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Promi am Ball|24.11.2019|14:55

DSDS-Star Lombardi: "Kontrast zum Glamour"

Pietro Lombardi: "Es macht einfach riesig Spaß, sonntags bei Wind und Wetter gemeinsam auf dem Platz zu stehen."[Foto: Getty Images/Martin Schwartz, Collage: FUSSBALL.DE]

Erst kürzlich machte Pietro Lombardi mit einem Jokertor auf sich aufmerksam. Nun hat sich FUSSBALL.DE mit dem 27-jährigen Musiker getroffen. Der Gewinner von Deutschland sucht den Superstar im Jahr 2012 und Jurymitglied der aktuellen Staffel spielt bei der DJK Viktoria Frechen II in der Kreisliga C. Ein Gespräch über das Platzen seines Traums vom Profifußball, fiese Sprüche der Gegner auf Asche und wie ihn der Amateurfußball bei all dem Glamour erdet.

FUSSBALL.DE: Pietro, welchen Stellenwert hat der Amateurfußball für Sie persönlich?

"Es wird gerne gestichelt, wenn ich auf den Platz komme. Aber das ist okay, so muss es sein"

Pietro Lombardi: Fußball ist meine Leidenschaft. Seitdem ich fünf Jahre alt bin, stehe ich auf dem Platz. Ein Leben ohne den Fußball kann ich mir einfach nicht vorstellen. Wenn ich hier über die Anlage schaue, sehe ich alles, was mich glücklich macht. Es ist matschig, es ist dreckig, die Asche bleibt nach einem Sturz im Knie stecken. Das mag ich. Das ist es, was ich brauche. Das hier lässt mich gar nicht erst abheben. Das hier ist das wahre Leben. Ich brauche diesen Kontrast zum Glamour, mit dem ich sonst in Verbindung gebracht werde.

Wie sind Sie ausgerechnet zu Viktoria Frechen gekommen?

Lombardi: Das war eher ein Zufall. Ich habe mit ein paar Kumpels regelmäßig in der Soccerhalle gekickt. Irgendwann hatten wir dann die Idee, doch einfach in einer Mannschaft am geregelten Spielbetrieb teilzunehmen. Wichtig war uns, dass wir weiterhin alle zusammen in einem Team spielen können. Wir haben dann bei Viktoria Frechen gefragt, ob wir als zweite Mannschaft antreten können. Wir haben sofort die Zusage bekommen. Und jetzt kämpfen wir Woche für Woche um Punkte. Aber nicht nur das. Uns verbindet alle eine langjährige Freundschaft. Heute waren wir vor dem Spiel noch gemeinsam frühstücken. Solche Aktionen sind meiner Meinung nach einfach entscheidend. Wir sind ehrgeizig und wollen möglichst jedes Spiel gewinnen. Aber die Kameradschaft steht bei uns an erster Stelle. Wir sind eine coole und starke Truppe. Es macht einfach riesig Spaß, sonntags bei Wind und Wetter gemeinsam auf dem Platz zu stehen.

Mit welchen Zielen?

Lombardi:  Wir wollen aufsteigen.

In die Kreisliga B?

Lombardi:  Mindestens.

Reicht dafür die Qualität?

Lombardi:  Ja, klar. Wir haben echt ein paar gute Kicker in unseren Reihen. Wir haben in einem Testspiel gegen einen A-Ligisten 5:1 gewonnen. Fußballerisch ist meiner Meinung nach keine Mannschaft besser in unserer Kreisliga-C-Staffel als wir.

Wieso stehen Sie dann nicht ganz oben?

Lombardi:  Das kann ja noch kommen (lacht). Aber es ist schwierig. Hier wird teilweise oft gehackt. Damit muss man erstmal klarkommen. Zu häufig sind wir leider unser eigener Gegner. Wir passen uns manchmal der Spielweise unserer Konkurrenten an. Das ist unnötig, weil wir echt gute Spieler in unseren Reihen haben. Aber man darf es auch nicht zu ernst nehmen. Wir machen das alle ja nur zum Spaß. Für mich ist das hier die perfekte Ergänzung zu meinem Leben in der Öffentlichkeit.

Sie sind Sänger und waren zuletzt in der Jury von Deutschland sucht den Superstar.

Lombardi:  DSDS ist für mich auch rückblickend eine Traumgeschichte. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es so kommen und ich den Wettbewerb 2012 tatsächlich gewinnen würde. Musikalisch war das mein Durchbruch, der mein Leben komplett auf den Kopf gestellt hat.

Wie werden Sie als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in der Kreisliga C wahrgenommen?

Lombardi:  Ich bekomme schon den einen oder anderen Spruch reingedrückt. Es wird gerne gestichelt, wenn ich auf den Platz komme. Aber das ist okay, so muss es sein. Damit komme ich gut klar. Das gehört dazu.

Haben Sie auch in Ihrer eigenen Mannschaft eine besondere Stellung?

