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Kultfiguren des Amateurfußballs |29.08.2014|15:15

"Irgendwie sind wir doch alle Verrückte!"

Er ist Kult beim SC Eltersdorf in Bayern: Joachim Uhsemann. [Foto: Klaus-Dieter-Schreiter]

In schmalen Buchstaben wird Joachim Uhsemann (41) auf der Homepage des Bayernligisten SC Eltersdorf als Sportlicher Leiter/Sicherheitsbeauftragter bezeichnet - doch in Wirklichkeit ist er der Motor des sportlichen Aufstiegs der ersten Mannschaft, in Verbund mit einem harten Kern von Gleichgesinnten wie dem langjährigen Weggefährten und Fußball-Abteilungsleiter Manfred Klier.

Der gebürtige Nürnberger Uhsemann, eine umtriebige Person mit wachen Augen und flinken Bewegungen, ist Manager und Macher in einer Person, fungiert auch manchmal als Stadionsprecher, wenn die 1. Mannschaft kickt und ist gleichzeitig noch mitverantwortlich für die Stadionzeitung. Uhsemann ist Kult. Sein großes Plus ist der positive Umgang mit Menschen, die er als überzeugender Kommunikator für eine gemeinsame Sache zu begeistern versteht. Geprägt haben ihn seine beruflichen Lehrjahre. Heute ist er selbstständig, Inhaber einer Generalagentur für Versicherungen mit fünf Mitarbeitern.

In das beschauliche Eltersdorf mit 4000 Einwohnern, das als südlicher Stadtteil vor Jahren nach Erlangen eingemeindet worden war, verschlug es den Mittelfeldspieler des C-Klassenvereins FC Bayern Kickers Nürnberg, der damals schon eine Jugendmannschaft trainierte, weil er die Chance bekam, zwei Ligen höher beim A-Klassisten (heute Kreisliga) SC Eltersdorf kicken zu können.

Trainer Paul Paska, der später als Spielerberater den Torjäger Marek Mintal zum 1.FC Nürnberg vermittelte, ist Uhsemann auf ewig in Erinnerung geblieben. Kaum in Eltersdorf angekommen, fragte Paska ihn und einen Mitspieler, ob die Zwei am Wochenende Zeit hätten. Die beiden Jungspunde bejahten und sahen sich in Gedanken schon als Spielbeobachter für den Trainer unterwegs. Der Ausflug endete jedoch abrupt in Langenzenn, wo sie angehalten wurden, seine Küche zu tapezieren. Uhsemann schmunzelnd: „Das vergess‘ ich mein Leben lang nicht!“

"Jeder Verein braucht Zugochsen, die den Karren am Laufen halten"

Joachim Uhsemanns Funktionärskarriere begann, als die seines Vorgängers endete. „Ich war quasi eine neutrale Person. Als Spieler in Eltersdorf bekannt, aber doch kein Einheimischer.“ Die Aufstiege von der Kreisliga bis in Regionalliga Bayern sind durchwegs auch mit Trainernamen verbunden, die in Franken einen guten Klang und großen Bekanntheitsgrad besitzen: Ioan Pal, der ehemalige Bundesliga-Profi Günter Drews, der schon verstorbene Grieche Apostolos Bertsos, Andy Speer und Ludwig Preis, der den SC Eltersdorf von der Landesliga in die Regionalliga führte und später die SpVgg Greuther Fürth für ein paar Spiele in der Bundesliga coachte. Auch mit Dieter Lieberwirth versuchte er die Regionalliga Bayern zu halten, welches am Ende an der Qualität des Kaders mit scheiterte.

Trainer, die aggressiv auf Schiedsrichter losgehen oder Spieler übel beschimpfen, gibt es bei Joachim Uhsemann nicht. „Achtung und Respekt stehen bei mir über allem und sind wichtiger Bestandteil in einem funktionierenden Teamwork“, beteuert Uhsemann. Den einen oder anderen Trainer musste er dennoch entlassen. Bertsos wollte sich im Höhenflug über alle anderen erheben und als Alleinherrscher auf den Thron setzen. „Das gibt es nicht in unserer Gemeinschaft“, betont Uhsemann. „Da musste ich die Reißleine ziehen!“. Schwieriger lag für ihn der Fall bei Andreas Speer, als er einem guten Freund sagen musste: Es geht nicht weiter. Uhsemann: „Das tat richtig weh! Andy ist ein untadeliger Sportsmann und doch mussten wir nach mehr als zehnjähriger Zusammenarbeit neue Impulse setzen!"

