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Krafttraining |21.10.2019|21:50

Kreisliga-Fitness: Sixpack nur im Supermarkt

Zeigt gerne seinen Sixpack: Cristiano Ronaldo nimmt das Fitnesstraining offensichtlich ernst.[Foto: imago images / Ulmer/Teamfoto]

Während den Profi-Kickern spezialisierte Athletik-Trainer zur Seite stehen, läuft das Fitnesstraining in der Kreisliga in den seltensten Fällen professionell ab. Das fehlende Wissen über die korrekte Ausführung der Übungen macht das Krafttraining auf dem Fußballplatz oftmals zu einer unfreiwillig komischen Veranstaltung. Die neueste Ausgabe der FUSSBALL.DE-Kolumne Amateur-Alltag.

Fußball-Weisheit #45: "Mir hat er gesagt, dass er nur zeigen wollte, dass wir mehr Krafttraining machen." (Ex-Leverkusen-Keeper René Adler über den Jubel seines damaligen Teamkollegen Kyriakos Papadopoulos beim 3:0-Sieg gegen RB Leipzig)

Da klimpert’s kräftig im Phrasenschwein. Was die körperlichen Voraussetzungen angeht, stach Abwehr-Kante Kyriakos Papadopoulos wohl in all seinen Teams hervor. Der robuste Grieche ist nicht so leicht aus der Bahn zu werfen und ohnehin für seine oftmals rustikale Spielweise als "Aggressive Leader" bekannt. Immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, steht "Papa" beim HSV derzeit auf dem Abstellgleis, ein Winterwechsel gilt als wahrscheinlich. Im immer schneller werdenden Fußball sind hochaufgeschossene Kraftprotze zwischen einer Vielzahl von flinken und beweglichen Leichtgewichten ohnehin rar gesät. Ihre Wichtigkeit verlieren sie aber keinesfalls, denkt man allein daran, was oder wer in der letzten Saison so alles an einem Virgil van Dijk abgeprallt ist.

Klar ist natürlich: Ausdauer und Kraft sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Die Spieler der Bundesliga-Topklubs werden in den kommenden Wochen beides benötigen, schließlich steht ein vollgepacktes Programm bevor: Bundesliga, Champions League, Bundesliga, DFB-Pokal, Bundesliga, Champions League, Bundesliga. Zwischen diesen Terminen liegen stets nur wenige Tage Puffer. Die Trainer werden dabei die Rotationsmaschinerie anschmeißen, dennoch müssen die Akteure auch die nötige Fitness mitbringen, um sich nicht nach der spätestens dritten Partie mit müden Beinen über den Platz zu schleppen. Ihnen stehen selbstverständlich hochprofessionelle Athletik-Trainer zur Seite, die tagtäglich dafür sorgen, dass sie bestmöglich auf die Belastungen vorbereitet sind. Dennoch reißen die Profis über 90 Minuten Kilometer ab, die sie nicht zeitgleich mit dem Abpfiff aus den Beinen schütteln können.

"Natürlich müsste ich mal wieder mehr Sport machen, aber der Stress zuhause und auf Arbeit und so…"

In der Kreisliga ist der Spielplan in der Regel etwas entzerrter. Neben dem Liga-Alltag messen sich die Klubs hier maximal noch im regionalen Pokalwettbewerb. Wenn die kalte und verregnete Jahreszeit beginnt, sorgen zahlreiche Spielausfälle und folgliche Nachholspiele allerdings auch hier häufig für Englische Wochen, bei denen die Kreisliga-Kicker – logischerweise – noch sehr viel schneller an ihre Grenzen kommen als die Berufssportler. Wer nur ein- oder zweimal pro Woche trainiert oder generell nur zu Spielen erscheint, ist meist schon froh, wenn er in der Endphase einer Partie überhaupt noch einen Sprint zur Mannschaftsleistung beitragen kann. Im Vorteil sind natürlich die Trainingsfleißigen im Team, die im besten Fall schon die Vorbereitung komplett mitgezogen sind und körperlich im Saft stehen. So bemüht der Trainer in puncto Fitnesstraining auch sein mag: Wirklich professionell läuft dieses in den seltensten Fällen ab. Einige Spieler zahlen zwar nebenher für ihre Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, haben dieses seit ihrer Anmeldung aber nicht mehr von innen gesehen und fungieren nunmehr als passive Sponsoren der Einrichtung. Das fehlende Wissen über die korrekte Ausführung der Übungen macht das Krafttraining auf dem Fußballplatz dann auch zu einer oftmals unfreiwillig komischen Veranstaltung.

