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Torjägerin |22.10.2017|15:53

Sarah (17): Nationalspielerin aus der 3. Liga

Sarah Abu Sabbah im Trikot von Bayer Leverkusen und im Einsatz für Jordaniens U 17-Nationalmannschaft (Bild links, mit der Nr. 10) [Foto: Fotos Getty Images; Collage FUSSBALL.DE]

Basem Abu Sabbah ist mächtig stolz auf seine Tochter Sarah, derzeit im Team von Bayer Leverkusen II in der Regionalliga West aktiv und mit ihren 17 Jahren ein riesiges Talent im Angriff. Acht Tore in sechs Spielen lautet ihre aktuelle Bilanz. „Ich spiele erst einmal Zweite. Ziel ist es aber, wieder in der ersten Mannschaft von Bayer dabei zu sein“, sagt Sarah Abu Sabbah. Vergangene Saison waren es für sie fünf Spiele mit drei Toren, denn Sarah gehörte meist zum Erstligakader, wo sie auch mittrainiert hatte, nachdem sie ihre neunmonatige Zwangspause wegen eines Risses im linken hinteren Kreuzband überwunden hatte.

Zuvor zeigte sie ihr Können in der U 17-Bundesliga. Bei Bayer waren das 13 Treffer in zehn Spielen und davor für die SGS Essen elf Treffer in 17 Spielen. Mit den Essener Mädels gewann sie auch 2015 den niederrheinischen Verbandspokal. Erster größerer Verein war ab 2010 der FCR 01 Duisburg (heute MSV), für den Sarah drei Jahre lang spielte.

Im letzten Jahr, als die Frauen der ersten Bayer-Mannschaft aus der Allianz Frauen-Bundesliga in die 2 .Liga abstiegen, spielte Sarah Abu Sabbah als erste Jordanierin in der Bundesliga, kam allerdings nur zu einem einzigen Einsatz. Eigentlich war das nur ein Mini-Einsatz. Denn beim 0:6 in Potsdam wurde Sarah erst in der 90. Minute eingewechselt. „Aber ich hatte eine Ballberührung“, legt sie darauf besonderen Wert.

Das einzige WM-Tor

"Wir haben das Spiel zwar verloren und sind ausgeschieden, aber für mein Team und für mich persönlich war dieses Tor eine riesige Sache"

Gleichwohl bedeutete 2016 einen riesigen Karriereschritt für die gebürtige Düsseldorferin, die seit ein paar Jahren mit ihrer Familie in Krefeld lebt. Denn Sarah spielte angesichts ihrer doppelten Staatsbürgerschaft für Jordaniens U 17-Nationalteam bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land mit. Und nicht nur das. Als Legionärin erzielte sie sogar das einzige jordanische WM-Tor, und zwar beim 1:4 gegen Mexiko. Ihr Tor war der Treffer zur 1:0-Führung, damals vor 8250 ekstatisch jubelnden Zuschauern.

Abu Sabbah kam im Mittelfeld an den Ball, stürmte über die rechte Seite Richtung Gegner, umspielte mit dem rechten Fuß mehrere Mexikanerinnen und zog dann aus etwa 20 Metern halbrechts ab, traf mit links unhaltbar ins obere lange Eck. 1:0, früh in der 6. Spielminute. Eine echte Sensation. In Irbid nördlich von Amman war das an jenem 3. Oktober vor einem Jahr, bei 31 Grad Hitze noch um 19 Uhr. Natürlich platzte Vater Basem im Stadion förmlich vor Stolz über diesen historischen Treffer seiner Tochter. „Ich finde kaum passende Worte dafür und für meine Gefühle jetzt“, meinte er damals.

„Wir haben das Spiel zwar verloren und sind ausgeschieden, aber für mein Team und für mich persönlich war dieses Tor eine riesige Sache“, zitierte die Jordan Time als renommierteste Zeitung des Landes die Schützin später in einer riesigen Personalgeschichte. Quasi über Nacht war Sarah Abu Sabbah aus Deutschland durch die WM und ihren Treffer zu einem Jungstar in Jordanien geworden. Dass sie beidfüßig ist, verdankt sie ihrem persönlichen Interesse und sehr viel Training. „Rechts bin ich zwar stärker, aber ich achte sehr darauf, den linken Fuß nicht zu vernachlässigen“, sagt sie.

Ziel WM 2019

Neulich hat die junge Stürmerin ihr erstes Frauen-Länderspiel bestritten. Das Debüt fand Ende September in Riga statt, wo Jordanien Gastgeber Lettland mit 2:1 besiegte. Eines von zahlreichen Vorbereitungsspielen für den Asien-Cup im kommenden April mit Jordanien als Gastgeber. Acht Nationen sind qualifiziert. Neben Jordanien sind das Japan, Australien, China, Philippinen, Südkorea, Thailand und Vietnam. Die besten fünf Nationen lösen ihr Ticket für die WM 2019 in Frankreich.

Wenn es gut läuft, könne Jordanien dieses Ziel erstmals erreichen, meint Sarah Abu Sabbah. „Ich bin sehr zuversichtlich. Wir werden gut vorbereitet in das Turnier gehen und eine starke Mannschaft haben. Das haben wir in Lettland gerade auch mit großer Kampfkraft gezeigt.“ Das Ziel der gebürtigen Düsseldorferin ist damit klar. „Es wäre ein Traum für mich, nach der U 17-WM auch eine Frauen-WM spielen zu dürfen.“ Darüber hinaus gelte, „immer in jedem Spiel, gegen wen auch immer, so viele Tore schießen, wie möglich und eine berühmte Profispielerin zu werden.“ Beruflich hat sich Sarah bei der Polizei beworben, wartet derzeit auf Antwort.

Auch ihre Schwestern kickten

Ganz selbstverständlich war es anfangs nicht, im Verein Fußball spielen zu dürfen. Ähnlich wie im Filmklassiker „Kick it like Beckham“  zeigte ausgerechnet der Vater, längst größter Fan seiner Tochter, Vorbehalte und war aber zugleich auch stolz darauf, als Sarah mit vier Jahren zunächst ihre Mutter fragte, ob sie kicken dürfe. Die meldete ihre Tochter dann einfach bei einem Verein an. Beide überraschten dann am Abend damit. „Mein Vater war doch ziemlich erstaunt, als ich ihm sagte, dass ich in einem Jungenteam spielen würde“, erinnert sich Sarah. Gleich im ersten Spiel überzeugte Sarah mit drei Toren. Seitdem ist der Papa, wann immer er kann, an der Seitenlinie oder auf der Tribüne als echter Fan dabei.

Die Jordan Times zitiert Basem Abu Sabbah mit den Worten: „Fußball ist ein schönes Spiel gleichermaßen für Jungen wie für Mädchen. Deshalb haben alle meine drei Töchter Fußball gespielt.“ In Jordanien hat ein solches Statement nicht unerhebliche Bedeutung für am Fußball interessierte Mädchen. Abu Sabbahs Worte klingen wie eine Botschaft an seine Landsleute, wenn er sagt: „Eltern sollten ihre Töchter unterstützen, wenn sie Fußball spielen wollen.“

Sarahs ältere Schwestern Katharina und Tanja jedoch kicken heute nach vielen Jahren nicht mehr. Alle drei haben beim gleichen Verein begonnen, nämlich FC Tannenhof Düsseldorf. Und alle drei waren später zum FCR 01 Duisburg gewechselt, haben dort in Jugendteams und auf niederrheinischer Verbandsebene im zweiten Frauenteam gespielt.

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