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AdJ-Wahl |14.12.2018|09:30

Ballbach: „Der Verein ist wie eine Familie"

„Amateur des Jahres 2018“ Thomas Ballbach: „Das alles muss ich jetzt erst einmal sacken lassen.“[Foto: privat]

Thomas Ballbach hat es geschafft. Der 34-Jährige des SV Mosbach ist „Amateur des Jahres 2018“. Mit seiner großen Leidenschaft für seinen Verein überzeugte er sowohl die prominente Jury als auch User und setzte sich gegen mehr als 100 weitere, männliche Bewerber durch. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht der passionierte Marathonläufer über die Anfänge beim SV Mosbach, die Jugendarbeit im Verein, was ihm die Auszeichnung bedeutet - und was er sich für 2019 wünscht.

FUSSBALL.DE: Herr Ballbach, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung zum „Amateur des Jahres“. Um mit einer klassischen, typischen Sportfrage zu starten: Haben Sie Ihren Erfolg schon realisiert?

Thomas Ballbach: (lacht) Noch nicht wirklich. Man wird anfangs schon fast überfrachtet, auf mich ist eine ungewohnte, mediale Welle eingeprasselt. Ich sollte Interviews geben, das Radio hat eine Anfrage geschickt, ich wurde zu einer Podiumsdiskussion eingeladen – also lauter Sachen, die ich aus meinem bisherigen Leben nicht kannte. Aber ich genieße die vielen positiven Rückmeldungen. Das alles muss ich jetzt erst einmal sacken lassen, dann wird es garantiert eine Feier mit dem Sportverein geben. Denn die Auszeichnung ist eine Anerkennung für den ganzen Verein.

Ludwig Sand, ein ehemaliges Vorstandsmitglied und Ehrenamtsbeauftragter des SV Mosbach, hatte Sie im Namen des Vereins vorgeschlagen. Wissen Sie eigentlich, was in der Bewerbung stand?

"Es gibt bei uns wahnsinnig viele engagierte Leute"

Ballbach: Ich wusste nicht einmal etwas von der Bewerbung. Erst, als mich das Fernsehteam angerufen und mir berichtet hat, dass ich unter den letzten zehn Kandidaten bin, habe ich mitbekommen, was Sache ist und auch was der Inhalt der Bewerbung war.

In der Bewerbung stand unter anderem, Sie seien ein „lupenreiner Amateur und ein echter Profi". Irgendwie paradox, oder?

Ballbach: Naja, ich sehe das so: Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig und zu 100 Prozent machen. Das ist eine Einstellung, die ein Profi braucht, im Amateurbereich aber nicht zwingend erforderlich ist. Dennoch ist es natürlich schön, auch als Amateur mit voller Energie und Enthusiasmus seinen Tätigkeiten nachzugehen. 

Der Verein, für den Sie alles geben, ist der SV Mosbach. Was macht ihn so besonders?

Ballbach: Mosbach ist ein kleiner Dorfverein. Der Ort hat 160 Einwohner, jeder kennt wirklich jeden. Der ganze Verein ist für mich wie eine kleine Familie. Man unterstützt sich gegenseitig, unternimmt in der Freizeit viel miteinander. Das ist, denke ich, die große Stärke, die uns auszeichnet. Es gibt bei uns wahnsinnig viele engagierte Leute. Man geht gerne ins Training und trifft fast zu jeder Tageszeit jemanden am Sportplatz an.

Ihre Aufgaben beim SVM sind vielschichtig: Sie sind aktiver Fußballspieler, Jugendtrainer und -leiter, organisieren Veranstaltungen, arbeiten aber auch Vollzeit bei einer Bank: Wie sieht ein klassischer Tag für Sie aus?

Ballbach: Ich gehe kurz nach sieben Uhr aus dem Haus und fahre zu meiner Arbeit in der Bank. Nach der Arbeit geht es dann für mich auf den Sportplatz in Mosbach. An zwei Tagen die Woche ist Jugendtraining, wir Herren trainieren danach selbst. Je nachdem, in welcher Saisonphase wir uns befinden, kann es sein, dass ich kurz zum Essen nach Hause gehe. Aber in der Regel habe ich meine Sporttasche schon morgens gepackt und auf der Arbeit dabei – um dann direkt aufs Feld zu können.

Welcher Aufgabe im Verein gehen Sie am liebsten nach?

Ballbach:  Am schönsten ist es für mich, mit den Kindern zu arbeiten. Kinder geben einem wahnsinnig viel zurück. Ihr Lachen zu erleben und ihre Entwicklung zu sehen ist einfach großartig. Mehr als die Hälfte der Herrenmannschaft, für die ich aktiv bin, habe ich in ihrer Jugend trainieren und begleiten dürfen. Jetzt mit den Jungs gemeinsam auf dem Feld zu stehen, das erfüllt mich mit Freude.

Sie selbst sind seit 1990 beim SV Mosbach und sind Ihrem Herzensverein immer treu geblieben. Wie kamen Sie zum Fußball?

