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Neuer Trainerjob|30.09.2020|11:30

Ex-Profi Benatelli: Neueinstieg in Hordel

Frank Benatelli: "Was im Amateurfußball geleistet wird, ist unbezahlbar".[Foto: MSPW]

Von 1982 bis 1993 spielte Frank Benatelli (58) für seinen Heimatklub VfL Bochum in der Bundesliga. Gar 17 Jahre war er als Scout für den VfL Wolfsburg im Einsatz. Jetzt ist der Fußball-Lehrer nach einer Pause wieder als Trainer eingestiegen, übernahm die DJK TuS Bochum-Hordel in der Westfalenliga. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Benatelli über die neue Aufgabe, "Ringeltauben" und seinen Sohn Rico.

FUSSBALL.DE: Seit wenigen Tagen sind Sie als Trainer bei der DJK TuS Hordel in der Westfalenliga tätig. Wie kam es zu diesem Engagement, Herr Benatelli?

Frank Benatelli: Schon vor zwei Jahren hatte ich mit dem Sportlichen Leiter Jörg Versen Kontakt. Damals hatte es jedoch wegen meiner zeitintensiven Tätigkeit als Scout für den VfL Wolfsburg nicht geklappt. Diesmal passte es, so dass ich nach einem persönlichen Austausch und einer Bedenkzeit zugesagt habe.

Mussten Sie denn lange überlegen, nach vier Jahren Pause wieder einen Trainerjob zu übernehmen?

"Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mich schon ein wenig an das "schöne Leben" gewöhnt und wäre von mir aus nicht aktiv auf die Suche nach einem neuen Trainerjob gegangen"

Benatelli: Schon. Es war für mich auch eine Grundsatzentscheidung, ob ich jetzt mit 58 Jahren noch einmal aus meiner Komfortzone herauskomme und eine Mannschaft übernehme. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mich schon ein wenig an das "schöne Leben" gewöhnt und wäre auch von mir aus nicht aktiv auf die Suche nach einem neuen Trainerjob gegangen. Denn wenn ich etwas mache, dann auch zu 100 Prozent und mit vollem Einsatz. So wird es jetzt auch in Hordel sein. Einige wichtige Argumente sprachen für das Engagement: Die DJK wird seriös geführt, die Trainingsbedingungen sind sehr gut. Außerdem liegt der Verein praktisch vor meiner Haustür.

Welche Erkenntnisse konnten Sie beim 2:2 zu Ihrem Einstand gegen den TuS Bövinghausen gewinnen?

Benatelli: Mir ist immer wichtig, dass meine Mannschaften im wahrsten Sinne des Wortes Fußball spielen. Von daher hat mir die erste Halbzeit, in der wir mutig und selbstbewusst aufgetreten sind, schon gut gefallen. Nach der Pause haben wir aber den Faden verloren und unsere 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Da hat man schon gesehen, dass noch einiges an Arbeit auf uns wartet.

Welche Ziele haben Sie sich mit dem Verein und persönlich gesteckt?

Benatelli: Ganz ehrlich: Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Als Trainer ist es immer mein Ziel, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Erst einmal geht es aber darum, das Team und die Liga noch besser kennenzulernen und die Leistungen zu stabilisieren.

Gefühlt haben Sie zwischen der Kreis- und Oberliga schon in sämtlichen Spielklassen trainiert. Wo liegen die größten Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Benatelli: Der größte Unterschied ist naturgemäß die Qualität der einzelnen Spieler. Zu Beginn meiner Trainertätigkeit habe ich viele Jahre in der damals noch viertklassigen Oberliga gearbeitet. Das hat schon viel Spaß gemacht. Insgesamt würde ich aber sagen, dass es für mich als Trainer entscheidend ist, dass alle im Team mitziehen - und zwar ganz unabhängig von der Spielklasse.

Was bedeutet Ihnen als langjähriger Bundesligaprofi der Amateurfußball?

Benatelli: Der Amateurfußball hat - sicher nicht nur für mich - eine sehr große Bedeutung und muss aus meiner Sicht von den Profiklubs und der Gesellschaft noch mehr unterstützt werden. Die vielen kleinen Vereine bieten Breitensport, leisten damit auch einen Beitrag zur Gesundheit und führen außerdem viele Kulturen zusammen. Bei meinem früheren Verein CSV Bochum-Linden , mit dem ich von der Kreis- bis in die Landesliga aufgestiegen war, haben wir beispielsweise sehr viel Wert darauf gelegt, auch zahlreiche ausländische Spieler in das Team zu integrieren. Was vor allem in diesem Bereich im Amateurfußball geleistet wird, ist unbezahlbar.

Viele Jahre waren Sie als Scout für die Bundesligisten Hertha BSC und VfL Wolfsburg tätig. Liegt Ihnen das Scouting vielleicht sogar besser als die Aufgabe als Trainer?

Benatelli: Allein für den VfL Wolfsburg war ich 17 Jahre lang unterwegs. Das war sehr interessant, ist ohne Zweifel ein toller Job. Es ist aber auch nicht so angenehm und stressfrei, wie manche vielleicht denken. Wenn ich zum Beispiel für ein Wochenende in Italien war, habe ich dort oft bis zu vier Spiele in verschiedenen Ligen beobachtet. Das ist schon anstrengend. Auf der anderen Seite stehen die gesammelten Eindrücke und Erlebnisse. Auch in Norwegen, Frankreich, Holland oder Belgien war ich regelmäßig im Einsatz. Als Fazit würde ich sagen, dass ich schon ein ganz gutes Auge für Talente habe und mit meinen Einschätzungen oft nicht so falsch liege. Sonst hätte mich ein ambitionierter Klub wie der VfL Wolfsburg wohl kaum so lange beschäftigt.

