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"!Nie wieder" |30.01.2017|11:00

Erinnerungstag: Ente Bagdad in Profi-Stadion

Vor der Bundesliga-Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund trugen Spieler des FC Ente Bagdad ein Transparent auf den Rasen. [Foto: 1. FSV Mainz 05 ]

Zum 13. Mal stand ein Spieltag ganz im Zeichen der Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Zum Start der Rückrunde setzten die Teams der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga bis hinunter zu den Amateurklassen ein Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Ins Leben gerufen wurde der Gedenktag von der Initiative „!Nie wieder“, die sich mit Amateur- und Profivereinen bundesweit für die Erinnerungskultur engagiert. Der Mainzer Hobby-Fußballklub FC Ente Bagdad initiierte dabei diesmal eine besondere Aktion des Gedenkens rund um die Partie FSV Mainz 05 gegen Borussia Dortmund.

In Gedenken an jene, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer äußeren Erscheinung oder ihrer Sexualität Opfer des Nationalsozialismus wurden und in Andenken an die Opfer des Holocaust hat die Initiative „!Nie wieder“, die vom DFB und der DFL unterstützt wird, den Erinnerungsspieltag ausgerufen. Begleitet von einer Stadiondurchsage, mehreren Artikeln in der Stadionzeitschrift des FSV und einem Plakat mit der Aufschrift „Gemeinsam für Erinnerung & Vielfalt“, rief die Initiative rund um den Spieltag zur Erinnerung an die Verbrechen während der NS-Herrschaft auf. Ein Zeichen gegen das Vergessen.

Für die Durchsage, die am Wochenende deutschlandweit in den Stadien der Profivereine verlesen wurde, standen DFL- und BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball und der Mainzer Präsident Harald Strutz vor dem Anpfiff der Partie in Mainz auf dem Feld. An ihrer Seite: Serge Salomon, Enkel des ersten Mainzer Präsidenten Eugen Salomon, der in Auschwitz sein Leben verloren hatte.

Ente-A-Jugend auf dem Rasen

Auch Ente Bagdad spielte eine wichtige Rolle. Vor dem Einlaufen der Teams ertönte in der Arena die Hymne „You´ll never walk alone“. Mit dem abgewandelten Slogan „You´ll never watschel alone“ präsentiert sich der Verein FC Ente Bagdad auf seiner Homepage. Der integrative Fußballverein mit dem eigenwilligen Namen organisierte zusammen mit der Initiative „!Nie wieder“ und dem Mainzer Fanprojekt den Erinnerungsspieltag in der Mainzer Arena.

So standen vor dem Anpfiff der Partie nicht die Profis, sondern die Amateurspieler von Ente Bagdad im Vordergrund. Diese präsentierten auf dem Rasen das Plakat mit der Aufschrift „Gemeinsam für Erinnerung & Vielfalt“. Die A-Jugend des Mainzer Klubs besteht aus Spielern unterschiedlichster Herkunft und ist ein Vorbild in punkto Integration. Ronald Uhlich, Gründungsmitglied beim FC Ente Bagdad, zeigte sich bereits im Vorfeld der Partie erfreut über den Rahmen der Aktion: „Es ist toll, dass Herr Rauball, Herr Strutz und Herr Salomon in Mainz gemeinsam auf dem Rasen stehen. Das bedeutet uns als Initiatoren enorm viel.“ Für den diesjährigen Schwerpunkt „Flucht und Vertreibung will sich Uhlich mit seinem Verein auch in Zukunft engagieren.

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