dieses Landes vorbehalten. FUSSBALL.DE und der kicker  prämieren am Ende der Saison auch die besten Knipser von der 3. bis zur 11. Liga. Jeder aktive Amateurkicker hat somit die Möglichkeit, am Ende der Saison in einer Reihe mit – womöglich – Robert Lewandowski zu stehen. Diese Aussicht dient dem einen oder anderen Kreisliga-Stürmer sicher als besondere Motivationsspritze. Anlass genug, um die Torjägertypen des Amateurfußballs mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Verbal-Knipser: Er kündigt vor der Saison vollmundig an, dass in dieser Saison die Vereinsrekorde ordentlich wackeln werden. Er habe sich in der Sommervorbereitung aber mal so richtig in Form gebracht und, naja, er gehöre ja eigentlich ohnehin in die Landes- und nicht in die Kreisliga. Er müsse sich aber nichts mehr beweisen. Was große Worte angeht, darf er sich schon vor der Saison die Krone aufsetzen. Leider – zumindest in seinem Falle – liegt die Wahrheit aber auf dem Platz: Sein erstes Tor erzielt er im zehnten Saisonspiel, am Ende der Spielzeit landet er bei mageren sechs Treffern, darunter drei Elfmeter. Der einzige Rekord, den er tatsächlich bricht, handelt von der größten Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die der Verein je gesehen hat.

Der Missverstandene: Er stellt sich gern in den Dienst der Mannschaft, fühlt sich auf seiner Position aber völlig fehl am Platze. Der Coach lässt ihn jeden Sonntag als Innenverteidiger auflaufen, während er seine Stärken eher im gegnerischen Strafraum sieht. Dieses Spannungsfeld entlädt sich ab dem Zeitpunkt, ab dem seine Truppe mit zwei bis drei Toren in Front liegt. Mit einem Hang zum Harakiri interpretiert er seine "taktischen Freiheiten" sehr eigenwillig, indem er als Abwehrmann plötzlich dauerhaft an der gegnerischen Abseitslinie unterwegs ist und sich unaufhörlich durch den Strafraum der Kontrahenten wühlt. Er will im internen Tor-Ranking natürlich nicht abfallen.

Das Phantom: Ein Klassiker des Mittelstürmertypens, der natürlich auch in der Kreisliga beheimatet ist. Er weigert sich über die eineinhalb Stunden, in irgendeiner Form konstruktiv am Spiel teilzunehmen. Er schleicht scheinbar unmotiviert herum und ist für seine Mitspieler kaum anspielbar – mit einer Ausnahme: Sobald der Ball im gegnerischen Strafraum angelangt, steht er Gewehr bei Fuß. Pariert der Keeper einen Schuss und wehrt diesen zur Seite ab, steht er richtig für den Abstauber. Haut der Flügelspieler mal wieder blind einen Ball vors Tor, steht er richtig und hält nur noch den Fuß rein. Fliegt eine Ecke in den Strafraum und keiner weiß mehr, wo der Ball ist, steht er richtig, um sich kurz danach aus der Staubwolke heraus zum Torjubel aufzumachen.

Der Egozocker: Er hat nach der Bekanntgabe, dass Torjägerkanonen nun bis in die Kreisliga vergeben werden, vor Freude erstmal drei Nächte kein Auge zubekommen. Auf dem Platz wirft er schließlich alles rein, um sich den persönlichen Titel zu sichern. Diese unbändige Motivation in allen Ehren, aber: Der Mannschaft hilft sie nur bedingt. Der Egozocker spielt nämlich keinen Ball mehr ab, egal ob seine Kollegen glockenfrei vor dem Tor stehen. Er wirft sich stattdessen in wahnsinnige Dribblings und schießt aus jeglicher Position ab 35 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse. Sollte ein Mitspieler einen Elfmeter treten wollen, riskiert er eine handfeste Auseinandersetzung mit ihm: "Entweder du lässt mich den Elfer treten oder unser Team spielt gleich mit neun Leuten weiter…"

Der Brecher: Er bringt über 100 Kilo auf die Waage, aber weiß, wie er seine Pfunde gewinnbringend einsetzt. Der Brecher versucht im Eins-gegen-Eins-Duell gar nicht erst, den Gegner mit irgendwelchen Haken ins Leere zu schicken – er läuft einfach gerade durch ihn durch. Bei hohen Bällen lässt sich an ihm noch so viel zerren oder herumdrücken – es ist wirkungslos. Er steht wie metertief verwurzelt und nickt den Ball unbeeindruckt ein. Ein Spielertyp, gegen den vor allem in der Kreisliga kaum ein Kraut gewachsen ist: Beweglich wie eine Litfaßsäule, dafür ein treffsicherer Fels in der Brandung.

Der Abseitige: Er patrouilliert an der Abseitslinie wie ein Zoo-Tiger entlang seines Käfigs. Seine hyperaktive Art lässt ihn nicht ruhig stehen, schließlich könnte jeder Ballkontakt eines Mitspielers zu einem langen Ball werden, den er natürlich möchte. Selbst bei jedem noch so unspektakulären Hin-und-her-Geschiebe im Mittelfeld startet er wie ein Getriebener kurz in Richtung Spitze. In 85 Prozent der Fälle wird aber überhaupt kein langer Ball gespielt. Bei den anderen 15 Prozent der Fälle, bei denen tatsächlich der Ball in seine Richtung fliegt, steht er dann schon meterweit im Abseits.

Wir sehen: Es gibt unterschiedlichste Herangehensweisen, um dem Traum der ersten offiziellen Torjägerkanone näher zu kommen. Mit viel oder wenig Laufarbeit, mit hohem oder niedrigem Körpergewicht, mit großen oder weniger großen Worten im Vorfeld. In diesem Zuge nur die Bitte: Vergesst eure Teamkollegen nicht! Drei Punkte ohne eigenes Tor sollten am Ende immer noch erfreulicher als drei eigene Tore ohne Punkte sein.


Joel Grandke, Buchautor und aktiver Amateurkicker aus Hamburg, spürt in seiner wöchentlich auf FUSSBALL.DE erscheinenden Kolumne der Faszination Amateurfußball nach. Stets mit einem Augenzwinkern.

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