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Ex-Talent Kevin Pannewitz|19.09.2015|14:30

Pannewitz in der 6. Liga: „Ich bereue nichts“

Kavin Pannewitz heute im Trikot von Altglienicke (links) und 2012 im Dress des VfL Wolfsburg. [Foto: Fotos JouLux, Getty; Collage FUSSBALL.DE]

Viele Jahre lang ging es für Kevin Pannewitz ausschließlich bergauf: vom MSV Normannia 08 zum Nordberliner SC, von Tennis Borussia Berlin zum FC Hansa Rostock und hoch in die 2. Bundesliga, und schließlich zu Felix Magath und in den Bundesliga-Kader des VfL Wolfsburg. Dort aber fand der Aufstieg des großen Talents sein jähes Ende. Drei Jahre später steht der mittlerweile 23-Jährige nun bei der VSG Altglienicke vor einem Neuanfang in der sechsten Liga.

Im Interview mit FUSSBALL.DE stellt er das ein oder andere Gerücht richtig und erklärt auch, warum er nach seiner Zeit bei den „Wölfen“ nicht in den USA, sondern in Goslar landete.

FUSSBALL.DE: Herr Pannewitz, die ersten Spiele der neuen Saison sind gespielt. Wie fühlen Sie sich physisch und mental?

Kevin Pannewitz: Es geht mir gut. Vom Kopf her bin ich wieder sehr gefasst und auch körperlich relativ weit. Ich habe keine Probleme.

"Ich hätte mich wahrhaftig professioneller verhalten können, aber was aus dieser Geschichte gemacht wurde, war schon Wahnsinn"

Sie trafen im ersten Spiel für Ihren neuen Verein, die VSG Altglienicke, gleich im ersten Spiel per Elfmeter, haben von 540 möglichen Minuten bislang aber erst 185 auf dem Feld erlebt. Werden Sie bewusst ganz behutsam wieder an die Belastung herangeführt?

Pannewitz: Ich hatte vor meinem Wechsel nach Altglienicke vier Monate keine Spielpraxis wegen eines Muskelfaserrisses und wurde in den vergangenen Wochen von einem Magen-Darm-Infekt erneut zurückgeworfen. Ich bin momentan vielleicht bei 70 Prozent, aber ich hoffe natürlich, demnächst mehr Spielzeit zu bekommen.

Von außen betrachtet wirkt Ihr Wechsel in die sechste Liga wie ein Absturz erster Klasse. Doch ganz unfreiwillig sind Sie nicht im 3000-Einwohner-Ort Altglienicke gelandet, richtig?

Pannewitz: Ich bin definitiv nicht umsonst hierhin gegangen. Der Verein spielt zwar nur in der Berlin-Liga, in unserem Kader steckt aber sehr viel Qualität. Vielleicht sind wir sogar besser besetzt als der Goslarer SC, meine letzte Station in der vierten Liga. Auf jeden Fall würden wir auch zwei Ligen höher in der Regionalliga eine gute Rolle spielen.

Als Ihr Transfer im Juli bekannt gegeben wurde, prasselte eine Menge auf Sie ein. Sie mussten ja bald mehr Interviews geben als zu Ihrer Zeit als Profi. Haben Sie diesen Medienwirbel erwartet?

Pannewitz: Ich halte nicht viel von diesen Hypes, sowohl positiver als auch negativer Natur. Es hat mich in diesem Ausmaß schon überrascht, ich fand es aber auch nicht schlimm.

In die öffentliche Wahrnehmung Ihrer Person mischen sich auch oft Häme und Spott. Wie gehen Sie damit um?

Pannewitz: Das ist mir egal, damit befasse ich mich überhaupt nicht. Es war mir noch nie wichtig, was andere Leute geschrieben oder geredet haben.

Sie konnten das, wovon Millionen von Kindern träumen, fast schon mit Händen greifen: eine Bundesliga-Karriere. Letztlich standen Sie sich aber selbst im Weg. Bereuen Sie im Abstand einiger Jahre, dass Sie nicht mehr Selbstdisziplin an den Tag gelegt haben?

