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VSG Altglienicke |25.06.2016|16:00

Banecki: Einst gegen Messi, heute fünfte Liga

Francis Banecki, einst Profi bei Werder Bremen, spielte heute bei der VSG Altglienicke in der Oberliga (Bild links, links). [Foto: Fotos Getty, imago; Collage FUSSBALL.DE]

Die Freude bei Francis Banecki und seinen Mitspielern der VSG Altglienicke war groß, als der Aufstieg in die Oberliga perfekt gemacht wurde. Dabei hat der 30-Jährige schon ganz andere Dinge im Fußball erlebt. Er war Gegenspieler von Lionel Messi, wäre in der Jugend fast bei Manchester City gelandet und hat in der Champions League und der Bundesliga für Werder Bremen gespielt.

Blickt der Innenverteidiger heute auf seine Karriere zurück, sind die Gefühle sehr gemischt. „Wenn man sein ganzes Leben auf den Traum Profifußball hingearbeitet hat, sind zwei Bundesligaspiele eigentlich zu wenig. Andererseits gelingt auch das nicht jedem Fußballer“, sagt Banecki. Nur wenige Kicker haben die Höhen und Tiefen des Fußballs so zu spüren bekommen wie Francis Banecki. In der Jugend wäre er fast zu Manchester City gewechselt. Lediglich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse schlug er das Angebot aus, ging stattdessen zum SV Werder Bremen. Dort hätte der Aufstieg kaum rasanter verlaufen können.

Mit 19 Jahren gab er sein Debüt in der Champions League gegen den RSC Anderlecht. Es folgten zwei Bundesligaeinsätze gegen den 1. FC Nürnberg und den VfB Stuttgart. Stars wie Miroslav Klose und Johan Micoud waren plötzlich seine Mitspieler. Also landete Banecki auf dem Radar des DFB. Sein Highlight war die Teilnahme an der U 20-Weltmeisterschaft in der Niederlande - zumal er auf Argentinien mit Lionel Messi traf.

Freiwillig in die 2. Liga

"Manchmal habe ich überragend gespielt, dann habe ich wieder einen Bock geschossen. Als Innenverteidiger kann man sich das nicht erlauben"

Banecki gerät heute noch ins Schwärmen, wenn er an den kleinen Argentinier zurückdenkt: „Er war zwei Jahre jünger als wir und hat uns trotzdem schwindelig gespielt. Alle waren beeindruckt davon, wie er aufgetrumpft ist. Hätten wir mit René Adler nicht so einen starken Torhüter gehabt, hätten wir deutlich höher verloren.“ Das Spiel endete 0:1.  

Banecki war damals guter Hoffnung, dass ihm eine lange Karriere als Fußballprofi bevorsteht. Stattdessen ging es steil bergab. Bei den Profis von Werder Bremen kam er nicht mehr zum Einsatz. „Francis lässt seine Stärke nur aufblitzen, es fehlt die Konstanz“, kritisierte Thomas Schaaf damals. Banecki gibt seinem Ex-Trainer recht: „Manchmal habe ich überragend gespielt, dann habe ich wieder einen Bock geschossen. Als Innenverteidiger kann man sich das nicht erlauben.“

Um Spielpraxis zu sammeln, wechselte er auf Leihbasis in die 2. Bundesliga zu Eintracht Braunschweig. Plötzlich spielte das Knie nicht mehr mit. Eineinhalb Jahre lang verbrachte er die meisten Tage in der Reha. Er ging zurück in seine Heimat Berlin, wo er für die zweite Mannschaft von Hertha BSC auflief. Wieder machte ihm das Knie einen Strich durch die Rechnung. Nach zweieinhalb Jahren körperlicher Probleme klebte das Image des Langzeitverletzten an ihm: „Das macht es schwierig, im Profifußball wieder unterzukommen.“ 

Tatsächlich hat Banecki, dessen Schwestern Sylvie (Bayern München) und Nicole (SC Freiburg) es beide in die Allianz Frauen-Bundesliga schafften, nie wieder in einer der höchsten drei Spielklassen gespielt. Er wechselte zum Oberligisten BSV Kickers Emden, wo er nur 165 Euro im Monat verdiente. Viel zu wenig, um seine junge Familie zu ernähren. Also bezog er Arbeitslosengeld. Alles für den Traum, doch noch einen Profiverein auf sich aufmerksam zu machen - vergebens. Er wechselte zum Regionalligisten FC Oberneuland.

Mit Mattuschka in der Oberliga

Die Oberligisten SV Meppen und BSV Schwarz-Weiß Rehden waren seine weiteren Stationen. In Rehden hätte Banecki im Sommer 2013 fast noch ein großes Spiel erlebt. In der ersten Runde des DFB-Pokals wurde den Niedersachsen der FC Bayern München als Gegner zugelost. Es passte zu seinem Karriereverlauf, dass er aufgrund einer Verletzung nicht mitspielen konnte. Seit Jahren plagt Banecki sich mit Achillessehnenproblemen. Vor rund drei Monaten riss die Achillessehne endgültig. Deshalb verpasste er auch den Saisonendspurt mit der VSG Altglienicke.

Gerne möchte der 30-Jährige zur kommenden Saison wieder auf dem Spielfeld mitmischen. Nach der Meisterschaft in der Berlin-Liga sieht er seinen Verein, der gerade Ex-Profi Thorsten Mattuschka verpflichtete , für die Oberliga gerüstet: „Die Infrastruktur ist sicherlich ausbaufähig. Aber vom Kader her müssten wir eine gute Rolle spielen.“ Der Fußball ist für ihn lediglich noch ein Hobby. Die Weiterbildung zum Betriebswirt und seine Familie stehen im Mittelpunkt.

Trotzdem möchte er dem Sport noch lange verbunden bleiben. In der Saison 2014/2015 hat er bereits die A-Jugend der VSG Altglienicke trainiert. In den nächsten Monaten konzentriert er sich auf den Erwerb der DFB-Elite-Jugend Lizenz. „Wenn es mit dem aktiven Fußball nicht mehr weitergeht, steige ich wieder in das Trainergeschäft ein“, sagt Banecki. Sicherlich werden sich seine Spieler dann gerne die Geschichten von Messi und der Champions League anhören.

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