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Kultfiguren des Amateurfußballs|13.06.2015|17:00

Deutschlands verrücktester Trainer

Der Sportplatz ist sein Zuhause: Hauke Janssen. [Foto: privat]

Dass ein Amateurklub wie die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst sechs Herren-Mannschaften stellt, ist eigentlich außergewöhnlich genug. Dass vier der sechs Teams denselben Trainer haben, der außerdem noch für eine der Mannschaften aufläuft, macht den Klub endgültig zu einem Kuriosum. Hauke Janssen ist im Verein seines Herzens außerdem noch Schiedsrichter, stellvertretender Jugendleiter, baute die Frauenmannschaft auf und kümmert sich auch noch um die Online-Aktivitäten der Niedersachsen. Nebenbei geht er seinem Job als Groß- und Außenhandelskaufmann nach.

Nach eigenen Angaben hätte er sogar noch ausreichend Zeit, um eine fünfte Mannschaft zu übernehmen. Das will er aber gar nicht. „Vier reichen“, sagt Janssen. Wie das überhaupt machbar ist? „Das frage ich mich auch manchmal“, so Janssen. „Ohne meine Partnerin könnte ich das nicht schaffen, sie unterstützt mich bei allem und bringt viel Verständnis auf. Über allem steht eine gute Organisation.“

Bei Hauke Janssen steht über allem vor allen Dingen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Seit 24 Jahren läuft der 29-Jährige für den Klub aus der Nähe von Bremen auf. Verletzungsbedingt konnte er in dieser Saison nur sechs Spiele in der fünften und sechsten Mannschaft absolvieren – immerhin traf er viermal ( Hier geht es zum FUSSBALL-DE-Spielerprofil von Hauke Janssen ). In der kommenden Spielzeit will er wieder angreifen. Seine beiden Schwestern und sein Bruder kicken für die TSG, der Vater war bis vor kurzem auch noch aktiv. „Hauke ist ein absolutes Urgestein, nicht zu ersetzen der Mann“, sagt Diego Wagner, Abteilungsleiter Fußball. „Eigentlich müssten wir ihn bezahlen.“

Spaß statt Kondition

„Hauke ist nicht zu ersetzen, eigentlich müssten wir ihn bezahlen“

Wenn all seine Spieler zum Training erscheinen würden, wüsste Hauke Janssen gar nicht, wohin mit ihnen. Aber meistens kommen nur 30 bis 35, manchmal 50. Insgesamt ist der Trainer Herr über 80 Spieler. Einmal die Woche kommen sie zum Kicken zusammen, in fünf bis sechs Mann starken Teams spielen sie ein Kleinfeldturnier aus. Ab und zu lädt Coach Janssen schon mal zum Torschusstraining. Aber er will keine Kondition bolzen und keine Spielzüge einstudieren. „Wir wollen Fußball spielen. Und Spaß am Fußball haben“, sagt Janssen. Seine besten Kicker spielen in der 2. Kreisklasse Diepholz, die weniger begabten in der 5. Kreisklasse. Die erste Mannschaft der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst geht in der Kreisliga auf Punktejagd. „Ich weiß gar nicht, wer außer uns noch sechs Herrenmannschaften in Deutschland hat“, sagt Janssen. Noch dazu brauchen die Niedersachsen nur drei Trainer für ihre Teams.

Sonntags um 10 Uhr ist Janssen an Heimspieltagen der Erste auf dem Sportplatz. Um 11 Uhr steht er beim ersten Spiel an der Seitenlinie. Weiter geht es um 14 Uhr und am Nachmittag. Spät am Abend schließt er den Sportplatz ab. Montagabend steht dann die vierte Partie an. Die Auswärtsspiele seiner Mannschaften versucht Janssen so zu legen, dass er kaum eines verpasst. Drei hat er in dieser Saison nicht live verfolgen können. Die gegnerischen Vereine kommen ihm mit Verlegungen entgegen. „Die kennen mich und sind sehr kooperativ“, sagt Janssen.