Pannewitz: Nein, ich bereue nichts. Schließlich bin ich noch jung und kann es immer noch schaffen. Ich bin von oben nach unten gefallen, aber warum soll es nicht auch andersrum gehen? Ich habe Fehler gemacht, aber ich schneide mir deswegen nicht die Kehle durch. Ich weiß, was ich kann, und ich weiß, was ich nicht kann. Ich denke, ich bin gut genug, um vielleicht nochmal zurückzukommen.

Zu Ihrer Zeit in Rostock und Wolfsburg wurde ein Bild von Ihnen gezeichnet, das Sie als Problemprofi dastehen ließ, der nur Fast Food und Alkohol konsumiert. In den Schlagzeilen landeten Sie mit der Geschichte, Sie wären betrunken in eine fremde Wohnung eingestiegen. Haben manche Journalisten da wirklich immer gewissenhaft berichtet?

Pannewitz: Ich hätte mich wahrhaftig professioneller verhalten können, aber was aus dieser Geschichte gemacht wurde, war schon Wahnsinn. Ich kam angetrunken nach Hause, habe mich letztlich aber nur im Stockwerk geirrt, weil meine Freundin eine Etage darüber gewohnt hat, und so die Nachbarin aus dem Bett geklingelt. Doch stellen Sie sich mal vor, meine Freundin hätte das nachts nicht mitbekommen, sondern erst den Zeitungsartikel gelesen – die hätte mich doch sofort verlassen! Ich bin kein Freund der Medien, denn für viele Journalisten ist die Wahrheit nicht wichtig. Ich war jedenfalls nicht mal in der Wohnung.

Mal angenommen Felix Magath würde heute über Sie nachdenken: Würde er sich an eines der größten deutschen Talente erinnern und es bedauern, dass er Sie nicht hinbekommen hat? Oder würde er sagen: Ach komm, lass mich mit dem Pannewitz in Ruhe?

Pannewitz: Das weiß ich nicht. Aber am Anfang hat es in Wolfsburg ja noch gut geklappt mit dem schweren Training. Mir hat nur die Belohnung in Form von Spielzeit gefehlt und dann war es mir irgendwann egal.

Wie ging es nach Wolfsburg weiter?

Pannewitz: Es war so gut wie sicher, dass ich in die USA in die Major League Soccer wechsle. Letztlich hat es aber doch nicht geklappt, ich war ein paar Wochen arbeitslos und habe mich Goslar angeschlossen.

Haben Sie heute eigentlich noch Ihren Berater?

Pannewitz: Nein. Ich habe jemanden, zu dem ich sofort hingehen könnte, wenn ich will. So weit bin ich aber noch nicht.

Sie sind nicht der einzige junge Ex-Profi, der in der Berlin-Liga gelandet ist. Damir Coric (24/BFC Preussen) spielte einst bei Hertha BSC und war Kapitän der deutschen U-Nationalmannschaften. Und Lennart Hartmann (24/mit Tennis Borussia letztes Jahr Berliner Meister) spielte mit Hertha sogar in der Bundesliga und im UEFA-Pokal. Findet bei jungen Talenten etwa ein Umdenken statt, sich früher auf das Leben nach der Karriere einzulassen?

Pannewitz: Was Lennys Beweggründe waren, in die sechste Liga zu gehen, weiß ich nicht. Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Ich für meinen Teil habe aber wie gesagt noch nicht komplett abgeschlossen mit dem Thema.

Zuletzt hieß es, Sie wollten Müllmann werden. Haben Sie aktuell schon die Arbeit aufgenommen?

Pannewitz: Nein, das wird noch ein paar Monate dauern. Aber mein Papa hat früher auch schon den Müll von den Straßen geholt und ich wäre mir nicht zu schade dafür, das auch zu tun.

Fußball hin, Karriere her, vorerst steht Ihnen noch ein ungleich größeres Ereignis bevor: Ihre Freundin erwartet ein Kind. Wann wird es soweit sein?

Pannewitz: Genau, in etwa sechs Wochen soll unser Kind kommen und das ist für mich auch erstmal das Erste und Wichtigste überhaupt. Alles andere werde ich dann sehen.

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