Lombardi:  Nein, das möchte ich auch gar nicht. Bei uns sind alle gleichberechtigt. Ich bin kein Stammspieler bei uns. Dafür fehlt mir einfach die körperliche Fitness. Ich habe keine Luft für 90 Minuten. Aber ich darf regelmäßig eine Halbzeit spielen.

Reicht Ihnen das?

Lombardi:  Manchmal ja, manchmal nein. Ich gehe zum Trainer und sage ihm, dass er mich erst später bringen soll. Denn wenn ich von Anfang an spiele, dann will ich auch 90 Minuten auf dem Platz bleiben und nicht ausgewechselt werden. Dafür bin ich zu ehrgeizig. Zuletzt hatte ich einen guten Lauf und habe als Joker zweimal getroffen. Ich bin daraufhin jeweils in die Elf der Woche gewählt worden. Vielleicht hatte ich etwas Glück, vielleicht hatten die Gegner auch Mitleid mit mir (lacht). Ich bin für die Mannschaft da, wenn ich gebraucht werde. Aber ich dränge mich nicht auf. Andere Dinge sind wichtiger als mein Einsatz über 90 Minuten.

Was denn?

Lombardi:  Der Aufstieg. Nichts anderes zählt. Dafür sitze ich gerne auf der Bank. Die Besten sollen spielen. Ich will niemandem den Platz wegnehmen. Wenn ich reinkomme, gebe ich Vollgas.

Schaffen Sie es denn regelmäßig zum Training?

Lombardi:  Nein, leider nicht. Das ist mein großes Problem. Ich bin zu oft verreist. Aber ich versuche, so oft wie möglich dabei zu sein.

Und wenn am Samstagabend eine Livesendung von Deutschland sucht den Superstar ist und Sie mit Viktoria Frechen am nächsten Tag um 11 Uhr ein Spiel haben?

Lombardi:  Dann bin ich da. Das ist doch klar. Da gibt es keine Ausreden. Dafür ist mir die Sache einfach viel zu wichtig.

Haben Sie Ambitionen, eventuell noch einmal bei einem anderen Verein anzugreifen?

Lombardi:  Nein, ich bleibe mit meinen Kumpels im Team. Wenn wir Kreisliga C spielen, ist das so. Wenn wir aufsteigen, freue ich mich und gehe diesen Weg mit. Das Gesamtpaket passt hier. Ich will einfach nur Spaß haben. Und das ist hier der Fall.

Woher kommt diese Leidenschaft zum Fußball?

Lombardi:  Das ist einfach so. Ich habe in der Jugend für den Karlsruher SC in der Junioren-Bundesliga gespielt. Ich war auf einem guten Weg. Mein Traum war es, Fußballprofi zu werden. Ich hatte sogar ein Angebot der TSG Hoffenheim, die damals aber noch Zuzenhausen hießen. Ich habe die Chance hinter dieser Anfrage als Jugendlicher gar nicht wahrgenommen, weil ich dachte, dass Hoffenheim doch keine Verbesserung im Vergleich zum KSC ist. Heute hat sich die Gewichtung natürlich etwas verschoben. Aber damals gab es für mich eigentlich nichts, was mich vom KSC wegbekommen hätte. Das war immer mein Verein - bis heute. Mit 15 Jahren habe ich mir dann Schien- und Wadenbein gebrochen und alles war vorbei.

Wie sind Sie damit umgegangen?

Lombardi:  Es war bitter. Ich habe noch versucht, das Comeback zu schaffen. Aber es hat nicht geklappt. Ich habe es auch vom Kopf nicht mehr hinbekommen, weil ich Angst vor einer weiteren Verletzung hatte. Für mich ist ein Traum zerbrochen.

Wie ist die Verletzung passiert?

Lombardi:  Ich habe die Szene noch heute vor Augen, als wäre es gestern passiert. Wir haben gegen Weinheim gespielt. Wir hatten eine super Kontergelegenheit. Ich bin durchgelaufen und war auf dem Weg zum Tor. Dann ist mir ein Gegner von hinten in die Beine gesprungen. Und im nächsten Augenblick war mein Bein kaputt. Ich war erst am Boden zerstört. Rückblickend hatte es auch etwas Gutes. Denn so bin ich zur Musik gekommen.

Was ja auch nicht ganz verkehrt war.

Lombardi:  Ich bin echt froh, dass es so gekommen ist und sich diese Tür für mich geöffnet hat. Ich hatte Glück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und die richtigen Unterstützer hatte. Aber wenn ich mich hätte entscheiden können, wäre meine Wahl auf eine Karriere als Fußballer und nicht als Musiker gefallen.

Warum?

Lombardi:  Das hat nichts mit finanziellen Aspekten zu tun. Darüber kann ich mich auch so nicht beschweren. Aber ich hatte immer nur ein Ziel in meinen Leben: und das war, Fußballprofi zu werden. Die Verletzung hat diesen Traum wie eine Seifenblase platzen lassen. Aber ich will nicht den Eindruck vermitteln, unglücklich zu sein. Die Musik ist auch meine Leidenschaft und war das Schönste, was mir passieren konnte.  

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