Spielermangel und Nachwuchsprobleme kennen die Niedersachsen nicht. Verantwortlich dafür ist auch Coach Janssen. 2002 übernahm er als Teenager die erste Jugendmannschaft. Dieses Team trainiert er noch heute bei den Herren. Ehemalige Jugendspieler aus Seckenhausen-Fahrenhorst, die bereits mit dem Fußball aufgehört hatten oder andernorts den Übergang von den A-Junioren zu den Herren nicht schafften, holte Janssen zurück zur TSG. „Schon bevor ich als Herrentrainer angefangen habe, habe ich mir die Frage gestellt, wieso selbst auf Kreisklassen-Niveau so viele Spieler verloren gehen, warum sie aufhören“, sagt Janssen. „Ich bin zu der Lösung gekommen, dass selbst in der untersten Kreisklasse noch zu viel Leistungsgedanke herrscht. Es gibt eine Vorbereitung, Waldläufe, zweimal Training die Woche und selbst vor den Spielen Warmmachprogramm und Taktikbesprechungen. Und das Schlimmste ist, dass selbst in der untersten Kreisklasse nach Leistung und Trainingsbeteiligung aufgestellt wird. Kommt ein guter Neuer, fällt hinten der Schwächste ab.“

Kein Leistungsprinzip

Dem Leistungsprinzip tritt Janssen mit seinem Konzept entgegen: „Wer Leistungsfußball spielen möchte, hat genug Angebote, auch bei uns im Verein. Da bekommt er Vorbereitungen und Taktikbesprechungen. Allerdings gibt es viele Hobbyfußballer, die einfach nur Fußball spielen wollen. Und diesen wollte ich eine Plattform bieten. Jeder Spieler bei mir weiß, wenn er in diesem Spiel auf der Bank sitzt, ist er nächste Woche in der Startelf. Jeder Spieler bei mir weiß, dass er sonntags spielt, auch wenn er monatelang nicht im Training war. Kommt ein guter Neuer, dann spielt der Schwächere trotzdem genauso viel. Jeder Spieler bekommt die gleiche Aufmerksamkeit, ob er gut ist oder nicht.“

Janssens Parole Spaß funktioniert. Weil immer mehr Spieler zu ihm ins Training kamen, machte er immer mehr Mannschaften auf. „Es gefällt mir, den Spaß am Fußball zu vermitteln, am Sport und an der Gemeinschaft“, sagt der Trainer im Dauereinsatz. Irgendwann will er mal höherklassig trainieren. „Ich bin im unterklassigen Herrenbereich hängengeblieben“, sagt Janssen. „Aber ich bin momentan sehr zufrieden, es macht Spaß.“

Bei vier Mannschaften, die es zu betreuen gilt, blieb für sein weiteres Hobby kaum Zeit. Nur ein Spiel leitete Janssen in dieser Saison als Schiedsrichter. Schließlich will er ja auch mal einen freien Abend haben. Den er dann, na, klar, auf dem Sportplatz verbringt. „Ich bin Fußballer durch und durch. Ohne Fußball gibt es mich nicht“, sagt Janssen. Man glaubt es ihm aufs Wort.

Aktion "Fußballhelden" des DFB

Hauke Janssen ist im Grunde ein idealer Kandidat für die neue Aktion "Fußballhelden" des DFB. Hast Du auch eine/n in höchstem Maße engagierte/n Kinder- oder Jugendtrainer/in in Deinem Verein? Macht sich der/die Jugendleiter/in durch überdurchschnittliches Engagement unverzichtbar? Bist Du selbst in überdurchschnittlichem Maße engagiert? Dann nutze die Möglichkeit, Dich selbst oder jemand anderen als Kreissieger/in der "Fußballhelden" vorzuschlagen. Der DFB und sein Partner KOMM MIT, Kooperationspartner im Bereich DFB-Anerkennungskultur, laden alle 280 Kreissieger dann zu einer fünftägigen Fußball-Bildungsreise nach Santa Susanna in der Nähe von Barcelona ein.

Mehr zur Aktion "Fußballhelden" erfährst Du hier.

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