Ballbach: Mein Vater war über 30 Jahre lang Vorstand beim SVM. Seit dem Kindesalter hatte ich also Berührungspunkte mit diesem Sport. Mit sechs Jahren bin ich dann auch recht früh ins Training gegangen. Unser damaliger Jugendleiter hat mich dann vollends davon überzeugt, regelmäßig Fußball zu spielen. Und wie man sieht, hat es mir so viel Spaß bereitet, dass ich bis heute nicht mehr davon losgekommen bin.

Was war in den vergangene knapp 30 Jahren Ihr größtes Highlight mit dem SVM?

Ballbach: Es gab mit Sicherheit sehr, sehr viele Momente, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Etwas ganz Besonderes war der Aufstieg mit der Herrenmannschaft in die Bezirksliga 2013. Das war der dritte Aufstieg innerhalb von vier Jahren. Unser großes Plus war und ist die großartige Kameradschaft und auch der Vorteil, schon in der Jugend in ähnlicher Konstellation zusammengespielt zu haben. Wir konnten als Team auch größeren Vereinen, bei denen Geld bezahlt wird, Paroli bieten und das Finanzielle durch den Teamgeist ausgleichen.

Training der U 13, Jugendleitertagungen, Training der Senioren, selbst spielen – das alles neben einem Fulltime-Job. Wie geht das?

Ballbach: Meine Eltern unterstützen mich überall und halten mir den Rücken frei. Ich bin auch nicht liiert. Dafür verbringe ich vielleicht zu viel Zeit am Sportplatz oder mit anderen Dingen, sodass das nie wirklich ein Thema war. Ich genieße es schon manchmal, wenn an einem Sonntag kein Spiel ist, gerade in der Winterpause. Die Zeit nutze ich zum Laufen, dabei kann ich sehr gut abschalten und den Gedanken freien Lauf lassen.

Was empfinden Sie, wenn über Sie gesagt wird: 'Thomas Ballbach ist das Gesicht des SV Mosbach?'

Ballbach: Das ist mir fast schon unangenehm. Natürlich freue ich mich, wenn die Leute das so sehen und man so viele positive Rückmeldungen bekommt. Aber der Verein besteht aus etlichen engagierten Leuten. Den Fokus da nur auf eine Person zu lenken, ist ungerecht. Nicht falsch verstehen: Es ist super, was ich seit der Bekanntgabe an Nachrichten bekommen habe. Aber ich sehe das als Auszeichnung für den Verein.

Einer Ihrer Jugendspieler sagte bei Ihrer Bewerbung, Sie müssten raus aus der Bank, denn nur dann wären Sie mehr oder weniger frei. Hat er Recht?

Ballbach: Es hat Zeiten gegeben, an denen ich am Wochenende nicht auf dem Sportplatz war, sondern viel Zeit in der Bank verbracht habe. Ich schätze mal, der Lennart (Lennart Kapp, Jugendspieler des SV Mosbach (Anm. d. Red.) bezieht sich darauf (lacht) . Der Job bei der Bank ist schon zeitintensiv, aber dafür genieße ich die Zeit auf dem Platz und an der frischen Luft umso mehr. Ich sehe sie als guten Ausgleich zur Arbeit im Büro. Beide Aufgaben harmonieren sehr gut miteinander.

Sie haben Ihre Mannschaft als Kapitän von der A-Klasse in die Bezirksklasse geführt, haben ca. 650 Spiele für Ihren Verein absolviert. Wie viele sollen noch folgen?

Ballbach: Die Gesundheit muss mitspielen. Und es muss mir weiterhin Freude bereiten. Wie lange es noch die erste Mannschaft sein wird, das sei mal dahingestellt. Ich könnte mir aber vorstellen, auch für die zweite oder dritte Mannschaft aufzulaufen, wenn ich nicht mehr ganz so fit bin.

Aber 1000 wäre doch eine schöne Zahl...

Ballbach: Puuh, 1000. (lacht) Das wären dann noch einige Jahre…

So kurz vor Weihnachten: Was wünschen Sie sich zum Fest und für 2019?

Ballbach: Wie immer Gesundheit, ganz klar. Ich wünsche mir, dass es bei uns im Verein weiter so gut läuft wie in den vergangenen Jahren. Ich hoffe, dass die Jungs weiterhin mit der Freude, dem Elan und der Energie bei der Sache sind, wie das bisher der Fall war – und dass auch die Zusammenarbeit mit den Eltern weiterhin gut funktioniert.

Und durch die Auszeichnung zum „Amateur des Jahres“ wird sicher noch der ein oder andere öffentliche Auftritt auf Sie zukommen…

Ballbach: Richtig, da bin ich natürlich auch gespannt. Ich weiß noch gar nicht genau, was mich erwartet. Ich werde es aber auf jeden Fall genießen. Die Möglichkeit, so hautnah bei Spielen und Events dabei zu sein, das wird so schnell nicht wiederkommen. Darauf freue ich mich.

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