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Inklusion|26.07.2015|13:00

Gehörlosen-Verein startet in der Kreisliga

Benjamin Christ spielte bereits in der Bezirksliga. [Foto: Herms]

Der Essener Amateurfußball hat zur neuen Saison Zuwachs erhalten. Und das von einem ganz besonderen Klub. Der Gehörlosen- Turn- und Sportverein Essen wird ab sofort am regulären Spielbetrieb des Fußballverbandes Niederrhein teilnehmen und in der Kreisliga C starten. Die ersten Auftritte waren bereits vielversprechend.

Sebastian Laubner hatte keinen leichten Einstand. Der neue Trainer des GTSV Essen ist keiner, der regungslos an der Seitenlinie steht und das Spiel seiner Mannschaft mit stoischer Ruhe verfolgt. Im Freundschaftsspiel gegen Eintracht Borbeck II lief es phasenweise nicht nach seinem Geschmack. Entsprechend versuchte der Linienchef, der lange Jahre beim SuS Haarzopf und in der Jugend des VfB Frohnhausen tätig war, auf seine Schützlinge einzuwirken. Vereinzelt auch mit lautstarken Anweisungen. Doch beim GTSV kommt er damit nicht weit. „Daran muss man sich erst gewöhnen. Das kannte ich vorher natürlich nicht“, räumt Laubner ein.

Der neue Trainer ist selbst nicht hörgeschädigt, ganz im Gegensatz zu seiner kompletten Mannschaft. Beim GTSV dürfen nur Fußballer mitwirken, die einen Hörverlust von mindestens 50 Dezibel auf beiden Ohren nachweisen können. Einzelne Spieler können mit Hilfe eines Gerätes hören, andere wiederum sind komplett geschädigt. Die Kommunikation erfolgt fast ausschließlich über die Mimik. Aus diesem Grund hat sich Laubner fest vorgenommen, die Gebärdensprache zu erlernen. Im September will der GTSV-Coach dafür extra einen VHS-Kurs belegen. „Die elementaren Dinge des Fußballs haben mir die Jungs schon beigebracht. Dennoch möchte ich mit meinen Spielern intensiver kommunizieren. Diese Aufgabe reizt mich sehr, ich gehe auch mit großem Ehrgeiz an die Sache heran.“

Doppelbelastung am Wochenende

"Die Jungs wollten sich unbedingt mit den anderen Mannschaften messen, die keine Gehörschädigung haben"

Diesen hat auch sein Spieler Benjamin Christ bewiesen. Im Essener Fußball ist der Abwehrspieler kein Unbekannter. Noch in der letzten Saison war Christ für den Bezirksligisten SuS Haarzopf aktiv, für den er auch schon in der Landesliga spielte. Parallel läuft er schon seit einigen Jahren für den Essener Gehörlosen-Verein auf, der rund 250 Mitglieder in 15 verschiedenen Sportabteilungen zählt und bereits vier Deutsche Fußball-Meisterschaften in der Gehörlosen-Liga gefeiert hat. Zusammen mit Kolja Weiße und seinem Bruder Marc Christ gehört er zu den drei Akteuren des GTSV, die sich als Mitglieder der Gehörlosen-Nationalmannschaft bezeichnen dürfen.

Vor einigen Monaten fasste Christ den Entschluss, mit seinem Team im regulären Spielbetrieb zu starten. Der langjährige Haarzopfer nutzte sein großes Netzwerk im Essener Fußball und setzte sich mit dem Staffelleiter des Kreises Nord-West in Verbindung. Nach wenigen Wochen erhielten Christ und Co. grünes Licht: Der GTSV geht zur Saison 2015/2016 in der Kreisliga C an den Start. „Benjamin hat alles in die Wege geleitet“, sagt Markus Suslik, der das Team abseits des Platzes betreut. „Die Jungs wollten sich unbedingt mit den anderen Mannschaften messen, die keine Gehörschädigung haben. Dieser Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen.“

Auf die Kicker des Gehörlosen- Turn- und Sportvereins wartet nun eine Doppelbelastung. Parallel zur Gehörlosen-Liga, deren Spiele in der Regel samstags ausgetragen werden, warten sonntags die Duelle in der Kreisliga. Dieses beachtliche Pensum ist für einen Teil der Mannschaft nicht neu. Neben Christ hat etwa auch Nico Müller zuletzt für die Ballfreunde Bergeborbeck in der Kreisliga A gespielt. Die körperliche Belastung dürfte ohnehin nicht das Problem der Mannschaft werden, wie Trainer Laubner versichert. „Die Jungs sind hochmotiviert und deshalb auch körperlich fit. Zudem haben wir sehr viele talentierte Fußballer. Die Chance, in der Kreisliga spielen zu dürfen, hat zusätzliche Kräfte freigesetzt. Meine Eindrücke sind durchweg positiv“, freut sich Laubner.

Zusätzliche Fahne für Schiedsrichter

Das erste Erfolgserlebnis ließ auch nicht lange auf sich warten. Ein Vorbereitungsspiel gegen die Sportfreunde Haverkamp wurde mit 6:2 gewonnen. Als hilfreich erwies sich dabei die Maßnahme der Schiedsrichter, zusätzlich zur Pfeife eine Fahne zu benutzen. „Das kennen die Spieler aus der Gehörlosen-Liga. Den Pfiff der Unparteiischen können die meisten nicht hören“, erklärt Laubner. Ein Lob hat er in diesem Zusammenhang für die Mitarbeiter des Essener Kreises parat. „Die Inklusion unserer Mannschaft hat wirklich toll geklappt. Uns wurde zugesichert, dass die Schiedsrichter auch in der Meisterschaft eine Fahne benutzen werden. Es ist wirklich wunderbar, dass alles so reibungslos funktioniert hat.“

Zur Inklusion gehört aber freilich auch, dass dem GTSV wie allen anderen Vereinen auch keine Geschenke gemacht werden. So müssen die Blau-Gelben bis zum 1. November auf ihren wohl besten Spieler Benjamin Christ verzichten. Sein alter Verein SuS Haarzopf hatte ihm keine Freigabe für einen Wechsel erteilt. Die geforderte Ablösesumme von rund 500 Euro kann der Verein nicht bezahlen. Ein weiteres Hindernis stellt momentan noch die Platzsituation dar. Der GTSV muss montags und freitags an der Karnaper Lohwiese auf einem Ascheplatz trainieren, der nur über E-Jugend-Maße verfügt. Auch hier gibt es noch Redebedarf, meint Laubner: „Das sind Dinge, die letztlich dazugehören. Wir haben eine ehrgeizige Truppe und wollen uns in den nächsten Jahren so gut wie möglich präsentieren. Wir arbeiten fieberhaft an einer Lösung, um den Spielern bessere Bedingungen zu verschaffen.“

Den Anfang hat der Trainer mit dem angekündigten Besuch der Volkshochschule schon selbst gemacht. Für die Spieler des GTSV Essen kann das Abenteuer Kreisliga somit beginnen.

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