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Themenwoche DFB-Pokal|12.08.2014|15:00

Sohn von "Pannen-Olli": Ärgert er Köln?

Braunschweigs Rückhalt: Daniel Reck steht erst seit seinem 17. Lebensjahr im Tor. [Foto: Imago]

Die erste Runde des DFB-Pokals hält eine ganz besondere Geschichte parat. Die Familie Reck ist dort doppelt vertreten. Oliver Reck, der frühere deutsche Nationaltorhüter, tritt mit Fortuna Düsseldorf bei Kickers Würzburg an (Sonntag, ab 16 Uhr, live bei Sky). Und dann ist da noch die Begegnung des Nord-Regionalligisten FT Braunschweig gegen den 1. FC Köln (Samstag, ab 15.30 Uhr, live bei Sky). Das Braunschweiger Tor hütet Recks Sohn Daniel.

Wie geht der 25-Jährige eigentlich damit um, oft mit seinem Vater verglichen zu werden, der in seiner Karriere zweimal Deutscher Meister wurde, viermal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger gewann, aber auch den Spitznamen "Pannen-Olli" trug? Und welche Chancen rechnet sich Daniel Reck für das Duell mit dem Bundesliga-Aufsteiger aus Köln aus?

Herr Reck, wie ist die Stimmung in der Mannschaft von dem Duell mit dem 1. FC Köln?

Daniel Reck: Ganz entspannt. Für uns ist das natürlich ein absoluter Saisonhöhepunkt. Diese Begegnung steht im Moment über allem. Jeder denkt daran, die Medien bei uns berichten sehr intensiv darüber. Für unseren kleinen Verein ist das eine außergewöhnliche Situation. Der 1. FC Köln ist ein sehr attraktiver Gegner. Wir haben überhaupt nichts zu verlieren, und so werden wir auch in die Begegnung gehen.

"Der Trainer hat gedacht, dass ich die Gene meines Vaters haben müsste und mich ins Tor gestellt"

Rechnen Sie sich dennoch eine Chance aus?

Reck: Unter normalen Umständen haben wir keine Chance. Da sind wir sehr realistisch. Wir sind ein reiner Amateurverein, wir trainieren viermal in der Woche. Das reicht auch, schließlich sind tagsüber alle berufstätig oder an der Uni. Aber wir wissen auch, dass wir Qualität im Kader haben. Nicht ohne Grund sind wir zwei Jahre in Folge aufgestiegen und inzwischen in der Regionalliga angekommen. Das Selbstvertrauen ist also da. Das Tolle am DFB-Pokal ist doch, dass es immer wieder große Überraschungen gibt.

Eigentlich müssten Sie sich mit Sensationen auskennen. Ihr Vater Oliver Reck hat in seiner Zeit bei Werder Bremen für einige gesorgt. Wie eng ist Ihr Kontakt derzeit?

Reck: Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Es ist nicht so, dass wir jeden Tag telefonieren. Aber wir tauschen uns regelmäßig aus. Ich versuche, ihn so oft wie möglich in Düsseldorf zu besuchen. Gleichzeitig schaut er ab und zu bei unseren Begegnungen vorbei. Das ist leider nicht allzu häufig möglich, weil die Zeit knapp ist.

Nervt es manchmal, der Sohn von Oliver Reck zu sein?

Reck: Nein, ich kenne es ja gar nicht anders. Von gegnerischen Fans oder Spielern werde ich manchmal darauf angesprochen, weil die Lokalzeitungen mich gerne zum Thema machen. Es ist nun mal so, dass mein Vater in den Medien präsent ist. Das bekomme ich eben manchmal zu spüren. Aber das ist kein Problem für mich. Es ist ja nicht so, dass das unangenehm wäre. Im Gegenteil: Ich bin stolz auf das, was mein Vater gerade macht. Und natürlich auch auf das, was er erreicht hat.

Ist es die logische Folge, dass Sie ebenfalls im Tor stehen?

Reck: Früher als Kind habe ich beim Kicken im Garten immer das Tor gehütet. Aber als Vereinsspieler bin ich erst mit 17 Jahren ins Tor gekommen. Ex-Nationalspieler Günter Hermann war damals mein Trainer beim VSK Osterholz- Scharmbeck. Dort hatten wir plötzlich ein Problem auf dieser Position. Also hat sich Hermann gedacht, dass ich doch die Gene meines Vaters haben müsste und hat mich ins Tor gestellt. Anfangs war das ungewohnt, weil ich vorher immer im defensiven Mittelfeld gespielt habe. Mittlerweile bin ich froh, dass wir es so gemacht haben. Ich habe den Schritt nie bereut.

Ist es ein Vorteil für Sie, dass Sie vorher im Feld gespielt haben?

Reck: Ein Nachteil ist es sicher nicht. Ich kann mich ganz gut in die gegnerischen Spieler denken, wenn sie auf mein Tor zulaufen. Außerdem bin ich fußballerisch recht gut geschult. Ich würde niemals sagen, dass ich ein ähnliches Niveau wie meine Kollegen habe. Aber ich kann immerhin den Ball ganz ordentlich stoppen, habe die nötige Ruhe und kann dann gezielt den eigenen Angriff einleiten. Da habe ich bestimmt leichte Vorteile gegenüber Torhüterkollegen in der Regionalliga.

Sie haben die beiden Aufstiege der Freien Turner Braunschweig bereits angesprochen. Was macht die Mannschaft so stark?

Reck: Nachdem wir den Sprung aus der Landesliga in die Oberliga geschafft hatten, wollten wir dort eigentlich nur den Klassenerhalt schaffen. Aber es lief vom ersten Spieltag an einfach perfekt. Dass wir den Durchmarsch tatsächlich schaffen, damit hatte wirklich niemand gerechnet. Das war einfach unvorstellbar. Aber wir haben einen überragenden Teamgeist. Es gibt eigentlich keine Nebenkriegsschauplätze. Wir sind wirklich eine Einheit – auf und neben dem Platz. Einige Spieler wohnen in WGs zusammen, andere kennen sich schon lange und sind gute Freunde. Ich denke, das ist unser Erfolgsgeheimnis.

Reicht das auch aus, um in der Regionalliga zu bestehen?

Reck: Das ist natürlich noch einmal eine ganz andere Welt. Dort spielen wir gegen Klubs, die Richtung Profifußball streben. Aber wir können auch mit dem Ball umgehen und haben uns eine attraktive Spielweise angeeignet. Wir werden also sicher nicht untergehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen können. Der Klassenerhalt wäre kein Wunder, das zeigen die bisherigen Spiele. Wir können mithalten, das ist eine wichtige Erkenntnis.

Haben Sie eigentlich auch mal davon geträumt, wie Ihr Vater Profifußballer zu werden?

Reck: Natürlich gab es diesen Gedanken. Alles andere wäre gelogen. Als Kind und später als Jugendlicher habe ich ja noch die Karriere meines Vaters erlebt. Wir waren 1996 mit der ganzen Familie beim Endspiel um die Europameisterschaft im Wembley-Stadion. Die DFB-Auswahl hat 2:1 gegen Tschechien gewonnen und sich den Titel geholt. Mein Vater stand als dritter Torwart im Kader. Das waren herausragende Augenblicke. Von solchen Momenten träumt wahrscheinlich jeder. Aber ich glaube nicht, dass ich es zum Profi gebracht hätte. So realistisch bin ich schon. Umso mehr freuen wir uns alle auf das Spiel gegen den 1. FC Köln. Das wird live im Fernsehen übertragen. So etwas haben die meisten von uns noch nicht erlebt.