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Abstiegskampf |12.09.2018|11:00

Ex-Profi Timo Rost: "Aktuell auch Psychologe"

Bayreuths Coach Timo Rost will seinem Team die Spielfreude und den Glauben an die eigene Stärke zurückzugeben. [Foto: imago/Peter Kolb]

Mit Ex-Bundesligaprofi Timo Rost will die SpVgg Oberfranken Bayreuth in der Regionalliga Bayern aus dem Tabellenkeller herausfinden. Der 40 Jahre alte Fußball-Lehrer, der im Oberhaus 145-mal am Ball war (für den FC Energie Cottbus und den VfB Stuttgart), beerbte in Bayreuth Anfang September Josef Albersinger. Bei seinem Debüt gab es für Rost ein 1:1 gegen den FV Illertissen. Mit fünf Zählern ist die traditionsreiche SpVgg, die mit sechs Niederlagen ohne eigenes Tor in die Saison gestartet war, aber immer noch Schlusslicht.

Im Interview mit FUSSBALL.DE spricht der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler Timo Rost, der zuletzt bis Juni die U 23 der SpVgg Greuther Fürth betreut hatte, über die Gründe für seinen Wechsel nach Bayreuth, die kurz- und mittelfristigen Ziele des Vereins und die Nachholpartie bei Spitzenreiter FC Bayern München II .

FUSSBALL.DE: Seit knapp über einer Woche sind Sie Trainer der SpVgg Oberfranken Bayreuth. Warum haben Sie sich für einen Wechsel zum Schlusslicht entschieden, Herr Rost?

Timo Rost: Gleich aus mehreren Gründen hatte ich Lust darauf, diese reizvolle Aufgabe zu übernehmen. Ich glaube, dass die Mannschaft trotz des miserablen Saisonstarts die Qualität besitzt, um in der Klasse zu bleiben. Außerdem ist Bayreuth für mich als Franke quasi vor der Haustür. Hinzu kommt, dass sich die Vereinsverantwortlichen sehr um mich bemüht haben und mir einen klaren Weg aufzeigen konnten, wie sie die Mannschaft und den Verein weiterentwickeln wollen.

"Kurzfristig gibt es nur ein Ziel: Wir wollen in der Liga bleiben"

Wie sieht dieser Weg aus?

Rost: Primär geht es erst einmal darum, dem Team die Spielfreude und den Glauben an die eigene Stärke zurückzugeben. Der Saisonbeginn mit sechs Niederlagen ohne ein eigenes Tor war niederschmetternd für die Spieler. Ich bin daher in der aktuellen Situation ein Stück weit auch Psychologe. Wir wollen schnell damit beginnen, bessere Ergebnisse einzufahren, um auch in dieser Saison den Abstieg verhindern zu können. Nebenbei soll infrastrukturell einiges getan werden, um mittelfristig den nächsten Schritt gehen zu können. Unter anderem wollen wir die Rahmenbedingungen für einen geregelteren Trainingsbetrieb schaffen. Der nächste Schritt wäre dann, nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben.

Bei Ihrem Debüt gab es ein 1:1 gegen den FV Illertissen. Wie zufrieden waren Sie mit dem Spiel?

Rost: Positiv war, dass unsere Jungs sehr leidenschaftlich gespielt haben und dass die Mentalität gestimmt hat. Was das Spielerische und Athletische angeht, gibt es aber noch große Baustellen. Da müssen wir uns in den kommenden Wochen noch deutlich verbessern.

Schon vor Ihrem Amtsantritt holte die SpVgg nach den sechs Auftaktniederlagen die ersten vier Punkte und ist jetzt seit drei Partien unbesiegt. Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft rechtzeitig die Kurve bekommen hat?

Rost: Ganz ehrlich? Die zurückliegenden Ergebnisse und auch die Tabelle interessieren mich aktuell überhaupt nicht. Für mich ist wichtig, dass wir die Mannschaft brutal stabilisieren müssen und vor allem in der Zweikampfführung noch viel Luft nach oben ist. Die Jungs sollen das umsetzen, was ich als Trainer von ihnen verlange und mit ihnen gemeinsam erarbeite. Wenn sie das schaffen, dann kommen auch wieder bessere Ergebnisse.

Der Verein hat vor nicht allzu langer Zeit eine Professionalisierung der Strukturen angekündigt, irgendwann soll sogar die Rückkehr in den Profifußball angepeilt werden. Dann musste die SpVgg aber in die Relegation und entging nur knapp dem Abstieg. Jetzt sieht es schon wieder so aus, als ob der Klub in akute Abstiegsgefahr gerät. Wie lautet vor diesem Hintergrund Ihre Zielsetzung?

Rost: Kurzfristig gibt es nur ein Ziel: Wir wollen in der Liga bleiben. Erreichen wir den Klassenverbleib, können wir uns neben den infrastrukturellen Weiterentwicklungen damit beschäftigen, wie wir die Mannschaft punktuell verstärken, um uns künftig andere Ziele stecken zu können.

Glauben Sie denn, dass Bayreuth irgendwann wieder das Zeug dazu hat, in der Regionalliga Bayern oben mitzuspielen?

Rost: Wir machen alles step by step. In den vergangenen Jahren hat Bayreuth immer gegen den Abstieg spielen müssen. Daher sollten wir kleine Brötchen backen und nicht damit anfangen, zu weit in die Zukunft zu schauen. Allerdings ist es schon so, dass der Verein den Anspruch hat, irgendwann wieder mit deutlich ambitionierteren Zielen in eine Saison zu starten. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg und es bedarf viel Fleiß der Spieler, des Trainerteams und der Vereinsverantwortlichen.

Schon am heutigen Mittwoch, 19 Uhr, geht es für Sie und Ihr Team mit der Nachholbegegnung bei der U 23 des FC Bayern München weiter. Wie stellen Sie Ihre Mannschaft auf das Duell mit dem ungeschlagenen Titelfavoriten ein?

Rost: Grundsätzlich ist es egal, gegen wen wir spielen. Ich schaue vor allem auf uns. Wir wollen uns im taktischen Bereich verbessern und insgesamt stabiler werden. Aber klar: Dass wir beim Tabellenführer spielen, ist ein zusätzlicher Anreiz. Die Vorfreude bei den Spielern auf die Partie ist groß.

Können Sie Ihre bestmögliche Mannschaft aufbieten?

Rost: Wir mussten am Montag leider eine Hiobsbotschaft hinnehmen. Unser Zugang Marco Rapp, der erst Ende August von den Offenbacher Kickers zu uns gekommen war, hat sich das vordere Kreuzbandriss gerissen. Das wurde in einer MRT-Untersuchung bestätigt. Er wird uns damit rund sechs Monate fehlen. Wieder im Kader steht dagegen Mittelfeldspieler Anton Makarenko, der seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen hat.

Ist die zweite Mannschaft des FC Bayern Ihrer Meinung nach der klare Titelfavorit oder trauen Sie einem anderen Verein die Meisterschaft eher zu?

Rost: Mein Titelfavorit war vor Saisonbeginn der 1. FC Schweinfurt 05 . Mittlerweile muss ich meine Meinung aber revidieren. Was die U 23 des FC Bayern bisher gezeigt hat, ist schon klasse. Wenn sie weiter so konstant bleiben, werden sie auch Meister.

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