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Magazin|21.01.2016|10:00

Gosens rasanter Aufstieg: Bald Europa League?

Auf der Überholspur: Robin Gosens (rechts) hat sich bei Heracles Almelo zur festen Größe entwickelt. [Foto: Imago]

Was für ein märchenhafter Werdegang. Wenn Heracles Almelo in der niederländischen Eredivisie spielt, sitzt auch ein kleiner Fanklub aus dem niederrheinischen Elten auf der Tribüne. Der Grund für den Besuch trägt beim Erstligisten die Nummer 21: Robin Gosens wird von Freunden und seiner Familie ständig begleitet. Der Fußballer ist in den vergangenen dreieinhalb Jahren durchgestartet – von der A-Jugend-Niederrheinliga bis in die Stammelf eines Europa-League-Anwärters. Sein Marktwert wird aktuell auf 450.000 Euro taxiert. „Natürlich hatte ich immer das Ziel, Profi zu werden. Dass es geklappt hat, ist schon eine wahnsinnige Geschichte“, sagt der 21-Jährige im Gespräch mit FUSSBALL.DE.

Für einen solchen Karrieresprung braucht es neben dem Talent oft auch Glück. Das hatte Robin Gosens. „Ich habe zum richtigen Zeitpunkt eine Topleistung abgerufen“, erzählt der Emmericher. Es war Anfang 2012. Robin Gosens spielte mit der A-Jugend des VfL Rhede beim 1. FC Kleve. Die Partie sah auch ein Scout von Vitesse Arnheim. Eigentlich wollte er Spieler des Kooperationspartners aus Kleve beobachten. Am Ende stand der Name Robin Gosens auf seinem Zettel, nachdem Gosens zwei Tore erzielt und eins vorbereitet hatte.

"Es ist schon unglaublich, dass ich jetzt Zweikämpfe gegen Spieler wie Dirk Kuyt bestreite"

Kurz darauf bekam der damals 18-Jährige ein Angebot aus Arnheim. „Meine Mutter war damals skeptisch“, sagt Gosens. Sie befürchtete, dass die Entscheidung fürs Profigeschäft zu große Risiken berge. Gosens konnte seine Mutter überzeugen. Das zahlte sich aus - wenn auch mit Verzögerung.

Bei Vitesse kam Robin Gosens nämlich nicht zum Zuge. Der Verein verlieh ihn im Januar 2014 an den Zweitligisten FC Dordrecht. Dort entwickelte sich Robin Gosens schnell zum Stammspieler. Am Ende der Saison ging es in die Aufstiegsspiele gegen Sparta Rotterdam. Dordrecht setzte sich durch. Robin Gosens und seine Teamkollegen ließen sich von 10.000 Fans am Rathausplatz feiern. „Das Spiel und die anschließende Aufstiegsparty gehören zu den Highlights meiner Karriere“, unterstreicht er.

Ein weiteres Highlight sollte bald folgen: das Debüt in der Eredivisie. Aufstieger Dordrecht musste zum Saisonauftakt beim SC Heerenveen ran. Am Tag vor der Partie erfuhr Gosens, dass er seinen ersten Einsatz in der niederländischen Topliga bekommen würde. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich gut geschlafen habe“, berichtet er und lacht. Auf dem Platz konnte Robin Gosens seine Nervosität ausblenden. Dordrecht gewann 2:1. Danach lief aber nicht mehr viel. Mit nur 20 Punkten stieg Dordrecht wieder ab.

Duell mit Vize-Weltmeister

Robin Gosens jedoch blieb in der Eredivisie. Nico-Jan Hoogma, langjähriger Profi beim Hamburger SV, hatte das Talent des Deutschen erkannt. Almelos Sportchef gab Gosens, der auch die niederländische Staatsbürgerschaft besitzt, im vergangenen Sommer einen Drei-Jahres-Vertrag. „Vor der Saison hat der Verein einen Platz unter den ersten Zehn als Ziel ausgegeben. Es sieht ganz gut aus“, sagt der Heracles-Profi. Das ist bescheiden formuliert. Hinter Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven und Feyenoord Rotterdam schloss Almelo die Hinrunde auf Platz vier ab. Die Teilnahme an der Relegationsrunde zur Europa League ist durchaus realistisch.

An der bislang guten Saison hat auch Robins Gosens seinen Anteil. Zum Auftakt saß er auf der Bank, danach kam er in jedem Spiel zum Einsatz. Mal stellt ihn Trainer John Stegeman im Mittelfeld auf, mal als Linksverteidiger. Auch als Almelo bei Feyenoord Rotterdam spielte, stand Gosens in der Startelf. 47.500 Zuschauer sahen im Stadion „De Kuip“, wie sich Almelo vergeblich wehrte. Angeführt von Kapitän Dirk Kuyt gewann Rotterdam mit 3:0. „Es ist schon unglaublich, dass ich jetzt gegen solche Spieler Zweikämpfe bestreite“, sagt Gosens. Zur Erinnerung: Kuyt spielte jahrelang für den FC Liverpool in der Premier League, ist Vize-Weltmeister und zweimaliger Fußballer des Jahres in den Niederlanden.

Traum von der Bundesliga

Trotz solcher Erlebnisse hat Gosens die Bodenhaftung nicht verloren. Wenn es die Zeit zulässt, schaut er sich weiterhin Amateurspiele am Niederrhein an. In der Vorsaison trainierte der Profi noch die C-Jugend beim SV Emmerich-Vrasselt. Zudem bildet sich Gosens außerhalb des Fußballplatzes weiter. Er absolviert ein Fernstudium in den Bereichen Ernährungsberatung und Personal Training. „Ich brauche neben dem Fußball etwas, das mich geistig fordert.“

Mit einem Abschluss hätte er etwas in der Hand für die Zeit nach der Karriere. Bis dahin soll aber noch einige Zeit verstreichen. Die Bundesliga ist Robin Gosens Traum. Sein Lieblingsklub ist der FC Schalke 04. Sollte ein Verein aus Deutschland Gosen irgendwann mal verpflichten, bekäme der Klub auf jeden Fall einen Fanklub aus Elten obendrauf.