Hilfe-Center

Hilfe-Center:

Regionalliga

Regionalligen:

Verbände

Verbände:

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Anmelden

Kult-Oldie |17.03.2017|12:15

Verrückte Kreisliga: 61-Jähriger mit Siegtor!

Unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur Leszek Szymanowski (Bild links, obere Reihe 1. von rechts) mit der Überraschungstruppe von TuRa Rüdinghausen und mit dem früheren Nationalspieler und BVB-Star Sebastian Kehl. [Foto: Bilder privat; Collage FUSSBALL.DE]

In der Kreisliga C3 des Fußballkreises Bochum führte die zweite Mannschaft von TuRa Rüdinghausen bis vor kurzem ein von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerktes Dasein. Seit zwei Wochen ist das anders. Weil der Verein aus Witten ankündigte, sich im Sommer von Tim Rinkewitsch, dem Trainer der Reserve, zu trennen, meldeten sich aus Protest der Coach und die gesamte Mannschaft geschlossen aus Rüdinghausen ab. Statt sich aber vom Spielbetrieb zurückzuziehen, ist für TuRas Zweite nun eine kultige Oldie-Truppe aus Jugendtrainern, Vorstandsmitgliedern und Altliga-Spielern am Ball.

Der älteste Kicker auf dem Platz ist der 61-jährige Leszek Szymanowski – und seit seinem 2:1-Siegtreffer am Wochenende gegen die SF Schnee II in der 86. Minute so etwas wie der Star im Klub. Im Interview mit FUSSBALL.DE erzählt der Stürmer unter anderem, wie er mal gegen den BVB geknipst hat. Leszek Szymanowski ist unsere Kultfigur der Woche.

FUSSBALL.DE: Herr Szymanowski, haben Sie schon Angebote von höherklassigen Vereinen vorliegen?

Leszek Szymanowski: Nein, nein, ich bleibe TuRa natürlich treu. Ich spiele ja schon seit 1994 in Rüdinghausen, damals noch in der ersten Mannschaft und später in einer Hobbytruppe oder der Altliga.

"Vielleicht sitze ich im nächsten Spiel wieder auf der Tribüne"

Nennt man Sie denn jetzt wenigstens Lewandowski statt Szymanowski ...

Szymanowski: Noch nicht (lacht) ! Lewy ist ein Superspieler, für mich der beste Mittelstürmer der Welt. Er kann alles, ist technisch stark, schnell, körperlich robust und hat einen super Torinstinkt. So etwas sieht man nur ganz selten im Fußball und ich hoffe, dass er noch viele Tore für mein Heimatland Polen schießt.

Wann sind Sie von Polen nach Deutschland gekommen?

Szymanowski: Das war 1994. Vorher habe ich in Posen gelebt und dort bei Warta Fußball gespielt. In Deutschland habe ich zunächst in Kierspe im Sauerland gewohnt und war dort auch im Verein, ehe ich dann nach Witten gezogen bin – der Liebe wegen. Zunächst habe ich beim VfL Witten 07 gespielt und seit über 20 Jahren nun in Rüdinghausen.

Und wann haben Sie – vor Ihrem jetzigen Comeback – das letzte Punktspiel bestritten?

Szymanowski: Das ist bestimmt schon zehn Jahre her. Wir haben damals mit der Altliga-Mannschaft von TuRa auch in der Meisterschaft gekickt und sind sogar von der Kreisliga C in die Kreisliga B aufgestiegen. Dann haben wir uns aber vom offiziellen Spielbetrieb abgemeldet und seitdem nur hobbymäßig Freundschaftsspiele absolviert. Mit einer gemischten TuRa-Mannschaft haben wir vor einigen Jahren mal zwei Freundschaftsspiele gegen die Traditionself von Borussia Dortmund absolviert, eins haben wir sogar 4:2 gewonnen und ich habe zwei Tore gemacht.

Gelernt ist gelernt ...

Szymanowski: Ja, ich war immer Stürmer und wusste, wo das Tor steht. Das ist mir jetzt zugute gekommen, als wir am vergangenen Samstag mit unserer bunt zusammengewürfelten Truppe gegen Schnee angetreten sind. Das ist ein Derby, da wollten alle dabei sein, nachdem der Verein das vorherige Spiel gegen Portugal Witten II absagen musste, weil wir auf die Schnelle noch keine neue Mannschaft zusammen hatten.

Und jetzt die fulminante Rückkehr auf den Platz!

Szymanowski: Das war schon kurios und hat sehr viel Spaß gemacht. Bei uns auf dem Platz war richtig was los, weil nach unserem Spiel gegen Schnee die erste Mannschaft gegen Welper gespielt hat. Es spricht für den Zusammenhalt im Verein, dass sich so viele Leute kurzfristig für die zweite Mannschaft zur Verfügung gestellt haben, nachdem die anderen Spieler alle weg waren.

Wird jetzt dreimal die Woche trainiert, um im Schlussspurt der Saison Platz drei zu halten?

Szymanowski: Nein, das geht natürlich nicht, wir haben ja alle einen Beruf und Familie und auch noch andere Aufgaben im Verein. Wir treffen uns weiterhin mittwochs zum Kicken und die Verantwortlichen bei TuRa sind auch schon darum bemüht, dass wir für das nächste Spiel am Sonntag in Langendreer noch weitere Spieler zur Verfügung haben. Dann sitze ich vielleicht auf der Tribüne.