Oberkörper: Der Coach beginnt natürlich mit dem absoluten Klassiker: "Runter, ihr schuldet mir für die schlechte Leistung vom Wochenende 25 Liegestütze!" Während die meisten Spieler bei den ersten zehn Versuchen noch mit ordentlicher Körperspannung arbeiten, trennt sich im Anschluss schnell die Spreu vom Weizen. Die Arme werden bei der Ausführung kaum noch angewinkelt, sodass ein minimales Einknicken der Ellenbogen als kompletter Liegestütz verkauft werden soll, der Bauch wird zwischenzeitlich gemütlich abgelegt oder die Knie als Ablagefläche zur Hilfe genommen. Aber aufgepasst: Erwischt der Coach euch beim zu offensichtlichem Schummeln, wird direkt wieder von vorne gezählt.

Bauch: Ein Blick durch die Umkleidekabinen von Kreisligaklubs macht schnell deutlich, dass das Wort "Sixpack" hier maximal mit der Bierbeschaffung in Verbindung gebracht werden kann. Ein Satz Sit-Ups soll nun Abhilfe schaffen. Doch wer statt eines Sixpacks ein ganzes Fass als Bauchumfang vor sich herträgt, bekommt bei dieser Übung schnell Schwierigkeiten. Nach wenigen Versuchen wird nur noch der Hals rhythmisch bewegt, wobei nicht mal mehr die Schultern den Boden verlassen. In der Rückenlage möchte der Coach anschließend, dass die seitlichen Bauchmuskeln trainiert werden. Wie ein Fahrradfahrer sollen die Spieler dafür abwechselnd mit den Beinen austreten. Dabei erinnert jedoch nichts an die "Tour de France", es gleich vielmehr einem auf dem Rücken gefallenen Käfer, der hilflos mit den Beinen in der Luft herumrudert, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen.

Beine: Logisch, Fußballer brauchen Kraft in den Oberschenkeln. Daher sollte jeder von ihnen in der Lage sein, ein paar saubere Kniebeugen aufs Feld zu bringen. Doch weit gefehlt: Zahlreiche Kicker gehen maximal ein paar Zentimeter nach unten und wippen quasi nur mit dem Entenhintern. Ein ähnlich ernüchterndes Bild geben sie beim Ausfallschritt ab, der wie ein bemitleidenswerter Kniefall anmutet. Statt Muskelkater in den Oberschenkeln gibt es am nächsten Tag blaue Flecken an den Knien, da sie die Spannung in den Beinen nicht aufrechterhalten können und bei etlichen Versuchen in sich zusammenbrechen. Der Coach wechselt kopfschüttelnd die Übung. Sogenannte "Powerjumps" sind nun gefordert, bei denen die mittlerweile lädierten Knie möglichst hoch auf Brusthöhe gezogen werden sollen. Da die Sprunghöhe der keuchenden Kollegen kaum die Grasnarbe übersteigt, bricht der Coach auch dieses Trauerspiel notgedrungen ab.

Ausdauer: Zum Abschluss werden die Jungs noch auf ein paar Runden um den Sportplatz geschickt. Um die Anstrengung zu erhöhen, lässt der Trainer sie dabei Medizinbälle schleppen. Bei dem Tempo der Mannschaft könnte folglich eine Rentnergruppe auf ihren Rollatoren ungeduldig werden. Hinzu kommt: Sobald der Coach wegschaut, wird die Gunst der Stunde sofort genutzt. Die ältesten Spieler laden ihre Medizinbälle wie selbstverständlich bei den jüngsten Kollegen ab, die in der Folge drei von ihnen übereinandergestapelt um den Platz schleppen müssen. So läuft es nun mal in der Kreisliga-Hierarchie. Immerhin ist es für die Nachwuchskicker dann ein intensives Workout, das sie auch noch Tage später in den Beinen spüren werden.

Die meisten Kreisliga-Kicker sind nicht auf den Kopf gefallen und wissen, dass eine gute Fitness Grundlage für erfolgreichen Fußball ist. Das Tempo auf dem Platz mag zwar nicht besonders hoch sein, doch vor allem ab der zweiten Hälfte hat die fittere Truppe einen klaren Vorteil. Ein Bewusstsein dafür hat allerdings nichts mit dem entscheidenden Faktor Disziplin zu tun. Kennen wir alle: "Natürlich müsste ich mal wieder mehr Sport machen, aber der Stress zuhause und auf Arbeit und so…" Der innere Schweinehund ist dem Amateurfußballer ein härterer Widersacher als es jeder noch so starke Gegenspieler auf dem Sportplatz je sein könnte. Es hilft übrigens auch nichts, sich literweise Proteinshakes als Fitnessstudio-Ersatz reinzuschütten und dann zu glauben, man würde sich auf diesem zum Muskelpaket transformieren. Ein ehemaliger Teamkollege von mir, der in der Jugend mal ein ganz passabler Flügelspieler war, hat das über einen längeren Zeitraum versucht. Heute hilft er maximal noch als Libero aus.


Joel Grandke, Buchautor und aktiver Amateurkicker aus Hamburg, spürt in seiner wöchentlich auf FUSSBALL.DE erscheinenden Kolumne der Faszination Amateurfußball nach. Stets mit einem Augenzwinkern.

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