Guter Ruf in der Region

Nachfolger Ludwig Preis war ein Glücksgriff. „Mit ihm stimmte die Chemie vom ersten Augenblick an“, so Uhsemann. Aber Preis setzte von Anfang an auch hohe Maßstäbe im Umfeld von Organisatoren und Betreuerteam: „ Das war erst einmal für viele unverständlich und nur schwer zu verkraften“. Zumal das Häuflein der Ehrenamtlichen auch beim SC Eltersdorf leicht überschaubar ist. Obwohl Joachim Uhsemann schon von Berufs wegen gut vernetzt ist. „Wir haben einen harten Kern, der immer da ist und mitmacht, obwohl er öffentlich nie in Erscheinung tritt“. Bei diesen Worten schwingt Bewunderung und Anerkennung mit in Uhsemanns Stimme.

Sportlich scheiterte der SC Eltersdorf unter der Regie von Ludwig Preis nur denkbar knapp in Spielen gegen die SpVgg Unterhaching und Wacker Burghausen am Einzug in die 1. DFB-Pokalhauptrunde, was zusätzlich 100.000 Euro an Einnahmen beschert hätte. Mit dem Geld hätte man Stehränge und Sitzplätze überdachen können. Trotz eines breiten Pools mit drei Großsponsoren an der Spitze muss gespart werden. Für die Busfahrten zu den Auswärtsspielen der ersten Mannschaft wird jeweils ein Mäzen gesucht. Fans dürfen gegen Bezahlung gerne mitfahren.

Bei ambitionierten Amateurspielern in der Region hat der SC Eltersdorf einen guten Ruf. Nach der Schockstarre des Abstiegs aus der Regionalliga geht es im zweiten Bayernliga Jahr mit dem jungen Trainer Hendrik Baumgart (37) wieder aufwärts, den Uhsemann gegen einige Widerstände erst einmal durchsetzen musste. „Vielen war er zu ruhig, aber Baumgart ist Lehrer und überzeugt mit Pädagogik und der Qualität seiner Argumente. Er hat es nicht nötig, primitiv herum zu schreien“.

Die Zahlungen an die Spieler lässt der Verein über ein Lohnsteuer-Büro laufen: „Da ist alles sauber und korrekt verbucht“. Abteilungsleiter Manfred Klier wirft lachend ein: „Für eine Stadtwurst spielt hier keiner mehr!“ Und Uhsemann ergänzt: „Ich war wahrscheinlich der Letzte, der beim SC Eltersdorf ohne Aufwandsentschädigung gespielt hat“. Die geografische Lage am Autobahn-Drehkreuz mit schneller Erreichbarkeit aus allen Richtungen hat unverkennbare Vorteile für den SC Eltersdorf. Gut ein halbes Dutzend Studenten aus Nürnberger, Erlangen und Bamberg spielen hier.

Erlangen ist Handball-Stadt

Dennoch stoßen die sportlichen Möglichkeiten auf Dauer an ihre Grenzen: „Erlangen hat zwar viele Fußballvereine, ist aber dennoch eine Handball-Stadt“, erklärt Uhsemann. Um die Regionalliga wieder zu realisieren und langfristig zu erhalten, bedarf es deshalb seiner Meinung nach vielleicht eines Zusammenschlusses mit dem nur zwei Kilometer entfernten Bayernliga-Lokalrivalen FSV Erlangen-Bruck. „Wir nehmen uns gegenseitig die Spieler weg. Auch schon im Nachwuchsbereich. Das ist auf Dauer nicht zu verkraften!“

Trotz aller Widrigkeiten („Neid muss man sich erarbeiten“) ist Joachim Uhsemann begeistert bei der Sache. Mit Zustimmung und Unterstützung seiner Ehefrau Christine, die gleichfalls voll in ihrem Ehrenamt aufgeht: Der Betreuung von Ministranten in der katholischen Kirche. Die beiden Töchter studieren, der Sohn spielt Fußball in einer Jugendmannschaft des Landesliga-Aufsteigers Baiersdorfer SV. Es ist alles gut geregelt.

Abteilungsleiter Manfred Klier und Manager Joachim Uhsemann wollen trotz einer immer wachsenden Opposition im Verein weitermachen und sich auf der nächsten Mitglieder-Versammlung wieder wählen lassen: „Jeder Verein braucht Zugochsen, die den Karren am Laufen halten“, erklärt Klier lachend. Und Uhsemann ergänzt: „Irgendwie sind wir doch alle Verrückte!“.

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