Wer war denn der beste Fußballer, den Sie entdeckt haben?

Benatelli: Von entdeckt würde ich jetzt nicht gerne sprechen. Die sogenannten "Ringeltauben", die sonst niemand vorher auf dem Schirm hatte, gibt es heute praktisch gar nicht mehr. Wer als Scout eines Bundesligisten jetzt im Ausland ein Spiel oder einen Spieler beobachtet, sitzt auf der Tribüne in der Regel neben zahlreichen Kollegen von anderen Klubs. Ich kann mich aber beispielsweise an ein Spiel des RC Lens 2010 in Frankreich erinnern, bei dem ich für den VfL besonders auf vier Spieler achten sollte. Dann kam aber plötzlich ein 17 Jahre alter Verteidiger zum ersten Mal überraschend für die erste Mannschaft zum Einsatz. Nach dem Spiel habe ich meinen Ansprechpartnern in Wolfsburg direkt gesagt: Vergesst die anderen vier Spieler, sondern kümmert euch um den Debütanten. Es war der heutige Weltmeister Raphael Varane. Er wechselte ein Jahr später zu Real Madrid. Da hatte der VfL leider keine Chance.

Fast Ihr gesamtes Fußballer-Leben hatten Sie beim VfL Bochum verbracht. Wie ist aktuell Ihr Verhältnis zum Verein?

Benatelli: Nach wie vor sehr gut. Ich arbeite auch für die Fußballschule des VfL, bin bei Feriencamps dabei oder leite das Fördertraining. Das bereitet mir sehr viel Freude. Ganz klar: Mein Herz schlägt für den VfL Bochum.

Das damalige Team wurde als "Die Unabsteigbaren" zur Vereinslegende. Gibt es noch viele Kontakte zu ehemaligen Mitspielern?

Benatelli: Auf jeden Fall. Viele ehemalige VfL-Profis sind ebenfalls im Verein involviert. Angefangen von Vereinsbotschafter Dariusz Wosz, "Ata" Lameck, Torhüter "Katze" Zumdick, Lothar Woelk, Christian Schreier oder Peter Közle. Auch sonst treffen wir uns regelmäßig. Ein- oder zweimal im Jahr lädt Bayern Münchens Co-Trainer Hermann Gerland aus alter Verbundenheit das gesamte frühere Team auf seinen Hof oder auf den Weihnachtsmarkt ein. In diesem Jahr wird das zwar leider nicht klappen. Hoffentlich aber bald wieder.

Während Ihrer Profilaufbahn war der VfL Bochum stets erstklassig. Seit inzwischen mehr als zehn Jahren gehört er jetzt der 2. Bundesliga an, spielte dort sogar gegen den Abstieg. Wie zuversichtlich sind Sie, dass es bald wieder nach oben geht?

Benatelli: Ich bin immer Optimist und hatte dem Team eigentlich schon in den vergangenen Jahren zugetraut, zumindest oben mitzuspielen. Diesmal scheint es sich jedoch wirklich zu bestätigen, dass die Mannschaft im Rennen um den Aufstieg ein Wörtchen mitsprechen kann. Obwohl das Team im ersten Saisonspiel gegen den FC St. Pauli einen 2:0-Vorsprung noch aus der Hand gegeben hatte, ist der Start nach dem 1:0-Auswärtssieg geglückt. Der VfL spielt einen guten Fußball. Mir fällt im Moment kein Konkurrent ein, der wesentlich stärker ist. Auch nicht die Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf und SC Paderborn 07 .

Über das Remis gegen St. Pauli waren Sie sicher nicht ganz unglücklich. Schließlich spielt Ihr Sohn Rico für den Kiezklub. Sehen Sie sich seine Spiele eher als Vater oder eher als Scout und Trainer an?

Benatelli: Eindeutig als Vater. Ich bin vor seinen Spielen immer sehr nervös, fiebere mit. Das hat mich schon einige Nerven gekostet. Nachher sprechen wir dann aber in Ruhe über seine Leistungen. Selbstverständlich versuche ich auch, ihm Hinweise und Tipps zu geben, was er noch besser machen kann.

Mal Hand aufs Herz: Wer ist denn der bessere Fußballer?

Benatelli: Technisch und fußballerisch ist Rico besser, als ich es war. Das liegt sicher nicht zuletzt auch an seiner guten Ausbildung beim VfL Bochum und dann bei Borussia Dortmund . Ich hatte halt etwas andere Qualitäten.

Im Gegensatz zu Ihnen hat es Rico noch nicht in die Bundesliga geschafft. Klappt das noch?

Benatelli: Ich drücke ihm selbstverständlich die Daumen, traue es ihm auch durchaus noch zu. Als er beim BVB damals aus der Jugend kam, war er schon mal dicht dran, durfte bei Jürgen Klopp mittrainieren. Zwei Mittelfußbrüche haben ihn dann zurückgeworfen. Sonst wäre seine Karriere vielleicht anders verlaufen. Rico hat aber immer weiter an sich geglaubt und sich nach und nach weiter nach oben gekämpft. Inzwischen kommt er jetzt schon auf fast 150 Zweitligaspiele. Das ist auch nicht so schlecht.

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