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Stolzer Trainer |16.11.2017|11:45

Homburgs Mega-Hinrunde: 18 Mal klar gewonnen

Noch kein Punktverlust, erst sieben Gegentore: Der FC Homburg und Trainer Jürgen Luginger. [Foto: Imago, FUSSBALL.DE / Collage: FUSSBALL.DE]

Dem Regionalligaabsteiger und ehemaligen Bundesligisten FC 08 Homburg ist in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar die perfekte Hinserie gelungen. Ohne jeden Punktverlust und mit einem Torverhältnis von 63:7 marschieren die Saarländer mit 18 Siegen aus 18 Spielen durch die Saison und sind scheinbar nicht aufzuhalten. Das hat deutschlandweit in dieser Saison noch kein anderes Team geschafft! Ebenfalls bemerkenswert: Jedes Spiel wurde mit mindestens zwei Treffern Unterschied gewonnen.

>>> Deutschlandweite Übersicht: Diese Teams haben 2017/18 bislang alles gewonnen!

"Ob wir den Aufstieg am Ende mit 25 oder 36 Siegen erreichen, ist uns egal"

Im aktuellen Interview mit FUSSBALL.DE spricht Ex-Bundesligaprofi Jürgen Luginger (unter anderem Fortuna Düsseldorf und FC Schalke 04), der seit April als Trainer in Homburg arbeitet, über den unerwarteten Abstieg aus der Regionalliga, den großen Umbruch, die Gründe für die Siegesserie sowie die Ex-Nationalspieler Tobias Weis und Nando Rafael, die im Sommer fast zum FCH gewechselt wären.

FUSSBALL.DE: Als Absteiger aus der Regionalliga hat der FC 08 Homburg das erklärte Ziel, direkt wieder aufzusteigen. Aber hätten Sie auch mit einer perfekten Hinserie ohne jeden Punktverlust gerechnet, Herr Luginger?

Jürgen Luginger: Auf keinen Fall. Wir konnten nicht davon ausgehen, dass es bereits vom ersten Spieltag an so gut läuft. Nach dem Abstieg gab es einen großen Umbruch mit vielen Zu- und Abgängen. Dass wir dann eine solche Serie hinlegen, ist definitiv etwas Besonderes.

FUSSBALL.DE: Der Absturz aus der Regionalliga Südwest kam für den ambitionierten Verein recht unerwartet. Wie schnell hat sich der Klub darauf eingestellt, plötzlich fünftklassig zu spielen?

Luginger: Es war zu Beginn ein Schock für den gesamten Klub. Wir haben aber schnell begriffen, dass wir an der Situation nichts ändern können und den Abstieg als Chance verstehen müssen, einen Neuanfang zu starten. Dabei wollten wir genauso professionell weiterarbeiten, wie wir es in der vierten Liga getan haben. Das ist uns hervorragend gelungen. Mittlerweile überwiegt ganz klar die Freude über die starken Leistungen in der 5. Liga. Der Abstieg ist so gut wie vergessen.

FUSSBALL.DE: Warum funktionierte nach dem großen Umbruch auf Anhieb alles so gut?

Luginger: Bei der Zusammenstellung des neuen Kaders haben wir besonders viel Wert darauf gelegt, Spieler zu verpflichten, die sich mit dem Verein identifizieren können und sich nicht zu schade dafür sind, in der fünften Liga zu kicken. Gleichzeitig war uns aber auch wichtig, Spieler unter Vertrag zu nehmen, die die Qualität mitbringen, in der Regionalliga zu spielen. Wir haben jedem Einzelnen verständlich gemacht, dass wir die Oberliga so schnell wie möglich wieder verlassen wollen und dass die professionellen Strukturen im Verein erhalten bleiben. Wir haben deshalb auch einige etablierte Viertligaspieler von unserem Weg überzeugen können. Beispielsweise war unser Top-Torjäger Patrick Dulleck (16 Tore und zwölf Vorlagen, Anm. d. Red. ) von 2014 bis zum vergangenen Sommer durchgängig in der Regionalliga Südwest am Ball. Die Qualität im Kader ist insgesamt sehr hoch. Hinzu kommt, dass wir bisher kaum Verletzungspech hatten. Ich hoffe, dass das auch so bleibt.

FUSSBALL.DE: Wie groß ist der Qualitätsunterschied zwischen der 4. und der 5. Liga?

Luginger: Ich würde gar nicht sagen, dass er allzu groß ist. Auch in unserer Liga sind beispielsweise mit Eintracht Trier, dem FK Pirmasens oder der U 23 des 1. FC Kaiserslautern , die alle zusammen mit uns abgestiegen waren, einige starke Teams dabei. Dass wir diese Mannschaften souverän besiegen konnten, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Es ist daher nicht so, dass wir uns in der Oberliga zurücklehnen können und trotzdem alles gewinnen. Würden wir nur 80 oder 90 Prozent geben, wären wir bestimmt nicht so erfolgreich.

FUSSBALL.DE: Gab es jemals eine Trainerstation, bei der Ihr Team eine ähnliche Siegesserie hingelegt hat?

Luginger: Mit dem 1. FC Saarbrücken habe ich einmal rund 20 Spiele in Folge nicht verloren. Das ist aber nicht zu vergleichen mit unserer aktuellen Siegesserie. Wir haben schon jetzt etwas erreicht, auf das wir alle sehr stolz sein dürfen. Allerdings ist jedem von uns bewusst, dass wir für das Ziel Aufstieg noch einige Punkte benötigen. Daher ist es wichtig, den Vorsprung von 14 Punkten auf Platz zwei auszublenden und die Spannung im Team hochzuhalten. Das ist für mich aber keine schwere Aufgabe, weil wir einen guten Konkurrenzkampf haben. Niemand darf sich eine Nachlässigkeit in Training und Spiel erlauben. Sonst ist der Stammplatz schnell weg.

FUSSBALL.DE: Beeindruckend ist auch das Torverhältnis. Mit 63:7 Treffern stellt Homburg den stärksten Angriff und die beste Defensive der Liga. Glauben Sie, dass die perfekte Saison mit 36 Siegen möglich ist?

Luginger: Möglich ist alles. Allerdings machen wir uns darüber keine Gedanken. Priorität hat der Aufstieg. Ob wir den am Ende mit 25 oder 36 Siegen erreichen, ist uns egal. Aber klar wäre es schön, wenn wir die Serie noch ein wenig fortsetzen könnten.

FUSSBALL.DE: Ursprünglich sollten in dieser Saison mit Tobias Weis und Nando Rafael auch zwei ehemalige Nationalspieler im Kader stehen. Beide hatten schon Verträge unterschrieben. Was ist passiert?

Luginger: Beide hatten ausschließlich Verträge für die 4. Liga unterzeichnet. Zwar haben wir uns nach dem Abstieg noch einmal mit Tobias und Nando unterhalten und geschaut, ob es dennoch eine Chance gibt, sie zu verpflichten. Es wurde aber schnell deutlich, dass das nicht realisierbar gewesen wäre. Wir wollten eine vernünftige Struktur mit einem für alle Spieler gerechten Gehaltsgefüge.

FUSSBALL.DE: Könnte es denn sein, dass das aktuell vereinslose Duo 2018 zum FCH wechselt, wenn der Aufstieg gelingt?

Luginger: Nein. Das Thema hat sich erledigt. Auch deshalb, weil wir unseren Kader weiter verjüngen wollen.

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